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Überraschender Abschied Produktionschef Renschler verlässt Daimler

Paukenschlag bei Daimler: Nach nicht einmal einen Jahr im Amt verlässt Produktionschef Andreas Renschler überraschend den Autobauer. Der 55-Jährige lässt seine Aufgaben mit sofortiger Wirkung ruhen.

Daimler-Produktionsvorstand Renschler verlässt überraschend den Konzern. Quelle: dpa

Daimler muss seinen Vorstand überraschend neu ordnen. Das für Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans verantwortliche Vorstandsmitglied Andreas Renschler verlasse den Autobauer, teilten die Stuttgarter in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Trennung erfolge in gegenseitigem Einvernehmen. Der Aufsichtsrat habe der Vertragsaufhebung bereits zugestimmt. Daimler-Chef Dieter Zetsche erklärte: „Ich bedauere sehr, dass er aus persönlichen Gründen das Unternehmen verlässt.“ Nachfolger soll der 48-jährige Markus Schäfer werden, der zuvor für die Produktionsplanung Fahrzeuge Mercedes-Benz Pkw zuständig war, solle als Bereichsvorstand Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars übernehmen. Wilfried Porth, Personalvorstand und Arbeitsdirektor, übernehme zusätzlich den Bereich Mercedes-Benz Vans.

Die Brandherde des Dieter Zetsche
Citan versagt beim Crash-TestDie Zusammenarbeit zwischen Mercedes und Renault kratzt schwer am Image der deutschen Premiummarke. Das erste gemeinsame Produkt, der Kastenwagen Citan offenbart beim Euro-NCAP-Crashtest schwere Sicherheitsmängel. Statt wie üblich fünf gab es für den Mercedes nur drei Sterne. Der Kopfairbag verfing sich beim simulierten Frontalzusammenstoß. Und das harte Armaturenbrett hätte im Ernstfall den Insassen ernste Verletzungen zugefügt. Der Citan schnitt hier sogar noch schlechter ab als der Kangoo. Quelle: Screenshot
Ein Audi auf einer Rennstrecke Quelle: Audi
Ein schöner alter Mercedes Quelle: dpa/dpaweb
Dieter Zetsche und Carlos Ghosn Quelle: REUTERS
Kein starker GroßaktionärWährend bei BMW Johanna Quandt und ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten gut 48 Prozent der Stimmrechte halten, fehlt Daimler ein solch starker Großaktionär. Kuwait ist mit einem Anteil von 7,6 Prozent Daimler größter Einzelaktionär. Erst im vergangenen Oktober trennte sich der bis dahin bedeutendste Aktionär, das Scheichtum Abu Dhabi, von seinen Anteilen. Der Staatsfonds Aabar besitzt nun keine direkten Stimmrechte mehr an dem Dax-Konzern. Dafür ist der chinesische Staatsfond CIC bei den Schwaben eingestiegen, allerdings ebenfalls nur mit knapp drei Prozent. Eine starke Schutzmacht im Rücken fehlt Zetsche damit nach wie vor. Quelle: dpa
Qualm kommt aus einem Auspuff Quelle: AP
Schwaches KleinwagensegmentBMW setzte 2012 mehr als 528.000 BMW 1er und Minis ab - das Kleinwagensegment der Bayern läuft wie geschnitten Brot. In Stuttgart sind es deutlich magerer aus - 2012 verkaufte Daimler 337.000 Smarts. Und BMW schafft es für die Mini-Flitzer stattliche Preise zu verlangen. Mehr als 20.000 Euro sind Kunden bereit für einen Mini zu bezahlen. Daimlers Smart kann da nicht mithalten. Ob seine Elektroversion den Durchbruch auf dem Kleinwagenmarkt oder Carsharingmarkt bringt, steht noch in den Sternen. Quelle: dpa

Renschler hatte den Posten erst im April 2013 angetreten. Damals hatte er seine Stelle als Nutzfahrzeugvorstand aufgeben und den Posten mit dem damaligen Produktionschef Wolfgang Bernhard tauschen müssen. Nach dpa-Informationen hatte der Betriebsrat wegen Unstimmigkeiten mit Bernhard darauf hingewirkt. Für Renschler war der Wechsel damals jedoch völlig überraschend gekommen.

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Im Unternehmen hatte der Manager zuletzt einen guten Ruf genossen und auch den Schulterschluss mit dem Betriebsrat gesucht. Zahlreiche Termine wie der Produktionsstart der neuen C-Klasse in Bremen waren in den kommenden Wochen und Monaten bereits mit Renschler geplant. Ob sein Nachfolger diese nun direkt für Renschler wahrnehme, ist nach Angaben einer Daimler-Sprecherin aber noch nicht geklärt.

Den Personalwechsel verbindet Daimler mit einer weiteren Änderung: Künftig soll die Transportersparte Mercedes-Benz Vans an den Personalchef Wilfried Porth berichten und nicht mehr wie bisher an den Produktionsvorstand.

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