Stellenabbau Dieses Mal sollen bei Opel vor allem Entwickler und Mitarbeiter der Verwaltung gehen

Entlassungen bei Opel treffen Entwickler und Verwaltung. Quelle: PR

Opel will weitere 1000 Stellen abbauen. Freiwillig. Vor allem Mitarbeiter in Entwicklungszentrum und Verwaltung sollen gehen. Außerdem startet im Oktober eine gemeinsame Stellantis-Vertriebsorganisation.

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Der Autobauer Opel will seine bestehenden Freiwilligenprogramme zum Abbau von Mitarbeitern für 1000 weitere Beschäftigte öffnen – und setzt dabei vor allem auf den Abbau von Mitarbeitern im Entwicklungszentrum ITEZ sowie in der Verwaltung. Das erfuhr die WirtschaftsWoche von Insidern. Opel wollte sich zu den betroffenen Bereichen nicht äußern. Ende 2021 arbeiteten in der Entwicklung sowie den Zentralbereichen der Verwaltung noch 7000 Menschen. Die verbliebene Belegschaft erhält dann einen Kündigungsschutz bis Mitte 2027.

Schon 2017 schrieb die WirtschaftsWoche, dass laut Insidern diskutiert werde, dass zwischen 2000 und 4000 der damals 7700 Stellen wegfallen könnten. Opel aber sprach im Zusammenhang mit den Zahlen da noch von „unverantwortlichen Spekulationen“.

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Es kam anders. Schon 2019 hatte der Ingenieurdienstleister Segula Technologies eine vierstellige Zahl der Mitarbeiter übernommen, auch in späteren Jahren folgten immer wieder Kürzungen bei den Mitarbeitern der Entwicklung. Nun wird einmal mehr deutlich, was Insider schon seit langer Zeit fürchten: Das Entwicklungszentrum soll weiter schrumpfen.

„Ich sehe Opel beim Sterben zu“

Das ITEZ bleibe „das Herz“, hatte Opel immer wieder betont. Die Ingenieure seien schließlich „für weltweite Aufgaben“ im Konzern verantwortlich. Doch Experten wie Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research betonen schon lange, dass die Opel-Mutter Stellantis zu viele Entwickler habe. Aktuell sind die Rüsselsheimer Entwickler für Themen wie die Brennstoffzelle verantwortlich. Allein: Die Top-Themen sind das nicht unbedingt. Zumal Konzernchef Carlos Tavares besonders in der Entwicklung gerne auch auf Fremdfirmen setzt, um Kosten zu sparen. „Ich sehe Opel beim Sterben zu“, meint daher ein Insider. 

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Intern meldete die Opel-Mutter Stellantis jetzt zudem Vollzug für den bereits seit längerer Zeit geplanten Zusammenschluss zu einer gemeinsamen Stellantis-Vertriebsorganisation in Deutschland. Dabei werden die Groupe PSA Deutschland GmbH und die FCA Germany GmbH zusammengelegt. Man habe sich auf den 1. Oktober verständigt, bestätigte das Unternehmen Stellantis der WirtschaftsWoche auf Anfrage. Mit der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft in Deutschland wolle man sich noch stärker und schlagkräftiger aufstellen, so Stellantis. 

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