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Texas statt Kalifornien Texas-Gouverneur buhlt bei Elon Musk um Tesla

Tesla: Texas-Gouverneur buhlt um Elon Musks E-Autobauer Quelle: AP

Elon Musk ging zum Wochenauftakt auf Konfrontationskurs mit den kalifornischen Behörden, er droht damit, Tesla zu verlagern. Ein durchaus realistisches Szenario – aus dem Texas' Gouverneur Profit schlagen möchte.

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Raus aus Kalifornien, ab nach... Texas zum Beispiel! Dieses Gedankenspiel, das Tesla-Chef Elon Musk am Wochenende als Drohung nutzte, um die kalifornischen Behörden in der Coronakrise unter Druck zu setzen, damit sie seine Fabrik in Fremont wieder öffnen, machte sich zügig ein texanischer Staatsmann zu Eigen: Im Buhlen um einen möglichen neuen Standort für den Elektroauto-Pionier hat sich der Gouverneur von Texas eingeschaltet. „Ich hatte die Gelegenheit, mit Elon Musk zu sprechen. Er ist ernsthaft an Texas interessiert und absolut enttäuscht von Kalifornien“, sagte Gouverneur Greg Abbott in einem Interview mit dem Sender CBS. Man müsse nun abwarten, wie sich die Dinge entwickeln würden. Ein Sprecher Abbotts bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Gouverneur am Wochenende mit Musk gesprochen habe. Tesla antwortete nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Das Telefonat steht im Zusammenhang mit den Entwicklungen vom Wochenende: Musk hatte Samstag gedroht, den Tesla-Konzernsitz zu verlegen, sollte er sein einziges US-Fahrzeugwerk in Fremont wegen der Corona-Risiken nicht wieder anfahren dürfen. Tesla werde den Unternehmenssitz und seine künftigen Programme mit sofortiger Wirkung aus Kalifornien abziehen und nach Texas oder Nevada umsiedeln. Seitdem buhlen neben Texas und Nevada auch andere Bundesstaaten darum, dass Tesla seinen Sitz dorthin verlagert.

Der Konflikt spielt sich vor dem Hintergrund ab, dass Unternehmen und Verantwortliche in mehreren US-Bundesstaaten nach Möglichkeiten für ein sicheres Wiederanfahren der amerikanischen Wirtschaft suchen. Die USA sind derzeit besonders stark von der Pandemie betroffen, die ihren Ausgang in China genommen hat. Die Autobauer General Motors, Ford und Fiat Chrysler haben lange mit der Gewerkschaft gerungen, der ein Start Anfang Mai wegen Sicherheitsbedenken zu riskant war. Man einigte sich schließlich, die Bänder am 18. Mai wieder anlaufen zu lassen.

Kalifornien erlaubte insgesamt eine vorsichtige Öffnung von Betrieben. Im Alameda County, einem Bezirk in der Nähe von San Francisco, in dem das Tesla-Werk in Fremont liegt, gelten jedoch weiterhin Ausgehbeschränkungen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen. Tesla reichte am Wochenende eine Klage dagegen ein.

Am Montag widersetzte sich Tesla-Chef Musk dann dem Verbot der Behörden und ließ die Produktion im Hauptwerk in Fremont hochfahren. Er werde selbst an der Produktionslinie sein, schrieb Musk Montag bei Twitter. „Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass es nur ich bin.“ Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, ein Demokrat, hatte kurz vor Musks Tweet eine Wiederaufnahme der Produktion möglicherweise in der kommenden Woche in Aussicht gestellt. Zugleich machte er aber auch deutlich, dass die County-Behörden das letzte Wort bei Öffnungs-Entscheidungen hätten.

Das Gesundheitsamt in dem County versuchte, die Wogen zu glätten. Man gehe davon aus, dass Tesla innerhalb eines Tages – wie rechtlich gefordert – einen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Produktion vorlegen werde und man sich über Ablauf und Zeitplan einigen könne. Regionalen Medien zufolge war bereits vor der Ankündigung der volle Parkplatz vor dem Tesla-Werk aufgefallen. Das Technologieblog „The Verge“ berichtete unter Berufung auf Tesla-Arbeiter, dass am Wochenende bereits rund 200 Fahrzeuge gebaut worden seien. Zugleich erklärte Tesla, Arbeiter, die Angst vor einer Ansteckung hätten, dürften zu Hause bleiben.

Donald Trump fordert Tesla-Werksöffnung

Rückendeckung bekam Musk am Dienstag von US-Präsident Donald Trump. Kalifornien sollte Tesla und Musk erlauben, die Fabrik zu öffnen, „JETZT“, schrieb Trump in seiner üblichen Manier bei Twitter. „Es kann schnell und sicher erledigt werden.“ Musk beantwortete bei Twitter die Frage eines Nutzers, wie der Tag in dem Werk gelaufen sei, einsilbig: „Großartig.“

Ähnlich wie der US-Präsident hatte auch Musk die Coronavirus-Gefahr von Anfang an heruntergespielt und vergangene Woche die Ausgehbeschränkungen im Alameda County als „faschistisch“ beschimpft. Der Tesla-Chef hatte auch versucht, das Werk mit seinen 10.000 Mitarbeitern als unentbehrlich darzustellen und auch in der Pandemie geöffnet zu lassen, kam damit aber nicht durch.

Für Tesla ist die Fabrik in Fremont von größter Bedeutung: Dort werden die mit Abstand meisten Fahrzeuge gebaut, während die Produktion in dem neuen zweiten Werk in China erst am Anfang steht. Der Hersteller schaffte es erst vor kurzem, nach einer langen Serie hoher Verluste stabil in die schwarzen Zahlen zu kommen und wollte in diesem Jahr die Marke von 500.000 Auslieferungen knacken.

Musk sieht Tesla jetzt auch dadurch im Nachteil, dass die Fabriken der Verbrenner-Konkurrenten General Motors und Ford bei Detroit öffnen dürfen. Die örtlichen Behörden hätten mit ihrer Entscheidung, die Ausgehbeschränkungen bis Ende Mai zu verlängern, die Wiedereröffnungspläne des Bundesstaates Kalifornien widerrechtlich blockiert, argumentiert er. Der zuständige Beamte im Alameda County, Scott Haggerty, sagte der „New York Times“, dass man in Gesprächen mit Tesla über die nötigen Sicherheitsmaßnahmen in dem Werk bereits auf Kurs für eine Wiederaufnahme der Produktion am 18. Mai gewesen sei. „Ich weiß, das Elon das wusste. Aber er wollte es schon diese Woche.“

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Elon Musk stellt sich gegen die Behörden und öffnet sein Werk in Fremont in Kalifornien. Egal wie das Tauziehen um das Tesla-Stammwerk ausgeht, es bekommt interne Konkurrenz – und es wird ein Standort außerhalb Kaliforniens sein. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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