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Tesla-Vize Jerome Guillen "Wir machen unser eigenes Ding"

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„Wir können nicht so schnell wachsen, wie wir wollen“

Musk hat mit Tesla ambitionierte Wachstumspläne. In einigen Ländern wie etwa China konnten Sie diese Pläne aber nicht halten. Wie wollen Sie dort aufholen?
Wir wollen in fast jedem Land präsent sein, deshalb haben wir sehr stark expandiert. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel die Märkte mit Rechtsverkehr wie Japan, Australien, Hongkong und das Vereinigte Königreich erschlossen. Wir können nicht so schnell wachsen, wie wir wollen – sondern nur so schnell, wie wir Autos bauen können. Im Moment liegt unser Fokus darauf, die Nachfrage zu bedienen.

Das beantwortet die Frage nicht.
Bei der Präsentation der Jahreszahlen Mitte Februar hat Elon Musk gesagt, er wünsche sich in China erfolgreicher zu sein - aber wir müssen es nicht sein. Denn es gibt genügend andere Länder, in denen wir mehr Autos verkaufen können. Wenn wir weiter so stark wachsen, müssen wir auch in China gut verkaufen – ohne Frage. Momentan brauchen wir China aber noch nicht, um unsere globalen Pläne zu halten. Es ist ein schwieriger Markt, nicht nur wegen der ganzen Vorgaben der Regierung.

Elektroauto-Absatz 2014 in Deutschland

Denken Sie auch über eine Produktion in China nach?
Langfristig ja. Wenn es ausreichend Nachfrage vor Ort gibt, macht es keinen Sinn alle Autos in Kalifornien zu produzieren und nach China zu verschiffen. Aktuell ist es aber noch nicht notwendig.

Können Sie von den neuen Regulierungen in China profitieren, wonach Elektroautos bei der Zulassung bevorzugt und auch sonst staatlich gefördert werden?
In einigen Städten wie zum Beispiel Shanghai profitieren wir bereits heute davon. In anderen Regionen ist das noch nicht der Fall, genauso wenig auf einer nationalen Ebene. Wir arbeiten auf allen Ebenen mit den Behörden zusammen, damit sie Tesla als einen ausländischen Hersteller von reinen Elektroautos anerkennen. Und damit wir dieselben Förderungen erhalten können wie einige chinesische Hersteller.

Vor Kurzem war zu lesen, dass Tesla künftig auch Batterien für Gebäude produziert. Was kommt als nächstes?
Wir haben das „Home Storage“, wie wir es nennen, noch nicht einmal offiziell angekündigt. Das wird erst in ein paar Wochen sein, die genauen Details kenne ich selbst noch nicht. Es ergibt aber Sinn, dass wir uns mit unserer Batterieproduktion auch nach anderen Bereichen umsehen, die davon profitieren können. Einige unserer Kunden wollen komplett unabhängig sein. Sie haben Solarzellen auf dem Dach, um den Strom für ihr Haus und ihre Elektroautos zu produzieren. Sie hätten aber gerne die Möglichkeit, ihre eigene Energie zu speichern anstatt sie ins Netz einzuspeisen, um ihr Haus und Auto mit Strom zu versorgen. Viel sauberer wird es nicht.

Batterien sind momentan aber noch sehr teuer.
Es ist natürlich eine Frage des Preises. Einige Leute, die komplett unabhängig vom Öl sein wollen, sind bereit diesen Preis zu zahlen. Dennoch entwickeln wir die Gigafactory, mit der wir die Preise für unsere Batterien senken wollen.

Bosch geht davon aus, dass sich die Batteriepreise bis 2020 halbieren werden. Schaffen Sie das mit Ihren Akkus auch?
Mit der Gigafactory wollen wir in weniger als fünf Jahren die Preise um 30 Prozent reduzieren. Bis 2020 sollten solche Zahlen aber möglich sein, ja. Bosch kommt aber von einem deutlich höheren Level als wir, für sie sollte das also deutlich einfacher sein.

Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland 2009-2015

Im Moment gibt es vor allem in denjenigen Ländern eine große Nachfrage nach E-Autos, wo diese stark von der Regierung subventioniert werden – wie etwa in Norwegen. Machen Sie sich Gedanken darüber, was passiert, wenn diese Förderung eines Tages wegbricht?
Ich kann nicht sagen, ob die norwegische Regierung so etwas vorhat. Im Moment sehen wir, dass die Norweger alternative Antriebe sehr schätzen - die von Tesla, aber auch von anderen Marken. Die Regierung bietet dafür viele Anreize.

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