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Traton fordert Abwrackprämie für Lkw „Wir brauchen Impulse für Investitionen“

MAN-Mutterkonzern Traton rechnet mit drastischen Auswirkungen der wochenlangen Produktionsstopps auf sein Geschäft. Quelle: dpa

VW, Daimler und BMW rufen nach Kaufprämien für Autos – jetzt fordern auch Lkw-Bauer wie Traton, der Mutterkonzern MAN und Scania, Hilfe vom Staat. Denn ihre Kunden geben Lastwagen vorzeitig zurück, statt neue zu kaufen.

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Die VW-Konzerntochter Traton, zu der die Marken MAN und Scania gehören, fordert eine europaweite Abwrackprämie für Lastwagen. „Es duldet keinen Aufschub bis Ende des Jahres“, sagte Traton-Chef und VW-Vorstandsmitglied Andreas Renschler am Montag in München: „So was muss relativ schnell gemacht werden.“

Die Verkaufszahlen fielen im ersten Quartal bereits um 20 Prozent auf 46.000 Lastwagen und Busse, der Gewinn brach um 75 Prozent auf 96 Millionen Euro ein. MAN schreibt sogar rote Zahlen, der operative Verlust lag im ersten Quartal bei 78 Millionen Euro.

Traton-Finanzvorstand Christian Schulz sagte: „Wir bereiten uns zudem auf einen erheblichen Umsatz- und Ergebnisrückgang im zweiten Quartal vor.“ Nach sechs Wochen Stillstand seien jetzt zwar alle wichtigen Werke wieder schrittweise am Hochfahren, sagte Renschler. Wenn die Lieferketten halten, könnte die Produktion bis Mitte des Jahres vielleicht sogar wieder 80 Prozent der Kapazität erreichen. Aber wenn keine neuen Bestellungen kämen, sei der heutige Auftragsbestand in zwei, drei Monaten aufgezehrt und „abgevespert“. Deshalb fordert er „ein europaweites Flotten-Erneuerungsprogramm“. Im Interview mit der WirtschaftsWoche Anfang April sagte Traton-Chef Renschler, jede Prognose für das Jahr 2020 sei derzeit „unseriös“.

„Wir brauchen Impulse für Investitionen“, sagte der Traton-Chef. „Wir brauchen eine deutliche Anschubhilfe in der Europäischen Union.“ Käufer von modernen Euro-6-Lastwagen könnten einen staatlichen Zuschuss von 10 oder 20 Prozent des Kaufpreises bekommen. Dann könnten viele ältere Lastwagen der Schadstoffklassen Euro-3 bis Euro-5 ersetzt und verschrottet werden. Das würde nicht nur den Unternehmen und ihren Mitarbeitern, sondern auch dem Klima helfen: „Zu den CO2-Zielen stehen wir“, betonte Renschler.

MAN-Chef Joachim Drees sagte dem „Münchner Merkur“, die größte Herausforderung seien derzeit „die vielen aufgrund der Krise frühzeitig zurückgegebenen jungen Gebrauchtfahrzeuge. Sie verstopfen den Neufahrzeugmarkt.“ MAN habe zwar ein volles Auftragsbuch, aber „unsere Kunden schauen sich aktuell genau an, was sie derzeit wirklich benötigen“. Sattelzugmaschinen etwa seien kaum gefragt.

Auch Traton selbst spart, wo immer möglich. Das Augenmerk liege jetzt auf der Sicherung der Zahlungsfähigkeit, sagte Finanzchef Schulz. Von Banken und der Mutter VW könne er bis zu 5,5 Milliarden Euro Kredit bekommen. Renschler sagte: „Kurzarbeit hilft kurzfristig hilft, aber nicht, wenn langfristig Stückzahlreduzierungen da sind.“ Bei MAN sei ohnehin „ein signifikanter Stellenabbau notwendig“. Informationsgespräche dazu liefen weiter. „Nach der Überwindung dieser Situation werden wir an der Neuausrichtung von MAN arbeiten.“

Traton beschäftig weltweit 83.000 Mitarbeiter – davon rund 21.000 bei MAN in Bayern, wo Lastwagen und Motoren gebaut werden, und 2400 im MAN-Achsen- und Komponentenwerk Salzgitter. Schon Anfang März, vor der Coronakrise, hatte MAN einen massiven Stellenabbau angekündigt, um Investitionen für den Konzernumbau stemmen zu können.

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Abwrackprämien für Autos sind Schnapsideen, schreibt WiWo-Redakteur Martin Seiwert. Sie kosten die Steuerzahler Milliarden, bringen der Autoindustrie nichts und haben keinen Nutzen für Klima und Umwelt. Den Beweis dafür hat Deutschland selbst erbracht: mit der Abwrackprämie von 2009. Lesen Sie hier seinen analytischen Kommentar.

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