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Schwache Autokonjunktur Continental schließt härteres Sparprogramm nicht aus

Continental: Milliardenverlust und wenig Hoffnung für 2020 Quelle: dpa

Bei Autozulieferer Continental steht im dritten Quartal ein Verlust von fast zwei Milliarden Euro in den Büchern. Hoffnung auf eine Erholung hat Conti kaum. Deshalb könnte das Umbauprogramm noch verschärft werden.

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Die schwächer werdende Autokonjunktur und eine Milliardenabschreibung haben den Zulieferer Continental im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Unterm Strich verbuchte der Konzern von Juli bis September einen Verlust von fast zwei Milliarden Euro.

Wie das Unternehmen in Hannover mitteilte, lag dies zwar zum Großteil am „Einmaleffekt“ verringerter Firmenwerte aus früheren Übernahmen sowie Kosten für ein kürzlich gestartetes Umbauprogramm. Aber auch im laufenden Geschäft sank das bereinigte operative Ergebnis deutlich um ein Fünftel auf noch knapp 615 Millionen Euro.

Angesichts der schwierigen Lage der Autoindustrie sprach Conti-Chef Elmar Degenhart von einer noch vergleichsweise soliden Entwicklung – „trotz des weiterhin rückläufigen Marktumfeldes“. Der Umsatz stieg dank Wechselkurseffekten und Zukäufen leicht um 3 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro.

Continental sieht für 2020 keine Erholung

Der Autozulieferer erwartet nach dem verhagelten Ergebnis in diesem Jahr auch im kommenden Jahr keine Erholung der Autokonjunktur. Weltweit pumpen die Autobauer zurzeit Milliarden in neue saubere Antriebe. Die strengeren Klimaschutz-Auflagen gerade in Europa setzen sie immer stärker unter Druck. Dadurch geraten auch die Zulieferer in Zugzwang. „Im besten Fall sehen wir in 2020 weltweit eine Seitwärtsentwicklung der Automobilproduktion“, erklärte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer in Hannover. Aber auch ein Rückgang sei möglich. Für das Schlussquartal 2019 rechnet der Dax-Konzern mit sinkenden Produktionsraten in den drei wichtigen Weltregionen China, Europa und Nordamerika.

Die Niedersachsen hatten bereits Ende Oktober Eckdaten ihrer Zwischenbilanz veröffentlicht und dabei auch für das Gesamtjahr einen Nettoverlust angekündigt. Das Management rechnet nicht damit, dass sich die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den kommenden fünf Jahren beleben wird und schreibt deshalb 2,5 Milliarden Euro ab.

Angesichts dieser düsteren Aussichten könnte das Sparprogramm bei Conti noch einmal verschärft werden. „Wir haben gesagt, dass das ein Programm ist, das wir jetzt gestartet haben, dass das aber noch nicht das Ende sein muss und wir möglicherweise weitere Maßnahmen erarbeiten werden“, sagte Finanzvorstand Schäfer der Nachrichtenagentur Reuters. Details nannte er jedoch nicht.

Mit dem Umbau stemmt sich Conti gegen die Autokrise und richtet sich zugleich stärker auf die Digitalisierung und die Elektromobilität aus. Bei den Gesprächen mit den Betriebsräten über den geplanten Stellenabbau, Werksschließungen sowie Umbesetzungen von Personal rechnet Schäfer in diesem Jahr mit ersten Abschlüssen. In einigen Fällen würden sich die Verhandlungen voraussichtlich bis ins kommende Jahr hinziehen, so der Finanzvorstand.

Conti hatte Ende September einen tiefgreifenden Umbau angekündigt, von dem bis Ende 2023 weltweit rund 15.000 Stellen betroffen sein werden, davon etwa 5000 in Deutschland. Dabei schließt der nach Bosch und Denso im Autogeschäft weltweit drittgrößte Zulieferer auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

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