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Streit zwischen VW und Suzuki Volkswagen verkauft Anteile am japanischen Konzern

VW und Suzuki haben sich nach einem fast vier Jahre andauernden Rechtsstreit vor einem Schiedsgericht geeinigt: Volkswagen will seine Anteile nun verkaufen. Damit endet die Zusammenarbeit der Autobauer.

Ein Auto mit dem Volkswagen-Logo und ein Fahrzeug mit dem Logo des japanischen Autobauers Suzuki stehen sich gegenüber. Quelle: dpa

Der jahrelange Rechtsstreit der Autobauer VW und Suzuki vor dem Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer in London ist beendet. Nach VW-Angaben vom Sonntag bescheinigt das Gericht dem deutschen Konzern vertragstreues Verhalten und räumt ihm Schadenersatzansprüche ein. Das Gericht erklärte die Zusammenarbeit für beendet.

Beide Partner hatten 2009 eine Allianz vereinbart, bei der Volkswagen 19,9 Prozent Suzuki erwarb, die Japaner im Gegenzug 1,5 Prozent der VW-Aktien. 2011 stieg Suzuki einseitig aus der Kooperation aus und wollte seine Anteile zurück. In diesem Streitpunkt mit den Wolfsburgern bekamen die Japaner recht.

Die wichtigsten Antworten zum Rechtsstreit zwischen VW und Suzuki

VW erklärte am Sonntag, die Anteile nun verkaufen zu wollen. Damit endet der Scheidungskrieg der Autobauer nach nahezu vier Jahren. VW kündigte an, der Verkauf der Suzuki-Beteiligung werde sich positiv auf Ergebnis und Liquidität des Wolfsburger Konzerns auswirken. Suzuki gab seinerseits bekannt, den Anteil ohne eine Drittpartei zum Marktpreis zurückkaufen zu wollen.

Das Gericht befand, dass die Kündigung der Zusammenarbeit durch Suzuki rechtmäßig war und VW die Aktien abzugeben habe. "Diese Entscheidung basiert auf dem Grundsatz, dass Verträge grundsätzlich kündbar sein müssen", heißt es in einer Erklärung von Volkswagen. Zudem gab VW bekannt, sich Schadenersatzforderungen gegen Suzuki vorzubehalten.

Der Schiedsspruch der Internationalen Handelskammer ist für beide Seiten rechtlich bindend. Er kann vor einem staatlichen Gericht für vollstreckbar erklärt werden.

Ursprünglich hatten sich die Autobauer zusammengeschlossen, um gemeinsam Kleinwagen zu entwickeln. VW erhoffte sich so damals Zugang zum wichtigen indischen Markt, auf dem Suzuki mit seiner Beteiligung Maruti zu den Marktführern gehört. Weil die Partnerschaft in die Brüche ging, musste VW selbst ein besonders günstiges Auto entwickeln. Der Wagen soll in drei Jahren in China auf den Markt kommen.

Suzuki hatte sich seinerseits Zugang zu alternativen Antrieben von VW erhofft. Doch schnell flogen zwischen den Unternehmen die Fetzen, weil sich Suzuki von den Wolfsburgern dominiert fühlte. Der damals noch mächtige Patriarch Ferdinand Piech hatte den japanischen Kleinwagenspezialisten schon als nächste Marke in seinem Konzern betrachtet. Piech zog im April 2015 im Machtkampf mit Konzernchef Martin Winterkorn den Kürzeren.

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