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Suzuki Mit Modelloffensive aus den roten Zahlen

Exklusiv

Die von Suzuki angekündigte Modelloffensive gefährdet die Kooperation des japanischen Auto- und Motorradkonzerns mit Opel und Fiat. Der Europachef will damit endlich aus den roten Zahlen kommen.

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Stars und Neuheiten auf dem Genfer Autosalon
Concept Giugiaro Parcour XGT-CoupeEin SUV-Coupé im Sportwagen-Design? Der Parcour der Design-Manufaktur Italdesign Giugiaro sorgt auf den ersten Blick für Verwirrung. Tatsächlich handelt es sich um eine wilde, aber durchaus gelungene Mischung aus Crossover, SUV, Coupé, Cabrio und Mittelmotor-Sporwagen. In dem knallroten Flitzer steckt ein V10-Motor aus dem Lamborghini Gallardo mit 550 PS damit schafft er die 100 km/h binnen 3,6 Sekunden. Spitzengeschwindigkeit: 320 km/h. Quelle: dpa
VW XL1 Volkswagen zeigt das Vorserienmodell des VW XL1, das mit einem Durchschnittsverbrauch von 0,9 Litern Diesel sparsamste Hybridauto der Welt. Eine dank Kohlefaser ultraleichte (795 Kilogramm) und zudem aerodynamisch optimierte Karosserie (Cw 0,189) machen es möglich. Zudem kann der 65 PS starke und bis 160 km/h schnelle Tropfenwagen dank Elektroantrieb zumindest Teilstrecken völlig emissionsfrei dahinrollen. Die erste Serie des futuristisch gestylten Zweisitzers soll nur 250 Fahrzeuge zählen. Dabei wird es aber sicher nicht bleiben. "Eine Million Autos, vielleicht sogar zwei Millionen" des XL1 ließen sich sicher absetzen, scherzte Ferdinand Piech im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Wahrscheinlich werden es aber eher 1000. Quelle: dpa
Ford EcoSport Als komplett neu konzipiertes SUV-Modell bezeichnet Ford seinen EcoSport. Der soll Agilität, Kosten- und Verbrauchsvorteile eines Kleinwagens mit Flexibilität und Geräumigkeit eines SUV vereinen. Ford bietet den EcoSport in Europa mit dem preisgekrönten EcoBoost-Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum an. Zudem stehen unter anderem ein 1,5-Liter-Benziner und ein 1,5-Liter-Dieselmotor zur Wahl. Gemeinsam mit neuer Kuga-Generation und dem später erscheinenden Modell Edge erweitert der neue EcoSport ab 2013 die europäische SUV-Palette von Ford. Quelle: obs
Seat Leon SCBodenständiger geht es bei der VW-Tochter Seat zu. Den Leon bieten die Spanier nun erstmals als Dreitürer an. Der Radstand wurde um 35 Millimeter verkürzt, das soll den Leon sportlicher zu fahren machen. Die Motoren sind identisch mit dem fünftürigen Modell und reichen von 86 bis 184 PS. Quelle: dpa
Subaru Concept Car Viziv"Vision for Innovation" - kurz Viziv heißt die Studie der Japaner, die vom neuen "Subaru Boxer-Diesel-Hybrid" angetrieben wird. Dahinter verbirgt sich ein Zweiliter-Turbodiesel in Boxerbauweise sowie drei Elektromotoren. Das Concept Car zeigt auch wohin Subaru in puncto Design bei seinen nächsten Modellen möchte. Nettes Gadget: das Assistenzprogramm EyeSight. Stereokameras sollen dem Fahrer helfen im Verkehr den Überblick zu behalten. Quelle: AP/dpa
Ford Tourneo CourierNeben den Sportwagen und Hightech-Concept-Cars kommt die Familienkutsche von Ford ziemlich alltäglich, aber umso praktischer daher. Der Tourneo Courier rundet als Kleinwagen-Variante die aus insgesamt vier Modellen bestehende Tourneo-Familie von Ford ab, die neben den Van-Modellen der "MAX"-Familie ihren Schwerpunkt vor allem auf die flexible Beförderung von Personen und ihrem Gepäck legt. Quelle: obs
Lamborghini Veneno750 PS, 355 km/h, so teuer wie 200 VW Golf - der Veneno ist ein Wagen der Superlative. Von dem Zweisitzer wurden nach Firmenangaben nur drei Stück gefertigt, die allesamt außerhalb Italiens verkauft wurden. Der Flitzer kostet drei Millionen Euro, ohne Mehrwertsteuer und ist damit das teuerste Ausstellungsstück in Genf. Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Herr Suzuki, in Europa gingen die Neuzulassungen von Suzuki 2012 um fast 14 Prozent zurück, deutlich stärker als der Branchenschnitt. Wie hoch waren Ihre Verluste 2012?

Takanori Suzuki

Suzuki: Wollen Sie das wirklich wissen?

Aber klar doch.

Detaillierte Zahlen kann ich noch nicht nennen. Nur so viel: 2008 waren wir das letzte Mal profitabel. Seitdem haben wir keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben. Wenn sich das noch lange fortsetzt, stecke ich in ernsten Schwierigkeiten.

Und dann zieht sich Suzuki wie schon vom US-Markt auch aus Europa zurück?

Nein, nein. Das wird nicht passieren. In den USA hatten wir keine eigene Produktion und wegen der ungünstigen Dollar-Yen-Relation über zehn Jahre hinweg riesige Verluste eingefahren. In Europa haben wir eine eigene Autofabrik in Ungarn. Europa ist zudem aus strategischen Gründe für uns eine sehr wichtige Region. Wenn wir weiter als Autohersteller bestehen wollen, werden wir auch weiter in Europa präsent sein müssen. Es wäre einfacher, sich nur auf Asien zu konzentrieren. Aber dann wären wir bald nur noch ein drittklassiger Autohersteller.

In Europa kommt Suzuki nur noch auf einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Was läuft schief?

Was wollen Sie machen, wenn Märkte wie Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland, die für uns immer wichtig waren, einbrechen?

Auch in Deutschland haben Sie 2012 über 10 Prozent weniger Fahrzeuge zugelassen als im Jahr zuvor, obwohl dieser Markt vergleichsweise stabil war.

Zu dem Schluss kann man kommen, wenn man den Gesamtmarkt einschließlich der gewerblichen Zulassungen betrachtet. Die Fahrzeuge von Suzuki werden allerdings zu 95 Prozent von Privatkunden gekauft. Und das Privatkundengeschäft ist 2012 in allen Märkten deutlich geschrumpft, auch in Deutschland. Hinzu kommt, dass wir lange kein neues Modell mehr eingeführt haben – der Swift kam Ende 2010 auf den Markt. Erst in diesem Jahr können die Händler ein neues Fahrzeug erwarten – ein kompaktes Crossover mit Allradantrieb für die Stadt.

Fast drei Jahre ohne neue Modelle – wie konnte das passieren?

Da kamen einige Faktoren zusammen, nicht nur die ungünstige Währungsentwicklung. Eine große Rolle spielte auch die Beteiligung von Volkswagen an Suzuki und das Vorhaben, gemeinsam neue Fahrzeuge zu entwickeln. Das hat dazu geführt, dass Projekte auf Eis gelegt wurden und nach dem Scheitern der Allianz erst wiederbelebt werden mussten.

Und wann sehen wir die Ergebnisse dieser Wiederbelebung?

Sehr bald. In Vorbereitung sind fünf neue Autos. Unser zugegebenermaßen ehrgeiziges Ziel ist es, unseren Absatz in Europa bis 2016 wieder auf 300.000 Autos zu steigern. Ob wir das Ziel erreichen, wird davon abhängen, wie schnell sich Europa von der Euro-Krise erholt.

Das Werk in Ungarn

Gute Zeiten für Rabatt-Jäger
Nicht weniger als 121 aktuelle Aktionen mit Preisnachlässen und Sonderausstattungen gibt es in diesem Monat in Deutschland. In der Spitze können Autokäufer 30 Prozent sparen im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, wenn sie beim Honda Civic zuschlagen. Doch nicht nur die bekannten Importeure drehen an der Preissschraube, auch VW, BMW und Opel mischen kräftig mit. Wir zeigen zunächst die zehn Neuwagen-Modelle mit der höchsten prozentualen Ersparnis, gefolgt von einigen besonders auffälligen Preis- und Ausstattungs-Aktionen, die Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer untersucht und statistisch ausgewertet hat. Alle Angaben: Center Automotive Research (CAR) Quelle: Pressefoto
Platz 1: Modell: Honda Civic Kurzbeschreibung der Rabattaktion: 40 Jahre Honda Civic, Null Prozent, 48 Monate, Anzahlung 0,- Euro, Monatsrate 283,- Euro, Schlussrate 0,- Euro. Kundenvorteil: 5.082 Euro / 30 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 16.950 Euro Bei Honda bietet - neben dem Civic - der CRV „Advantage“ einen Preisvorteil von 7.000,- Euro (19 Prozent). Quelle: Pressefoto
Platz 2: Modell: Renault Twingo Kurzbeschreibung der Rabattaktion: Leasing 36 Monate, 10.000 km/Jahr, 0,- Euro Anzahlung, Monatsrate 89 Euro. Kundenvorteil: 2.923 Euro / 29,3 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 9.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 3: Modell: Chevrolet Aveo Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Chevrolet Aveo, eine sichere Wahl", 3,9%, 49 Monate, Null Anzahlung, Monatsrate 139 Euro, Schlussrate 3.792 Euro. Kundenvorteil: 3.179 Euro / 26,5 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 11.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 4: Modell: Seat Ibiza Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Null Anzahlung - Null Zinsen", Monatsrate 99,- Euro, Schlussrate 4.280,- Euro, inkl. Seat-Aktionsprämie 770,- Euro. Kundenvorteil: 2.913 Euro / 26,5 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 10.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 5: Modell: Chevrolet Spark Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Chevrolet Spark, eine sichere Wahl", 1,9%, Laufzeit 49 Monate, Anzahlung 0,- Euro, Monatsrate 99 Euro, Schlussrate 3.290,- Euro. Kundenvorteil: 2.417 Euro / 26,4 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 9.140 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 6: Modell: Opel Corsa Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Darauf fährt ganz Deutschland ab", Ausstattungspaket zum Sonderpreis mit CD-MP3-Radio, Klimanlage, elektr. Seitenspiegel, ZV mit Funkfernbedienung.. Kundenvorteil: 3.290 Euro / 24,8 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 9.990 Euro Quelle: Pressefoto

Wo werden die Autos gebaut?

Drei der fünf neuen Modelle, darunter der genannte Crossover, werden aus Ungarn kommen, die beiden anderen neuen Modelle aus Asien.

In Ungarn produzieren Sie in Kooperation mit Opel und Fiat. Bleibt es dabei?

Das weiß ich nicht, das wird in der Suzuki-Zentrale entschieden.

Wie ist denn das Werk in Ungarn ausgelastet?

Das Werk ist auf eine Kapazität von rund 220.000 Fahrzeugen ausgelegt. 2012 wurden dort ungefähr 155.000 Autos produziert. Wir haben die Produktion wegen der Absatzprobleme herunterfahren müssen. Aber mit den neuen Modellen hoffen wir bald wieder auf eine volle Auslastung zu kommen. Derzeit bedient das Werk in Esztergom allein die Märkte in Europa, vor allem die in Osteuropa. Die neuen Modelle sollen aber von Ungarn aus bis nach Australien, Afrika und sogar bis nach Südamerika exportiert werden. Ob dann noch Kapazitäten bleiben für die Produktion der Autos unserer Kooperationspartner, kann ich nicht sagen. Es könnte eng werden.

Suzuki kennt man in Europa als Hersteller von preiswerten Allradfahrzeugen wie den legendären Sumurai oder den Vitara...

Das waren in den 80er Jahren in der Tat sehr populäre Autos. Damals waren sie in ihrer Art konkurrenzlos. Für den Jimny gilt das heute noch.

Aber inzwischen haben auch andere Hersteller kompakte SUVs im Programm.

In der Tat sind kleine SUVs keine Nischenmodelle mehr. Aber das Preis-/Leistungsverhältnis des Jimny ist immer noch konkurrenzlos gut.

Kein Wunder, der neue Jimny besitzt nicht mehr eine Start-Stopp-Automatik zum Spritsparen.

Der Crossover wird es sicher haben und auch andere Modelle – sonst werden wir die CO2-Ziele nicht erreichen und Strafzahlungen leisten müssen. Wir arbeiten an einer neuen Generation spritsparender Motoren, aber auch an Hybridantrieben. Wir sind ein Spätkommer auf dem Gebiet, aber bis 2020 werden wir Lösungen haben müssen, um die von der EU-Kommission angepeilten Werte von durchschnittlich 95 Gramm zu erfüllen.

Wie viel CO2 stößt die Suzuki-Flotte derzeit pro Kilometer im Schnitt aus?

In Deutschland liegen wir derzeit bei 139 Gramm, europaweit aufgrund eines anderen Modellmix bei 131,5 Gramm.

Suzuki verkauft auch Motorräder und Schiffsmotoren. Wie schlagen sich diese Sparten?

Das Marine-Geschäft ist stabil, aber auch sehr klein. Das Motorradgeschäft ist eigentlich unser Kerngeschäft und spielt für Suzuki immer noch eine wichtige Rolle weltweit. In Asien haben wir gute Wachstumsraten. In Europa aber schrumpft das Geschäft seit Jahren weil Motorräder hier überwiegend Freizeitartikel sind, die von einem immer älter werdenden Kundenkreis gekauft werden. Wir haben uns deshalb entschlossen, im März unsere Motorradproduktion im spanischen Gijon zu beenden und das Werk zu schließen.

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