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SUV-Modell angekündigt Der Rolls-Royce für "Everywhere" kommt

Rolls-Royce baut ein SUV-Modell. Bis das noch namenslose Auto auf den Markt kommt, wird es aber noch einige Jahre dauern.

Die bekannte Kühlerfigur

Rolls-Royce plant den Vorstoß ins Luxus-SUV-Segment. Nach langem Überlegen hat die britische Nobelmarke die Entscheidung für den Bau eines Geländewagens getroffen, wie Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös in einem offenen Brief bekanntgab. Auf Wunsch vieler Kunden werde ein völlig neues Modell entwickelt, mit hohem Aufbau, Aluminium-Architektur und geeignet für jedes Terrain.

Bis das neue SUV auf den Markt kommt, wird es aber noch einige Jahre dauern. Ein konkretes Datum nannte Müller-Ötvös nicht. "Wir werden uns die Zeit nehmen, um dieses neue Konzept zu entwickeln", sagte der Rolls-Royce-Chef. Die Ansprüche an das noch namenslose Gelände-Modell sind hoch. Es muss den Luxus einer Rolls-Royce-Limousine bieten, jedes Gelände durchqueren können, aber auch auf der Straße ein komfortables Fahrverhalten liefern.

Lamborghini baut SUV in Italien
Die VW -Sportwagentochter Lamborghini will den Markt für Geländewagen aufmischen. Vorstandschef Stephan Winkelmann kündigte am Mittwoch im Beisein von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi in Rom den Bau eines Luxus-SUV an, der 2018 zu den Händlern rollen soll. Luxuriöse Geländewagen sind derzeit vor allem in den USA und Asien stark gefragt. Erstmals wurde der Geländewagen von Lamborghini vor drei Jahren als Studie mit dem Namen Urus auf der Automesse in China einem größeren Publikum vorgestellt (im Bild). Zuletzt war spekuliert worden, er könnte bereits 2017 auf den Markt kommen. In der Branche wird vermutet, dass sich der Lamborghini-SUV die Plattform mit dem Audi Q7, dem VW Touareg und dem Porsche Cayenne teilen soll, von denen VW im vergangenen Jahr fast 200.000 Stück verkauft hat. Quelle: REUTERS
Lamborghini rechnet mit einem jährlichen Verkauf von rund 3.000 Exemplaren seines Luxus-SUVs. Dadurch würde sich der Absatz von zuletzt 2.530 Fahrzeugen mehr als verdoppeln. Bislang baut Lamborghini zwei Sportwagentypen – den Huracan als Nachfolger des Gallardo und den Aventador. In die Erweiterung seines Werks in Sant'Agata Bolognese und die Entwicklung des Geländewagens steckt Lamborghini nach eigenen Angaben einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Dadurch sollen bis zu 500 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Insgesamt beschäftigt die Marke mit dem Kampfstier im Logo rund 1.100 Mitarbeiter, die meisten davon in seinem Stammwerk in Norditalien. Im Gegenzug für die Investition soll Lamborghini bis zu 90 Millionen Euro an Steuervergünstigungen und anderen Subventionen erhalten. Quelle: dpa
Das Lambo-SUV könnte laut den Experten von IHS Automotive aber nur zum Teil in Italien gefertigt werden. Im slowakischen Werk in Bratislava konzentriert der VW-Konzern die Fertigung der großen Luxus-SUVs, wie etwa dem Porsche Cayenne, Audi Q7 oder Bentley Bentayga. Beim Lamborghini könnte es ähnlich laufen wie bei Cayenne und Bentayga: In Bratislava wird die Karosserie gefertigt, zur Endmontage werden die Autos dann in das jeweilige Werk der Marke gebracht. Bei Bentley könnte der Bentayga bereits bald Zuwachs erhalten. Im Interview mit dem britischen Fachmagazin "Autocar" sagte Rolf Frech, Entwicklungschef der Nobelmarke, dass die Entwicklung eines weiteren SUV-Modells durchaus im Bereich des Möglichen liege.  "Autocar"  spekuliert, dass sich die Bentley-Designer dabei am BMW X6 orientieren könnten. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, betonte Frech. Quelle: AP
Bentley-Chef Wolfgang Dürheimer will von dem SUV rund 3.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen – zum fürstlichen Preis von mindestens 200.000 Euro. Extrawünsche bei Lack, Leder oder sonstiger Ausstattung treiben den Preis weiter nach oben. Quelle: dapd
Bislang hat Bentley nur diese schemenhafte Aufnahme des SUV-Modells veröffentlicht, das „Bentayga“ heißen wird. Das gaben die Briten im Januar auf der Automesse in Detroit bekannt. Ebenso das Datum für den Marktstart: Die Serienversion wird erstmals auf der IAA im Herbst diesen Jahres gezeigt, 2016 soll der Bentayga dann bei den Bentley-Händlern stehen. Quelle: Bentley Motors Limited
Einen Ausblick auf die SUV-Vorstellungen der Briten gab die Studie EXP 9F, den Bentley 2012 auf den Automessen in Genf und Peking zeigte. Das kantige und etwas unproportioniert wirkende Design polarisierte – und das vollkommen bewusst: Bentley wollte provozieren und so die Medien und potenzielle Kunden dazu antreiben, ihre eigenen Vorstellungen von einem Bentley-SUV kundzutun. Quelle: REUTERS
Im vergangenen September kam vom Vorstand die Produktionsfreigabe – allerdings mit einem entschärften Design. Die Front wird sich – wie auf dem sandigen Foto zu erkennen – am typischen Vier-Augen-Gesicht der Marke orientieren. Die gesamte Linienführung wird wohl deutlich filigraner ausfallen. Für den standesgemäßen Vortrieb soll der aus dem VW-Konzern bekannte W12-Motor sorgen, der in dem SUV bis zu 610 PS leisten könnte. Quelle: Bentley Motors Limited

Auffällig an der Mitteilung ist, dass die BMW-Luxustochter die Bezeichnung "SUV" konsequent vermeidet. Stattdessen ist von einem "Everywhere Vehicle" die Rede und in Anspielung auf den Rolls-Royce-Anspruch des "Effortless Driving" promoted das Unternehmen den Hashtag #EffortlessEverywhere.

Dem Autobauer aus Goodwood wurden bereits länger nachgesagt, ein SUV-Modell zu entwickeln. Noch im Januar hatte Müller-Ötvös im Interview mit WirtschaftsWoche Online gesagt, die Entscheidung für oder gegen ein SUV-Modell falle noch in diesem Jahr. Rolls-Royce konzentriert sich auf superreiche Kunden und bietet nur Autos oberhalb von 200.000 Euro an. Vergangenes Jahr hatte der Luxus-Autobauer erstmals die Marke von 4.000 verkauften Nobelkarossen pro Jahr geknackt.

Wenn der Offroad-Rolls-Royce auf den Markt kommt, wird er nicht das einzige SUV-Modell in der obersten Preisliga sein. Die VW-Tochter Bentley bringt 2016 den Bentayga auf den Markt. Lamborghini wartet noch auf die Freigabe aus Wolfsburg, will aber 2017 oder 2018 einen SUV vorstellen. Aston Martin tüftelt laut Berichten ebenfalls an einem Offroader.

Mit dem Rolls-Royce-Modell erreicht der SUV-Boom endgültig das automobile Oberhaus. Bei den Volumenherstellern ist der Trend nach wie vor ungebrochen: 2014 wurden in Deutschland 530.000 SUVs oder Geländewagen verkauft. Das entspricht einem Marktanteil von 16 Prozent – noch vor Kleinwagen (15,1 Prozent) und Mittelklasse-Wagen (12,5 Prozent).

Neuzulassungen in Deutschland 2014

Die Käufer schätzen die erhöhte Sitzposition, das Gefühl der Sicherheit, den vielen Platz und das sportliche Image der Fahrzeuge. Die Hersteller geben trotz der strengen CO2-Vorgaben (ein SUV ist meist schwerer als ein vergleichbarer Kombi und verbraucht deshalb mehr) diesen Kundenwünschen gerne nach, da die Geländelimousienen höhere Renditen versprechen. Was Rolls-Royce pro Fahrzeug verdient ist nicht bekannt. Klar ist aber: Weniger wird es bei dem SUV sicher nicht.

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