Skoda-Chef Winfried Vahland "Ein schönes Auto kostet keinen Cent mehr"

Skoda-Chef Winfried Vahland will mit dem neuen Superb das Image ändern, träumt von einer SUV-Familie und erklärt den hohen Marktanteil in Davos.

Der neue Skoda Superb auf dem Genfer Auto Salon 2015

Beste Importmarke in der Leserwahl eines großen deutschen Automagazins, die wachstumsstärkste Marke Deutschlands und zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte über eine Million Autos verkauft: Skoda-Chef Winfried Vahland kann auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, Vahland hat seit 2010 die Marke entscheidend geprägt. Die tschechische VW-Tochter profitiert von der Baukasten-Technik des Wolfsburger Mutterkonzerns, hebt sich durch geschickte Differenzierungen bewusst ab und bietet eine gute Qualität zu einem fairen Preis. Die aktuellen Modelle gehen über die ursprünglichen Punkte wie den Preis und die Funktionalität hinaus. Autos wie der Octavia verkaufen sich auch deshalb immer besser, weil die Tschechen mit einem frischen und eleganten Design punkten.

Wirklich superb, der neue Skoda
Seit der Designstudie Vision C aus dem vergangenen Jahr hätte man es wissen können: Der neue Skoda Superb punktet mit seinem Aussehen. Bisher lagen die Stärken des größten Skoda in der Größe seines Innenraums und dem Preis-Leistungsverhältnis. Die Optik nahmen viele deswegen in Kauf. Jetzt steht der Superb so ansehnlich da, dass sogar der Begriff „Flaggschiff“ mühelos in die Tasten fließt ... Quelle: PR
750.000 Kunden können nicht irren. So viele Einheiten verkaufte Skoda von seinem Topmodell Superb seit 2001. Nun steht die Wachablösung von der aktuellen, zweiten, zur dritten Modellgeneration an. Das neue Flaggschiff der tschechischen VW-Tochter bietet mehr Platz, mehr Ausstattung, mehr Technik und sparsamere Motoren ... Quelle: PR
Nur in einem Punkt hält es der neue Superb mit seinem Vorgänger: Der Einstiegspreis orientiert sich am Preis des Vorgängers und wird so unter 25.000 Euro bleiben, wenn das Modell im Juni an den Verkaufsstart geht. Quelle: PR
2014 ging in die Firmenchronik als bisher erfolgreichstes Jahr ein. Erstmals konnte Skoda mit 1.050.000 Einheiten die Produktionsgrenze von einer Million Fahrzeugen knacken. Mit 5,9 Prozent Marktanteil hat sich die Marke in Deutschland als erfolgreichster Importeur längste deutlich von allen anderen Wettbewerbern aus dem Ausland distanziert. Das Erfolgsrezept ist eigentlich denkbar einfach. Skoda darf im gut bestückten Konzernregal alle technischen Komponenten zusammenstellen. Wie bei den Vorgängern basiert auch der neue Superb auf der gleichen Plattform wie der VW Passat. Quelle: PR
Als vorgezogene Geschmacksprobe für die neue Formensprache des Superb präsentierte Skoda 2014 auf dem Genfer Automobilsalon den „Vision C“. Die Studie eines klassischen Coupés, die die prägenden Elemente der neuen Limousine unverkennbar andeutete. Klare Linien und eine markante Grillpartie vermitteln beim neuen Superb Souveränität und Wertigkeit ... Quelle: PR
Nicht minder unverwechselbar fällt auch das Heck aus, das wieder eine riesige Klappe bietet, die oben an der Rückscheibe angeschlagen ist. Sie öffnet den Zugang zu einem mächtigen Gepäckabteil mit 625 Liter Volumen, das sich dank umklappbarer Rücksitze auf 1.760 Liter erweitern lässt. Da muss mach gestandener Mittelklasse-Kombi passen. Schönheit darf bei einem Skoda grundsätzlich nicht Leidensfähigkeit bei der Alltagstauglichkeit einzufordern. Quelle: PR
Die scharf gezogenen Längslinien, die den Flanken des  Superb  und vor allem der Motorhaube ein beachtliches Profil verleihen, wecken Assoziationen an akurat gebügelte Maßkonfektion mit klassischem Touch. Obwohl in der Mittelklasse um VW Passat, Opel Insignia oder Ford Fusion und Co. positioniert, könnten Premiumautobauer ins Grübeln kommen, wenn sie an ihre Klassiker der gehobenen Mittelklasse wie Mercedes E-Klasse oder BMW Fünfer-Reihe neben einem neuen  Superb  stehen sehen Quelle: PR
Den Stapellauf ihres Flaggschiffs zelebrierte Skoda mit großem Pomp, vor 500 Medienvertretern aus der ganzen Welt in Prag. Dem wertkonservativen Kanon des Unternehmens gemäß, eher im Geist von Anton Dvorak, weniger von Disco. Zur Premiere ließ Skoda eigens eine Sinfonie komponieren, die das tschechische Sinfonieorchester live interpretierte. Quelle: PR
Der neue Superb erteilt zeitgeistigen Formverrenkungen oder kurzfristiger Effekthascherei eine Absage. Anmutung und Haptik der Materialien scheint eine ganze Klasse hochwertiger. Das traditionell üppige Platzangebot im Fond toppt der Neue. Dank dem deutlich verlängerten Radstand darf die Beschreibung der Sitzposition über die Attribute „bequem“ und „komfortabel“ weit hinausgehen. Hier ist von „Räkeln“ bis „Flätzen“ alles möglich und erlaubt. Auch von Passagieren der Körpergröße 190 Zentimeter Plus. Quelle: PR
Dank Zugriff auf den sogenannten „modularen Querbaukastens“ aus dem VW-Konzern für die Fahrzeugplattform, konnten die Designer die Proportionen ausgewogener gestalten. Generation Drei des  Superb  ist 28 Millimeter länger und damit auf 4.861 Millimeter gewachsen. Das sind gut neun Zentimeter mehr als die 4.777 Millimeter des neuen VW Passat. Quelle: PR
Für die insgesamt kraftvollere Anmutung sorgen darüber hinaus der um 80 Millimeter auf 2.841 Millimeter gestreckte Radstand (VW Passat: 4.791 Millimeter) und der um 61 Millimeter verkürzte vordere Fahrzeugüberhang. Gönnt der Kunde seinem künftigen  Superb  die optionalen 19-Zöller, ist der große Skoda endgültig im Premiumsegment angekommen. Quelle: PR
Das Motorenangebot umfasst fünf moderne Benzinmotoren und drei Diesel. Die Euro-6-Vierzylinder spannen den Leistungsbogen von 88 kW / 120 PS, bis 208 kW / 280 PS. Vier der Aggregate sind in Verbindung mit Allradantrieb verfügbar. Bis auf den Basis-Benziner, 1,4 TFI (92 kW / 125 PS) lassen sich alle Motoren mit einem Doppelkupplungsgetriebe für die Kraftübertragung kombinieren. Quelle: PR
Obwohl die Motoren um bis zu 20 Prozent mehr Leistung als beim Vorgänger verfügen, verspricht Skoda eine Senkung der Verbrauchswerte um bis zu 30 Prozent. „Sparmeister“ ist der  Superb  Greenline mit 3,7 Liter Normverbrauch auf 100 Kilometer. Was 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer entspricht. Quelle: PR
Dank dem deutlich verlängerten Radstand darf die Beschreibung der Sitzposition über die Attribute „bequem“ und „komfortabel“ weit hinausgehen. Hier ist von „Räkeln“ bis „Flätzen“ alles möglich und erlaubt. Auch von Passagieren der Körpergröße 190 Zentimeter Plus. Quelle: PR
Das Paket serienmäßiger Sicherheitsdetails entspricht dem hohen Konzernstandart. Die Liste der optionalen Assistenzsysteme füllt Seiten. Nur die Höhepunkte in Stichworten: Einparkhilfe, Notbremsassistent bis zum Stillstand, Verkehrszeichenerkennung, Überwachung des Totenwinkels oder verschiedene Lichtsysteme. Alle Anschlussmöglichkeiten für Hochgeschwindigkeitsinternet sind natürlich auch verfügbar. Quelle: PR
Das Angebot von vier Ausstattungslinien erlaubt die Konfiguration vom preisbewussten bürgerlichen „Active“ bis zum Topmodell „Laurin & Klemment“ (nach den beiden Firmengründern) als echte Luxus-Limo. Quelle: PR
Mit „Superb“ bezeichnete Skoda übrigens schon in früheren Tagen sein Topmodell. Zwischen 1934 und 1949 zählten die 5,2 bis 5,7 Meter lange Limousinen mit Reihen-Sechs- und -Achtzylindermotoren zu Europas Autoelite. Zu Zeiten als gehobene und/oder gebildete Stände das Attribut „superb“ zur Beschreibung von Außerordentlichem und Extravaganten verwendeten. Quelle: PR
Nicht nur Unternehmen, die das neue Flaggschiff von Skoda traditionell zu firmeneigenen Fahrzeug-Flottenverbänden zusammenfassen wollen, finden ab Herbst eine zweite Modellvariante. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt feiert der Superb Kombi im September seine Weltpremiere. Quelle: PR
Das Ergebnis der neuen Linie für den Innenraum: 15,7 Zentimeter Knieraum hinten, dort 2,5 Zentimeter mehr Kopffreiheit und fast sieben Zentimeter mehr Platz in Ellenbogenhöhe; der Kofferraum wuchs um 30 Liter auf 625 Liter und kann bis auf 1760 Liter vergrößert werden. Die Rücksitzlehne lässt sich dafür erstmals per Knopfdruck umklappen. Die maximale Zuladung beträgt 620 Kilogramm. Nur beim Gewicht hat der Skoda Superb nicht zugelegt. Je nach Modell nahm er bis zu 75 Kilogramm ab. Quelle: PR
Ab Mitte Juli wird der Skoda Superb in Deutschland zu den ersten Kunden rollen. Dann wird er sich im Wettbewerb zum Opel Insignia, Ford Mondeo, Kia Optima und anderen in diesem Segment behaupten müssen. Die Chancen dabei sind groß, denn mit dieser Optik dürfte er auch bei den gewerblichen Kunden und bei den Flotten gut ankommen. Quelle: PR

Im Interview mit der WirtschaftsWoche spricht Vahland über das neue Markenflaggschiff Superb, warum Skoda keine Billigmarke ist und die SUV-Pläne der Tschechen.

Herr Vahland, Sie haben den neuen Skoda Superb auf dem Genfer Autosalon mit den Worten vorgestellt, er werde eine neue Ära einleiten. Was für eine Art Ära soll es sein?
Winfried Vahland: Es dreht sich um Design und Emotionalität. Wo es hingehen soll, hat schon unsere Studie Vision C voriges Jahr auf dem Genfer Automobilsalon angedeutet. Von einer Marke Skoda hatte man so was nicht erwartet. Ein viertüriges Coupé - das war provokant. Genauso wie die giftgrüne Farbe und das sportliche Design. Die Studie stand dafür, dass sich die Marke mehr designorientiert entwickelt, emotionaler wird und mehr wagt. All das sehen sie jetzt am Superb. 

Skoda-Chef Winfried Vahland neben dem neuen Superb Quelle: obs

Wofür stand Skoda denn bisher?
Skoda hat sich in den vergangenen 25 Jahren durch Tugenden einen Namen gemacht wie Funktionalität und Praktikabilität, Raumangebot und große Preiswürdigkeit. Da schneiden wir nach wie vor als Beste in unserem Wettbewerbsumfeld ab. 

Warum reicht es Ihnen nicht mehr, weiterhin mit den alten Tugenden gute Geschäfte zu machen?
Marken und Märkte entwickeln sich weiter. Skoda steht auch für Understatement. Das funktioniert in manchen Kulturräumen wie in der Schweiz, wo wir auf 6,5 Prozent Marktanteil kommen. In Graubünden in Davos, eine der reichsten Gegenden der Welt haben wir sogar einen Marktanteil von knapp 12 Prozent. Dort möchte man den Wohlstand nicht immer demonstrativ zeigen. 

Zur Person - der Skoda-Chef

Auch in China?
Nein. In China verkaufen Sie Autos nur über Emotionalität und Internationalität. Und auch in anderen Regionen hängt die Entscheidung für den Kauf eines Autos nicht unbedingt von der Technik allein, sondern zunehmend von der Marke und ihren Emotionen ab. Deshalb haben wir uns entschieden, die Marke Skoda stärker emotional aufzuladen und zu verjüngen. Mit dem Kleinwagen Fabia haben wir am unteren Ende der Modellpalette angefangen, mit dem Superb machen wir das nun auch am oberen Ende. 

Wird Skoda dadurch künftig teurer?
Ein schönes Auto kostet keinen Pfennig mehr. Wir kommen aus einer Historie der Handwerks- und Ingenieurskunst in Tschechien, von dort stammt zum Beispiel böhmisches Kristall. Das finden sie in den Heckleuchten des neuen Superb wieder. Diese Liebe zum Detail, diese Qualität und Präzision erkennen Sie bei kaum einer anderen Marke. Wir können das, und es kostet keinen Cent mehr.

Mit dem Superb greifen Sie doch aber auch VW an, die Kernmarke Ihres Mutterkonzerns?
Nein. Skoda ist keine Premiummarke und wird keine Premiummarke, aber Skoda ist auch keine Billigmarke. Wir sind derzeit die profitabelste Volumenmarke in Europa und haben im vergangenen Jahr erstmals eine Million Autos verkauft. Damit stoßen wir in eine neue Liga vor.

Die Highlights beim Genfer Autosalon
Mansory Huracan Quelle: Presse
McLaren 675LT Quelle: Presse
Supersportler P1 Quelle: Presse
Seat 20V20 Quelle: AP
Mazda CX-3 Quelle: Presse
VW GTE Quelle: obs
Audi R8 V10 plus Quelle: AP
Bentley EXP 10 Speed 6 Quelle: Presse
Porsche Cayman GT4 Quelle: AP
Ferrari Quelle: Presse
Bugatti Veyron Quelle: REUTERS

In welchem Wettbewerbsumfeld sehen Sie sich mit der verjüngten und emotionalisierten Marke?
Unsere operativen Wettbewerber in Europa sind Opel, Ford, Renault, Peugeot, Citroën und Fiat. Dazu kommen die zwei strategischen Wettbewerber in Asien Hyundai und Kia.

Wo wollen Sie wachsen und ihren Konkurrenten das Leben schwer machen?
Wir werden zum einen die Basis auf unseren Stammmärkten in Europa weiter ausbauen, unser Ziel ist ein Marktanteil von über fünf Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts gegenüber 4,4 Prozent heute. In einigen Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen wir bereits drüber. Zum andern ist China der zweite große Markt für Skoda. Wir sind dort im vergangenen Jahr mit einem Absatz von insgesamt 280.000 Autos doppelt so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt. Die nächste große Zielmarke sind 500.000 Autos. Um es gleich vorwegzunehmen: Wir haben nicht vor, in die amerikanischen Märkte einzutreten. Wir haben alle Hände voll zu tun, unser Geschäft in unseren bestehenden Absatzregionen voranzubringen.

Wie schnell wollen Sie Ihr Ziel in China schaffen, bis 2020?
Vielleicht etwas früher, vielleicht etwas später. Das ist aber nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Richtung stimmt und wir profitabel wachsen.

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