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Thüringen, Rheinland-Pfalz, Hessen Sorge um Autobauer: Opel-Chef trifft sich am 19. November mit drei Wirtschaftsministern

Sorge um Autobauer: Opel-Chef trifft sich am 19. November mit drei Wirtschaftsministern Quelle: dpa

Die Sorge um den deutschen Autobauer Opel ist derzeit groß. Nun soll es ein Krisentreffen des Opel-Chefs mit den Wirtschaftsministern der Bundesländer geben, in denen es derzeit noch Opel-Werke gibt.

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Im Streit um die Zukunft von Opel in Deutschland will sich Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz am 19. November mit den Wirtschaftsministern aus Thüringen, Rheinland-Pfalz und Hessen treffen. Das bestätigte ein Sprecher der hessischen Landesregierung jetzt der WirtschaftsWoche. In allen drei Bundesländern befinden sich Werke von Opel.

Die Länder sind unter anderem wegen der geplanten Verselbstständigung von Opel-Werken besorgt. Opel prüft, die beiden deutschen Werke in Rüsselsheim und Eisenach in eine eigene Rechts- und Produktionsorganisation umzuwandeln. Die Ministerpräsidenten der drei Opel-Bundesländer hatten daher Carlos Tavares, Chef der Opel-Mutter Stellantis, einen offenen Brief geschrieben. Man wende sich „mit diesem besorgten Schreiben an Sie, bevor gegebenenfalls durch weitere überraschende Neuigkeiten von Seiten Stellantis viel Vertrauen verloren geht“, schrieben die drei Ministerpräsidenten Volker Bouffier, Malu Dreyer und Bodo Ramelow.

In der deutschen Öffentlichkeit habe bereits „die Entscheidung, im Zusammenhang mit der begrenzten Verfügbarkeit von Halbleitern einen deutschen Opel Standort (in Eisenach) für drei Monate komplett herunterzufahren und mit den vorhandenen Halbleitern die Produktion an anderen Standorten aufrechtzuerhalten, für erhebliche Aufregung gesorgt“. Nun würden Planungen bekannt, „die deutschen Standorte in Rüsselsheim und Eisenach aus der Opel Deutschland GmbH rechtlich ausgliedern zu wollen. Sie werden verstehen, dass beide Sachverhalte in der deutschen Öffentlichkeit durchaus zu Zweifel und Besorgnis führen, welche Planungen Stellantis nunmehr mit Opel Deutschland hat“, schrieben die Politiker. Das Gespräch mit Hochgeschurtz solle nun „den Termin mit Herrn Tavares vorbereiten“, bestätigte der Sprecher der hessischen Landesregierung.

In der Kommunikation von Opel hört sich der Plan mit den selbstständigen Werken toll an: Von einer „maximalen und effizienten Auslastung der Produktionskapazitäten“ ist da die Rede. So solle sichergestellt werden, dass alle Stellantis-Produktionsstandorte für alle Stellantis-Marken produzieren könnten. In Rüsselsheim etwa soll das mit dem Auto DS4 schon bald gelebte Praxis sein: Die ehemals zu Citroën gehörige Marke ist heute Teil des Stellantis-Konzerns mit 14 Marken (Peugeot, Citroën, Opel, Vauxhall, DS, Fiat, Alfa Romeo, Maserati, Lancia, Abarth, Chrysler, Dodge, Ram und Jeep) und soll schon bald in Opels Stammwerk Rüsselsheim produziert werden. Doch die Sorgen um eine Zerschlagung von Opel sind nun nicht mehr nur unter den Mitarbeitern von Opel groß.

Mehr zum Thema: Im Autokonzern Stellantis verliert der Deutschlandableger Opel immer weiter an Bedeutung. Am Ende könnte von dem einst führenden Hersteller kaum mehr als die Marke übrigbleiben. Lesen Sie hier das Protokoll einer Tragödie.

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