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Selbstfahrende Autos Bundesländer buhlen um Teststrecke

Lange Zeit passierte in Sachen selbstfahrende Autos in Deutschland nichts. Nach dem Vorstoß von Bundesverkehrsminister Dobrindt wollen jetzt gleich mehrere Bundesländer eine Teststrecke für autonome Fahrzeuge.

Quelle: dpa

Das autonome Fahren gilt in der Autoindustrie als großer Trend der Zukunft. Die deutschen Hersteller gelten bei der Entwicklung als führend, in einigen Modellen sind teilautonome Funktionen wie zum Beispiel ein Stauassistent bereits in Serie. Doch die Entwicklung der vollautonomen Funktionen findet überwiegend in den USA statt, weil die Autobauer dort in einigen Bundesstaaten – anders als in Deutschland – ihre Systeme im öffentlichen Straßenverkehr erproben dürfen.

Dem Drängen der Industrie, auch auf deutschen Straßen mit autonomen Testflotten fahren zu dürfen, hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nun nachgegeben: In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kündigte er an, auf der A9 in Bayern eine Teststrecke einrichten zu wollen.

"Auf der Autobahn 9 starten wir das Pilotprojekt Digitales Testfeld Autobahn", sagte Dobrindt. Damit hat der Verkehrsminister offenbar in ein Wespennest gestochen, denn täglich melden sich jetzt weitere Bundesländer, die die Teststrecke haben wollen.

Noch viele Hürden für selbstfahrende Autos

Nach Bayern und Baden-Württemberg macht jetzt auch Nordrhein-Westfalen sein Interesse gegenüber dem Bund deutlich. "Wer ein solches System effektiv einsetzen will, der muss da hingehen, wo der Verkehr am dichtesten ist", sagte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) der "Rheinischen Post".

Das Ruhrgebiet mit seinen drei parallel verlaufenden Autobahnen A2, A40 und A42 sei dafür das ideale Testfeld, vor allem auch deshalb, weil die Verkehre hier problemlos auf andere Autobahnen verlagert werden könnten. "Nirgendwo kann man die Mobilität der Zukunft besser testen", betonte er.

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) machte sich bereits dafür stark, dass nicht nur in Bayern getestet werden soll. Was in Bayern funktioniere, müsse auch in Baden-Württemberg möglich sein, sagte Schmid. Natürlich könne das die Landesregierung aber nicht allein entscheiden. Von den topographischen Gegebenheiten sei in Baden-Württemberg die Autobahn A81 attraktiv, die von Würzburg bis zum Bodensee reicht sagte er.

Während in den USA vor allem noch Haftungsfragen geklärt werden müssen, steht in Deutschland der Verbreitung von Roboterautos vor allem das Verkehrsrecht im Weg. Die Bundesrepublik hat wie die meisten Länder auf der Welt – außer den USA – das Wiener Abkommen unterschrieben.

Dieses sieht bislang vor, dass der Fahrer quasi immer die Hände am Lenkrad hat. Eine im vergangenen März beschlossene Änderung des Abkommens muss allerdings national noch umgesetzt werden.

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