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Technik austricksen Warum es Autodiebe leicht haben

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Auf dem Sicherheitsniveau eines Gameboys

Das mag auch an den aufwändigen Tests liegen, denen Daimler seine neuen Modelle unterzieht. So hat der Konzern seine neue S-Klasse drei Monate lang einer Gruppe von sogenannten „White Hat Hackern“ als Angriffsziel bereitgestellt – also gesetzestreuen IT-Spezialisten, die im Auftrag von Unternehmen mit denselben Werkzeugen wie kriminelle „Black Hat Hacker“ Sicherheitslücken aufspüren.

„Die Zugriffsversuche waren vergeblich, das Fahrzeug konnte von den Hackern nicht kompromittiert werden“, bilanziert Daimler-Sprecher Benjamin Oberkersch den ungewöhnlichen Sicherheitscheck.

Diebstahl kaskoversicherter Pkw von 2003 bis 2013

Doch nicht bei allen Herstellern sind die Sicherheitsstandards so hoch. Die britischen Edel-SUVs von Land Rover stehen bei den Langfingern zwar hoch im Kurs, mit einer relativen Diebstahlhäufigkeit von 31 aus 10.000 Fahrzeugen lassen sich die Land Rover auch relativ leicht knacken.

Das Interesse der Diebe beschränkt sich aber auf zwei Modelle: Der Range Rover und der Range Rover Sport sind beide in den Top Ten der meistgeklauten Modelle. Wer etwa einen Land Rover Discovery oder Freelander fährt, ist auf der (relativ) sicheren Seite.

Technikschutz reicht nicht aus

Ähnlich stark wie das genaue Modell hat auch der Wohnort Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Auto unfreiwillig den Besitzer wechselt. Besonders sicher ist das Auto in den südlichen Bundesländern, hier werden jeweils nur zwei von 10.000 kaskoversicherten Autos gestohlen. In Berlin sind es hingegen 35, in Brandenburg 18 und in Hamburg 16.

Für Autobesitzer sind diese Zahlen auch deswegen interessant, weil die Diebstahlhäufigkeit sich oft direkt auf die Höhe der Versicherungsbeiträge der Kaskoversicherung auswirkt. So können bei der Versicherung für den besonders beliebten BMW X6 zwischen Berlin-Kreuzberg und Freiburg schnell 700 Euro liegen – bei einer Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Mit einem Vollkaskoschutz wird diese Differenz noch größer.

Was die neuen Cockpits können
Tesla Der Elektroautobauer Tesla hat schon bei seinen ersten Fahrzeugen großen Wert auf das Infotainment gelegt - also die gute Bedienbarkeit von Musik-Diensten, Navigationsgerät, Kommunikation und Serviceinformationen zum Fahrzeug. Nun ist dem Unternehmen in den USA ein neuer Coup gelungen. In Kooperation mit dem Mobilfunkanbieter AT&T sollen die Elektroautos mit einem Zugang zum Highspeed-Internet ausgestattet werden. Damit wäre nicht nur ruckelfreies Webradio und Surfen im Internet möglich. Auch Verkehrsinformationen für das Navigationssystem ließen sich in Echtzeit abrufen. Und bliebe der Wagen stehen, könnte eine Service-Hotline per Netz eine Ferndiagnose des Motors durchführen. Quelle: REUTERS
Kia UvoDas Infotainmentsystem von Kia lässt sich per Sprachsteuerung und Touch steuern. Die erste Variante des Systems entwickelten die Koreaner gemeinsam mit Microsoft. Die aktuelle Version setzt auch auf mobile Dienste und baut auf Googles Betriebssystem Android auf. Dadurch kann das System zum Beispiel auf die Karten und Informationen der Plattformen Google-Maps und Google-Places zugreifen. Steuern lässt es sich sich zusätzlich über Android- und Apple-Smartphones. Quelle: Presse
Audi TabletWie sehr die Welt der mobilen Rechner in die der Automobilbranche übergreift, zeigt ein neues Produkt aus dem Hause Audi. Erst kürzlich stellte der Autobauer auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas ein eigenes Tablet vor. Unter dem Titel "Audi Smart Display" soll das Gerät die Bedienung der Infotainment-Angebote im Auto erleichtern. Denn während Nutzer Tablets intuitiv bedienen können, tun sich viele mit den umfassenden Möglichkeiten von Infotainmentprogrammen im Auto noch schwer. Das Tablet hat einen 10 Zoll großen Display, der sich ganz einfach mit dem Infotainment in neuen Audi-Modellen verbinden lässt. Außerdem bietet es einen direkten Zugriff auf Googles Playstore und damit auf alle Android-Apps für Tablets. Quelle: Presse
Audi und GoogleGleichzeitig haben Google und Audi erst kürzlich auf der CES in Las Vegas bekannt gegeben, künftig miteinander kooperieren zu wollen. Damit sollen alle Audi-Bordsysteme auf dem Betriebssystem Google Android basieren. Auch in den neuen Modellen von General Motors, Honda und Hyundai wird künftig Android als Infotainmentplattform verbaut.   Quelle: AP
Infiniti InTouch Das neue Infotainment-System der Luxusmarke wurde auf der Elektronik-Messe CES vorgestellt. Das System macht es möglich das Smartphone mit dem Bordcomputer zu verbinden. Somit kann der Fahrer über das Programm auch im Fahrzeug direkt auf seine Kontakte, E-Mails und einige Apps zugreifen. Nachrichten liest einem das Programm auf Wunsch laut vor. Musik kann auch per Sprachsteuerung ausgewählt werden. Besonders praktisch: Auf der Infiniti-Plattform lassen sich sogar die Sitz- und Spiegeleinstellungen von bis zu vier Fahrern speichern. Quelle: REUTERS
Nokias KartendienstAuch Nokia versucht sich einen Platz im Auto zu sichern. Seit Jahren bieten die Finnen Kartendienste für den Verkehr an. Im Sommer hat der einstige Handy-Riese hunderte Millionen Euro in die Hand genommen, um die Dienste zu erweitern. Bisher ist die Plattform "Here" so ausgelegt, dass sie neben der Kartendienste auch eine Integration von Musik und Internetangeboten vorsieht, wie zum Beispiel der ortsbezogene Dienst Foursquare. Eingebunden ist außerdem eine "Auto-Cloud", über die der Fahrer aktuelle Informationen zu Spritpreisen oder freien Parkplätzen abrufen kann. Die Autobauer können für ihre Produkte selbst entscheiden, welche Serviceangebote von Nokia sie einbinden wollen. Quelle: dpa
BMW i3Das Infotainmentsystem des deutschen Elektroautos lässt sich sogar per Smartwatch Samsung Galaxy Gear steuern. Damit hat der Autofahrer Informationen wie den Kilometerstand, den Batteriestand oder den Parkstandort auf der Uhr gespeichert und so immer dabei. Auch ob Fenster geöffnet oder geschlossen sind, lässt sich mit einem Blick aufs Handgelenk überprüfen. Besonders praktisch: Per Spracherkennung lassen sich Klimaanlage und Heizung auch aus der Entfernung steuern. Somit ist der Wagen im Winter schon vorgeheizt und die gefrorene Scheibe getaut, noch ehe der Fahrer das Auto überhaupt aufgeschlossen hat. Quelle: dpa

Für IT-Experten ist klar, dass der aktuelle Technik-Schutz im Auto nicht ausreicht. Laut dem Sicherheitsexperten Karsten Nohl, der mit seiner Firma Security Research Labs einige große Autobauer berät, basiert die Kommunikationstechnik zwischen Funkschlüssel und Fahrzeug auf 20 Jahre alten Sicherheitsstandards. „Diebe müssen die Kryptografie gar nicht entschlüsseln, weil die Software-Architektur selbst drastisch schlecht ist“, sagt der Sicherheitsexperte. „Die meisten aktuellen Steuergeräte haben das Sicherheitsniveau eines Gameboys.“

„Das Problem liegt bei den Funkschlüsseln“

Besonders gefährdet sind Autos mit sogenannten „Keyless Entry“-Systemen. Das Praktische für den Autofahrer: Er muss den Schlüssel nie aus der Tasche holen. Das Auto erkennt, wenn der Schlüssel nahe beim Fahrzeug ist und öffnet bei einem Zug am Türgriff die Verriegelung. Doch was sich für den Fahrer komfortabel anhört, macht es Dieben umso leichter.

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