Trotz Konjunkturabkühlung VW strebt zweistelliges Wachstum in China an

Volkswagen will dieses Jahr mehr als 3,5 Millionen Autos in China ausliefern. Damit wird der Autokonzern weltweit erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen. In China sollen die Hybrid-Autos gebaut werden.

Volkswagen rechnet in China trotz der Konjunkturabkühlung mit einem weiteren Verkaufsplus. "Erneut wollen wir auch in diesem Jahr ein zweistelliges Wachstum erreichen und damit erstmals in einem Kalenderjahr mehr als 3,5 Millionen Fahrzeuge in China ausliefern", sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Samstag im Vorfeld der Automesse in Peking. Auch in anderen Märkten sieht er Volkswagen auf einem guten Weg. "Weltweit wollen wir in diesem Jahr als Konzern erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge an unsere Kunden ausliefern." Damit hätte VW das für 2018 anvisierte Ziel vier Jahre früher erreicht als geplant. Eine neue Mittelfriststrategie wird Winterkorn voraussichtlich im Herbst vorstellen. Bei der neuen Planung, die den Titel "Future Tracks" tragen soll, werde China ein integraler Bestandteil sein, sagte Winterkorn.

VW plant Crafter-Werk in Polen
Posen, PolenVolkswagen steht kurz vor dem Bau eines neuen Werkes in Polen für seinen Großtransporter Crafter. Die Konzernzentrale in Wolfsburg favorisiere den Standort im Großraum Posen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Managements im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken, das auch auf den Zuschlag für den Crafter-Bau hoffte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete ebenfalls von entsprechenden Plänen. Bisher lässt VW den Großtransporter bei Daimler bauen, der Crafter gleicht größtenteils dem Mercedes-Sprinter. Die Kooperation läuft 2016 aus. Nach dpa-Informationen könnte die Fabrik in Stöcken künftig Teile der Produktion des VW-Kompaktvans Touran bekommen. VW war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Quelle: dpa
Puebla, MexicoVW gilt in Mexiko als Erfolgsgeschichte. Rund zehn Millionen Autos haben die Wolfsburger bislang am Standort Puebla gebaut. Eine ganze Region hängt an dem Riesenwerk. Auf dem Weg zum größten Autokonzern der Welt soll der neue Golf nun den schwierigen US-Markt erobern. „Der Produktionsstart des Golf 7 wird Volkswagen in Nordamerika ordentlich Schub nach vorn geben“, sagt auch VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn bei der Jubiläumsfeier. Bis 2018 will Volkswagen in der Region sieben Milliarden US-Dollar investieren. Ein Großteil davon dürfte nach Mexiko fließen. Quelle: AP
Foshan, China300.000 neue Golf-Modelle sollen in Foshan jährlich vom Band rollen - vorerst. Das neue Volkswagen-Werk in der südchinesischen Provinz Guangdong, nahe der Stadt Foshan soll in einer zweite Phase auf eine Kapazität von 600.000 Fahrzeuge ausgebaut werden. 6500 Beschäftige hat das Werk bisher. VW-China-Vorstand Jochem Heizmann erklärte, VW befinde sich zudem in "intensiven Gesprächen" mit seinem chinesischen Partner FAW. Dabei gehe es um eine Erhöhung des VW-Anteils am Joint-Venture FAW-Volkswagen auf von 40 auf 50 Prozent. Angesichts der Krise auf dem europäischen Automarkt wird für VW das Geschäft in China immer wichtiger. Im vergangenen Jahr produzierten die Wolfsburger mit ihren beiden chinesischen Partnern SAIC und FAW gut 2,6 Millionen Fahrzeuge. Bis 2018 sollen die Kapazitäten früheren Angaben zufolge in China auf vier Millionen Autos pro Jahr ausgebaut werden. Quelle: dpa
Changchun, ChinaModelle: VW Jetta, New bora, Golf, Sagitar, Magotan, Magotan CC, Motoren, Getriebe Das Joint-Venture mit FAW gingen die Wolfsburger 1991 ein. Fast 16.000 Menschen arbeiten in den gemeinsamen Werken. In Ningbo hat Volkswagen mit dem Bau eines neuen Werkes in China begonnen. Es soll 2014 fertig gestellt sein und eine Kapazität von 300.000 Fahrzeugen jährlich haben. Quelle: dpa/dpaweb
Puebla, MexikoModelle: Beetle, Jetta, Golf Variant In Puebla produziert Volkswagen seit 1964. Mehr als 15.000 Menschen arbeiten hier für Volkswagen. Werk Nummer 101 soll übrigens ebenfalls in Mexiko entstehen. Ab 2016 wird Audi hier den Q 5 produzieren. Quelle: dpa
Wolfsburg, DeutschlandModelle: Tiguan, Touran, Golf, Golf Plus Seit 1938 besteht das Werk Wolfsburg. Am Stammsitz des Volkswagen-Konzerns arbeiten fast 50.000 Menschen. Quelle: dpa
Chattanooga, USAIm Mai 2009 war in Chattanooga der offizielle Baubeginn des ersten amerikanischen VW-Werkes. Die Fertigung dort sollte laut Konzernangaben 2011 mit einer jährlichen Gesamtkapazität von bis zu 150.000 Fahrzeugen starten. Dieses Ziel hat der Autobauer erreicht: Mittlerweile ist dort der 250.000. Passat vom Band gelaufen. „Vor zwei Jahren haben unsere Leute gerade mal gelernt, Autos zu bauen“, erklärte Werksleiter Frank Fischer. „Ich bin sehr stolz auf dieses Team.“ Der US-Passat ist eine Erfolgsgeschichte: Die Produktion hatte am 18. April 2011 begonnen. Das auf den amerikanischen Geschmack abgestimmte Modell verkaufte sich auf Anhieb deutlich besser als der aus Europa importierte Vorgänger. Auch dank des Passat haben sich die Verkäufe der Marke VW in den USA von 2009 bis 2012 verdoppelt. Quelle: dpa
Anting bei Shanghai, ChinaModelle: Skoda: Fabia Jingrui, Octavia Mingrui, Suberb Haorui; VW: Polo, Polo JinQing, Polo Jinqu, Lavida, Santana, Passat Lingyu, Touran, Tiguan, Motoren Das deutsch-chinesische Joint Venture Shanghai Volkswagen gibt es seit 1985. Mehr als 22.000 Menschen arbeiten für die Kooperation. Quelle: dpa
Silao, MexikoModelle: Motorenwerk Die Freude ist den Arbeitern anzusehen. Das Durchschnittsalter im neuen, dritten mexikanischen und weltweit 100. Werk von Volkswagen liegt bei nur 20 Jahren. Zunächst 300 Mitarbeiter werden hier TSI-Motoren produzieren, später soll die Belegschaft auf 700 Mitarbeiter wachsen - das Werk hat Kapazitäten für jährlich 330.000. Umgerechnet rund 400 Millionen Dollar hat sich Volkswagen die moderne Fabrik kosten lassen. Quelle: REUTERS
Anchieta in Sao Bernardo do Compo bei Sao Paulo, BrasilienModelle: Saveiro, Gol, Polo, Parati, T2, Motoren, Getriebe 3,4 Milliarden Euro will der deutsche Autobauer Volkswagen bis 2016 in seine brasilianischen Werke Anchieta, Curitiba, Sao Carlos und Taubaté investieren. Insgesamt arbeiten mehr als 23.000 Menschen für VW do Brasil. Seit der Gründung seiner Brasilien-Tochter 1953 produzierte VW in dem Land über 20 Millionen Fahrzeuge. Quelle: dpa
Bratislava, Slowakische Republik Modelle: VW Up, Touareg, Audi Q7, Porsche Cayenne Die einzige Auto-Seilbahn der Welt ist in VW-Werk Bratislava zu Hause. Hier laufen täglich rund 1000 Fahrzeuge vom Band. Früher wurde hier de Polo produziert (siehe Foto), heute vor allem der VW Up. Fast 8.300 Menschen sind im slowakischen Werk beschäftigt. Quelle: dpa/dpaweb
Uitenhagen bei Port Elizsabeth, SüdafrikaModelle: VW Polo, Motoren Erst Ende 2009 stellte Volkswagen im südafrikanischen Werk die Produktion des Golf I ("Citi-Golfs") ein. Das Kult-Modell aus den 70er Jahren wurde bis dahin nur noch am Kap gefertigt. Heute läuft in Südafrika der Polo, bzw. Polo Vivo vom Band. Gut 5.500 Menschen arbeiten im Werk Uitenhagen. Quelle: dpa
Chakan, Pune, IndienModelle: Skoda: Fabia; VW: Polo, Vento Neun Monate vor dem geplanten Termin wurde 2009 nach nur 17 Monaten Bauzeit das Volkswagen-Werk in Indien eröffnet. Das Werk hat eine Kapazität von 110.000 Fahrzeugen jährlich. Mehr als 3.500 Menschen arbeiten hier. Quelle: dpa

2013 hatte der Konzern die Verkäufe auf seinem größten Markt um 16 Prozent auf 3,27 Millionen Fahrzeuge gesteigert. Gute Chancen sieht VW-China-Vorstand Jochem Heizmann vor allem im Westen Chinas, der bisher kaum von der Industrie erschlossen ist. "Es wird sich dort recht schnell ein großes Absatzpotenzial für Pkw entwickeln. Das ist neben der staatlich gewollten Urbanisierung ein Wachstumstreiber", sagte Heizmann. "Wir werden auch unsere Kapazitäten weiter ausbauen, um dem hohen Marktwachstum begegnen zu können." Europas größter Autobauer hatte vor einem Jahr angekündigt, die Produktionskapazitäten in China bis 2018 auf mehr als vier Millionen Fahrzeuge zu verdoppeln.

Winterkorn bestätigte, dass der Volkswagen-Konzern demnächst in China auch umweltschonende Hybrid-Autos bauen will. Im nächsten Jahr sollen mit dem A3 etron und dem Golf GTE zwei Fahrzeuge, die an der Steckdose aufgeladen werden können, an den Start gehen. 2016 sollen der A6 und eine neue Mittelklasselimousine als Plug-in-Hybrid folgen - beide gemeinsam entwickelt und lokal produziert mit den Joint-Venture-Partnern FAW VW und Shanghai VW.

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Die Gespräche mit dem Joint-Venture-Partner FAW über eine Anteilsaufstockung seien auf einem guten Weg, sagte Heizmann. VW will seine Beteiligung auf 50 Prozent von 40 Prozent erhöhen. "Wir führen sehr intensive Gespräche über sehr viele Zukunftsprojekte, um unsere Zusammenarbeit zu intensivieren", sagte der VW-China-Vorstand.

Auch das Händlernetz in China baut VW weiter aus. In diesem Jahr sollen nach Heizmanns Angaben 2750 Autohäuser VW-Fahrzeuge im Programm haben, vergangenes Jahr waren es 2400. Bis 2018 will VW 3600 Händler in der Volksrepublik haben.

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