Staubsauger-Spezialist Dyson will Elektroauto bauen

Autobauer bekommen überraschende Konkurrenz: Auch der Staubsauger-Spezialist Dyson will ein Elektroauto verkaufen. Es ist ein Zeichen der Zeit – mit E-Fahrzeugen sinken die Hürden für neue Wettbewerber drastisch.

Der britische Designer und Ingenieur James Dyson stellt am Donnerstag (25.03.2010) in Hamburg einen Ventilator vor, der ohne Flügel auskommt. Auf den Staubsauger ohne Beutel folgt der Ventilator ohne Flügel. Dysons kreisrunder Stehventilator nutze eine Technologie, die den Luftstrom um das fünfzehnfache verstärke. Die Luft werde durch einen Schlitz beschleunigt. Der dabei entstehende Luftstrom führe über eine Schräge, die wie eine Flugzeug-Tragfläche geformt sei und die Richtung des Stroms bestimme .Foto: Maurizio Gambarini dpa/lno (zu lno 0465 vom 25.03.2010) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die vor allem für Staubsauger bekannte britische Firma Dyson arbeitet an einem Elektroauto und will es 2020 auf den Markt bringen. Das Fahrzeug werde „radikal anders“ als heutige Modelle sein, sagte Firmengründer James Dyson der Zeitung „Guardian“ ohne nähere Details. Ein Prototyp sei zwar noch nicht gebaut worden, aber ein Elektromotor dafür sei bereits fertig. Außerdem arbeite Dyson an zwei Arten von Batterien, die effizienter als die in bisherigen Elektroautos seien.

„Dyson hat damit begonnen, an einem batteriebetriebenen Elektrofahrzeug zu arbeiten, das 2020 auf den Markt kommen soll“, hieß es in einer Mitteilung von James Dyson. Weitere Details seien wegen des starken Wettbewerbs in der Branche noch geheim. Dyson baute bisher auch Ventilatoren und Haartrockner. Für das Projekt will Dyson 2 Milliarden Pfund (rund 2,3 Milliarden Euro) investieren.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Anzeichen für ein E-Auto-Projekt von Dyson verdichtet. Zunächst hatte sich das in Malmesbury ansässige Unternehmen die Dienste des Tesla-Kommunikationsexperten Ricardo Reyes gesichert – allerdings kann ein PR-Manager auch einfach das Thema wechseln. Neue Nahrung erhielten die Gerüchte allerdings, als Ian Minards von Aston Martin zu Dyson wechselte – bei dem Sportwagenbauer war Minards Chef der Produktentwicklung. Erst Ende August war bekannt geworden, dass auch Einkaufschef David Wyer nach 22 Jahren bei Aston Martin zu Dyson in derselben Funktion geht.

Verbrenner, Elektro, Brennstoffzelle: Antriebstechniken im Vergleich

Mehr als 400 Mitarbeiter sind der Mitteilung zufolge bereits mit der Aufgabe beschäftigt und das Unternehmen heuere „aggressiv“ weitere Arbeitskräfte an. Dyson hatte zuvor bereits erklärt, man arbeite an neuen effizienteren Feststoff-Batterien und habe kein Interesse, sie an andere Firmen zu verkaufen.

Die Ankündigung unterstreicht die neue Konkurrenzsituation in der Autoindustrie: Die Elektrofahrzeuge sind technisch einfacher zu bauen und das senkt die traditionell hohe Hürde für den Einstieg auch branchenfremder Wettbewerber. Der kalifornische Hersteller Tesla demonstrierte in den vergangenen Jahren, wie aus dem Stand eine populäre Marke aufgebaut werden kann, mehrere chinesische Firmen stellten Prototypen vor. Zugleich investieren etablierte Autobauer Milliarden in die Entwicklung eigener Elektromodelle.

Der 70-jährige Dyson sagte dem „Guardian“, das Fahrzeug werde mit großer Wahrscheinlichkeit in Asien gebaut, auch wenn Großbritannien mit im Rennen sei. „Wir werden das Auto dort produzieren, wo wir die Batterien herstellen.“ Dyson sehe einen sehr großen Markt für das Auto in Fernost. Das Fahrzeug werde nicht günstig sein, stellte Dyson klar – ohne eine Größenordnung für den Preis zu nennen.

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