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Standort Bochum IG Metall findet sich mit Aus für Opel-Werk ab

Opel geht es noch schlechter als bisher angenommen. Das sieht auch die IG Metall ein und akzeptiert die Schließung des Werks in Bochum. Für die Mitarbeiter kämpft sie jetzt um einen schmerzlosen Übergang.

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Mokka kommt nach Saragossa
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Die IG Metall hat sich mit dem Aus der Opel-Fahrzeugproduktion in Bochum abgefunden und will den Beschäftigten einen möglichst schmerzlosen Übergang ermöglichen. Ziel sei zwar weiter, auch die Fahrzeugfertigung in der Ruhrgebietsstadt aufrecht zu erhalten, sagte Hessens IG-Metall-Chef Armin Schild in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

So stand es 2014 um Opel

Gleichzeitig müsse sich die Gewerkschaft aber darüber im Klaren sein, dass die amerikanische Opel-Mutter GM andere Pläne habe. "Wir müssen mit den Realitäten umgehen, die der Vorstand schafft", räumte Schild ein, der auch im Opel-Aufsichtsrat sitzt.

Vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen

"Insofern bleibt nur übrig, dem Unternehmen unsere Mindestforderungen für die Sicherung aller Standorte, auch des Standorts Bochum zu nennen, dann eben ohne Fahrzeugproduktion", sagte Schild. Die Gewerkschaft will erreichen, dass in Bochum Industriearbeitsplätze erhalten bleiben und die GM-Tochter sich dazu vertraglich verpflichtet. In dem Zusammenhang soll Opel den Beschluss zur Schließung der Getriebefertigung dort rückgängig machen. Zudem verlangt die IG Metall, dass in Bochum eine Komponentenfertigung entsteht, die auch für andere Autobauer Teile herstellt. Dadurch soll eine vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen entstehen beziehungsweise erhalten werden.

Milliardenverluste bei Opel

Opels Managerverschleiß auf dem Chefposten
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Opel will die Bochumer Fahrzeugfertigung mit mehr als 3000 Beschäftigten dichtmachen, wenn dort 2016 die Produktion des Familienwagens Zafira ausläuft. Derzeit laufen Verhandlungen über ein Sparpaket, um Opel bis zur Mitte des Jahrzehnts aus den roten Zahlen zu führen. Für das abgelaufene Jahr werden das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen und seine britische Schwestermarke Vauxhall wohl bis zu 1,4 Milliarden Euro Verlust an die Detroiter Konzernzentrale melden.

Schild betonte, dass die Gewerkschaft nur dann zu Zugeständnissen bereit sei, wenn das Management ein Konzept für die Zukunft aller Opel-Werke vorlege. "Wir wollen endlich wissen, was in Bochum und an den anderen Standorten in den nächsten Jahren geplant ist." Die Gewerkschaft werde die Lohnerhöhung, die sie dem Unternehmen gestundet hat, für die Beschäftigten in den deutschen Werken fällig stellen, falls keine Einigung erzielt werde.

Neumann kommt, die Lohnstundung bleibt

Auto



Die IG Metall und Opel hatten sich im Herbst auf einen Fahrplan für ihre Verhandlungen verständigt. Daraufhin war die von der Belegschaft bis dahin gestundete Lohnerhöhung von 4,3 Prozent rückwirkend für Mai bis Oktober mit dem Novembergehalt ausgezahlt worden. Danach wurde die Erhöhung aber wieder auf unbestimmte Zeit gestundet. Am Donnerstag will der Aufsichtsrat den Ex-VW-Manager und früheren Conti-Chef Karl-Thomas Neumann zum neuen Opel-Vorstandschef berufen.

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