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Tesla Fahrer können Wagen nicht mehr kostenlos aufladen

Bisher konnten Tesla-Fahrer ihre Wagen kostenlos an den Ladestationen des Unternehmens betanken. In Zukunft soll das nur noch für Autos gelten, die vor dem 1. Januar 2017 gekauft wurden.

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So will Tesla den Massenmarkt elektrisieren
Tesla-CEO Elon Musk stellt das Model 3 vor Quelle: AP
Das Model 3 feierte seine Premiere im Tesla Motors Design Studio im kalifornischen Hawthorne. Quelle: AP
Tesla Model 3 Quelle: PR
Tesla Model 3 Quelle: PR
Einige Kunden warteten schon einen Tag vor der Präsentation vor den firmeneigenen Shops: Quelle: dpa
Tesla Model 3 Quelle: PR
Elon Musk im Jahr 2010 anlässlich des Tesla-Börsengangs an die Nasdaq Quelle: AP

Wer sich ein neues Elektroauto der Marke Tesla kauft, muss in Zukunft für die Betankung zahlen. Für alle Bestellungen ab 2017 werde es nur noch so viel Tank-Guthaben geben, dass es für eine Strecke von 1600 Kilometern reiche, teilte Tesla am Montag mit. Sobald dieses Guthaben ausgeschöpft sei, müsse an Teslas eigenen Elektro-Tankstellen in aller Welt bezahlt werden. Alle vor dem 1. Januar 2017 gekauften Wagen können dort aber nach wie vor gratis aufgeladen werden.

Wie hoch die Kosten genau sein werden, teilte Tesla nicht mit. Es sei aber auf jeden Fall billiger als ein vergleichbares Benzinauto zu betanken, hieß es. Details sollen noch vor Jahresende bekanntgegeben werden.

Tesla hat weltweit 734 eigene Elektro-Tankstellen eingerichtet, die die Wagen schneller aufladen als öffentliche Ladestationen. Innerhalb einer halben Stunde hat ein Elektroauto dort genug Saft, um 270 Kilometer weit zu fahren. An normalen 30-Ampere-Ladestationen erreicht man in der gleichen Zeit nur eine Reichweite von 16 Kilometern.

Das ist der neue Tesla-Masterplan

Vor Kurzem hatte Tesla zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren schwarze Zahlen vermeldet. Der US-Elektroauto-Pionier verwies Ende Oktober auf Rekordauslieferungen sowie den Verkauf von Emissionspunkten an andere Hersteller, die zum Gewinn von 22 Millionen Dollar im dritten Quartal beigetragen hätten. Der Umsatz habe sich auf 2,3 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.

Die Einführung des Massenmarkt-Fahrzeuges Model 3 ist weiter auf Kurs für die zweite Hälfte 2017 und wird Tesla-Chef Elon Musk zufolge wohl doch kein neues Kapitel erfordern. Im laufenden Quartal sei ebenfalls ein Gewinn denkbar, kündigte er an.

Telsa hatte bereits Anfang des Monats erklärt, im Sommer sei die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge um 70 Prozent gestiegen. Die Amerikaner halten hier weiter am Ziel von 50.000 Fahrzeugen in der zweiten Jahreshälfte fest. Zum Gewinn trugen fast 139 Millionen Dollar aus dem Verkauf sogenannter "zero emission vehicle credits" bei. Der Erwerb entsprechender Emissionspunkte erlaubt es Autobauern in Kalifornien, sich von der Pflicht zur Herstellung von Elektrofahrzeugen freikaufen. Da Tesla ausschließlich E-Autos fertigt, kann es seine Punkte verkaufen. Das Unternehmen habe nun etwa so viele dieser ZEV Credits verkauft wie im ganzen Jahr 2014, sagte der Analyst Jeffrey Osborne von Cowen. "Das ist ein Geschäft mit fast 100 Prozent Gewinn."

Tesla baut weiter an seiner Batteriefabrik
Tesla Gigafactory Quelle: Tesla
Tesla Gigafactory Quelle: Tesla
Tesla Gigafactory Quelle: Tesla
Im Juli 2016 hatte Tesla zur offiziellen Eröffnung erstmals Presse-Fotografen auf das Gelände gelassen. Die bezeichnend "Gigafactory" genannte Anlage gehört sogar zu den größten Produktionsstätten überhaupt. Hier sollen Akkus für Elektroautos und Heimspeicher vom Band laufen – mehr als alle Hersteller der Welt heute zusammen produzieren. (Stand: Juli 2016) Quelle: AP
Im Juli waren erst 14 Prozent der Anlage in Betrieb. Dennoch hatte Tesla-Gründer Elon Musk Ende Juli zur Eröffnungsfeier geladen – einige Tage vorher durften sich bereits Journalisten und Fotografen auf dem Fabrikgelände umsehen. Voll in Betrieb soll die Anlage erst 2018 sein. Bis dahin wird an allen Ecken und Enden gebaut. Quelle: REUTERS
Auch wenn es noch nicht so aussieht: Diese Halle ist einer der Grundpfeiler der Strategie von Elon Musk, mit der er Tesla von einem Nischen- zu einem Massenhersteller machen und ganz nebenbei dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen will. Quelle: REUTERS
Die eigenen Batterien sind unerlässlich, wenn Tesla mit dem Model 3 (im Bild ein ausgestellter Prototyp) ab dem kommenden Jahr die Massen mobilisieren soll. Zum einen, weil momentan gar nicht genügen Akkus für die angepeilten Stückzahlen des Model 3 zugekauft werden könnten. Zum anderen, weil sie schlichtweg zu teuer wären. Der angekündigte Preis von 35.000 Dollar für den Wagen wäre nicht zu halten. Quelle: REUTERS

Tesla hat schwierige Monate hinter sich. Im Mai kam ein Tesla-Fahrer bei einem Unfall ums Leben, nachdem er den Autopiloten eingeschaltet hatte. Anfang August gab Musk dann den umstrittenen Kauf von SolarCity für 2,6 Milliarden Dollar bekannt. Tesla legte das 13. Quartalsminus in Folge vor. Zudem kündigten die Kalifornier an, unter anderem für die Entwicklung des Model 3 neues Kapitel einsammeln zu wollen.

Das für die Massenfertigung angelegte Modell werde wohl doch "keinerlei zusätzliches Kapital" benötigen, erklärte Musk nun. Der Gewinn im Quartal könnte auch Kritiker besänftigen, die von seinen Plänen weniger überzeugt sind: Binnen drei Jahren die Produktion von Elektroautos zu verzehnfachen sowie dem Kunden ein umweltschonendes System anzubieten, das mit Solarzellen auf dem Dach beginnt und mit dem Elektroauto in der Garage endet.

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