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Umsatz bricht ein Peugeot zieht die Daumenschrauben an

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen erfährt heftigen Gegenwind, der Umsatz in der Autosparte ist um zehn Prozent gesunken. Nun werden weitere Kostensenkungen angestrebt.

Die Zweckehen der Autobauer
VW - Suzuki Quelle: dpa
Daimler + BAICVor einigen Jahren ist der Autobauer Daimler bei seinem chinesischen Partnerunternehmen BAIC eingestiegen. Die Zentralregierung hat den Kauf des Anteils von zwölf Prozent an BAIC genehmigt. Inzwischen bahnt sich ein gegenseitiges Engagement an: Offenbar will sich BAIC bis Ende des Jahres 2015 bei Daimler einkaufen. Der Chef des Daimler-Joint-Venture-Partners Beijing Automotive (BAIC) in Peking, Xu Heyi, sagte der Zeitung "Beijing Times", dass sein Konzern einer der größten Anteilseigner bei den Stuttgartern werden wolle. Beide Seiten steckten jetzt "in der Schlussphase der Verhandlungen", wie die Zeitung zitierte. Daimler begrüßte das Vorhaben: "Wir freuen uns grundsätzlich immer über langfristig orientierte Investoren", sagte ein Sprecher. Der größte Einzelaktionär bei den Stuttgartern ist Angaben auf der Website zufolge derzeit der kuwaitische Staatsfonds mit einem Anteil von 6,8 Prozent. Quelle: dpa
Daimler + Tesla Quelle: Screenshot
General Motors + BMWDie Bayern und der US-Konzern gehen wieder getrennte Wege. Zumindest beim Thema Brennstoffzelle. Die Unternehmen wollten in der technischen Entwicklung von Elektroautos zusammenarbeiten. BMW sollte von GM Brennstoffzellen-Technologie erhalten und sich im Gegenzug an den Forschungskosten beteiligen. Der damalige BMW-Chef Norbert Reithofer (Foto) setzte große Hoffnungen in die Partnerschaft. Sogar die Lieferung von Teilen war im Gespräch. Doch die Liaison kam nicht zustande. Stattdessen setzen die Bayern jetzt auf eine tiefergehende Kooperation mit ihrem japanischen Partner... Quelle: dpa
Toyota + BMWDie Bayern wollen mit den Japanern bis 2018 einen Sportwagen bauen. „Wir haben uns jetzt auf eine gemeinsame Architektur verständigt“, sagte der damalige BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess, der inzwischen VW-Markenchef ist. „Wichtig ist, dass das zwei unterschiedliche Fahrzeuge sein werden, die authentisch für die jeweilige Marke stehen.“ Im Dezember 2011 hatten die Bayern und die Japaner ihre Zusammenarbeit besiegelt. BMW erhält japanische Batterietechnik, dafür bekommt Toyota seit 2014 Dieselmotoren aus München. Die gemeinsame Entwicklung neuer Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos war bereits Bestandteil der Vereinbarung. Laut der japanischen Zeitung „Nikkei“ plant Toyota außerdem die Lieferung von Hybrid-Technologie an BMW. Der gemeinsam entwickelte Sportwagen gilt als Test im Bereich Produktentwicklung, bevor die Kooperation enger wird. Ein weiteres Gerücht, das immer wieder durch die Branche wabert: BMW erhält von Toyota die Brennstoffzellen-Technologie des Mirai, um seine Elektro-Familie auszubauen. Klar ist aber noch nichts. Quelle: dpa
BMW + PSA Peugeot CitroenÜber Jahre unterhielt BMW mit dem französischen Autokonzern PSA eine Motorenkooperation. Der eine hatte eine besondere Expertise bei kleinen Benzinern, der andere bei kleinen Dieselmotoren. Beides ergänzte sich, so dass auf BMW-Seite PSA-Motoren im Mini eingebaut wurden. Doch inzwischen ist diese Zweckehe ohne böse Worte beendet: Die inzwischen dritte Generation des Mini teilt sich die Technik mit dem BMW 1er – und damit auch die von den Münchnern neu entwickelten Drei- und Vierzylindermotoren. Soll heißen: PSA ist raus. Da die Verträge aber ohnehin auslaufen, wurde die Ehe ohne Krach geschieden. Quelle: obs
BMW und Brilliance Quelle: dpa/dpaweb

Der angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot Citroen erwägt nach erneuten Umsatzeinbrüchen nun doch weitere Einsparungen. Um trotz düsterer Aussichten aus den roten Zahlen zu kommen, müsse mit den Gewerkschaften über zusätzliche Zugeständnisse gesprochen werden, erklärte PSA am Mittwoch. Neue Stellenstreichungen seien aber nicht geplant. Im Auftaktquartal brach der Umsatz in der Autosparte um 10,3 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro ein, im Gesamtkonzern sank er um 6,5 Prozent auf gut 13 Milliarden Euro. Auch im zweiten Quartal befürchtet PSA Gegenwind. Vor allem der Absatzeinbruch in Südeuropa macht Peugeot zu schaffen. Die Anleger honorierten den Sparkurs offenbar: Die Aktie stieg am Vormittag um zehn Prozent an.

Im Februar hatte das Management noch erklärt, mit den bisherigen Plänen zum Abbau von 8200 Stellen und der Schließung eines großen Werks bei Paris sei das Ende der Fahnenstange bei den Einsparungen erreicht und die Grundlagen für eine Erholung gelegt. Nun hieß es, sollte die erhoffte Erholung auf dem europäischen Markt 2014 ausbleiben, könnten zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden. Dabei orientiere sich PSA an den Schritten des heimischen Rivalen Renault, sagte Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon. Renault setzt auf kürzere Arbeitszeiten und will die Löhne einfrieren.

China top, Europa flop

Für den kriselnden Markt in Europa sagte Peugeot im laufenden Jahr einen branchenweiten Absatzrückgang von fünf Prozent voraus. In China sei indes ein Zuwachs von acht Prozent zu erwarten und in Lateinamerika von zwei Prozent. In Russland rechnet der Konzern mit einer Stagnation. Peugeot steht im Mittelpunkt der Krise der französischen Autoindustrie und hat 2012 nach hohen Abschreibungen einen Rekordverlust von fünf Milliarden Euro eingefahren. Der Staat hat dem Autobauer 2012 eine Kreditgarantie von sieben Milliarden Euro gegeben.

Die Regierung hatte im März erklärt, PSA gehöre neben der deutschen General-Motors-Tochter Opel und dem italienischen Fiat-Konzern zu den drei europäischen Herstellern mit großen Problemen und brauche zum Überleben einen dauerhaften Partner. Im Januar hatten PSA und GM eine Kooperation bei der Fahrzeugentwicklung bekanntgegeben, die 600 Millionen Euro Kosten im laufenden Jahr einsparen soll. Ende 2014 will PSA nach früheren Angaben seine Verluste gestoppt haben und 2015 wieder schwarze Zahlen schreiben. Über die Wettbewerbsfähigkeit von PSA werde nun erneut mit den Gewerkschaften gesprochen werden müssen, sagte Finanzchef Chatillon.

Die größten Autobauer der Welt
Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat gut Lachen: "Wir werden in diesem Jahr wahrscheinlich erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen, dieses große Ziel hatten wir eigentlich erst für 2018 angestrebt", sagte Winterkorn der „Bild am Sonntag“. "Unser großer Wachstumsmarkt ist natürlich China. Dort werden wir in diesem Jahr voraussichtlich 3,6 Millionen Autos verkaufen, von denen übrigens weit über 90 Prozent vor Ort in China gebaut werden." Erreicht VW dieses Ziel, stiegen die Wolfsburger dadurch zum größten Automobilhersteller der Welt auf. Doch noch sieht das Ranking der größten Autobauer wie folgt aus... Quelle: dpa
BentleyDer britische Luxuswagen-Hersteller Bentley hat im abgelaufenen Jahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Die Volkswagen-Tochter mit Sitz in Crew lieferte 2013 genau 10.120 Wagen aus. 2012 waren es 8510. Im bisherigen Rekordjahr 2007 waren 10.014 Bentleys verkauft worden, wie Vorstandschef Wolfgang Schreiber sagte. „2013 ist das vierte Jahr in Folge, in dem der Absatz zweistellig steigt“, so Schreiber. Der weltweite Marktanteil im Preissegment über 150.000 Euro liege bei 25 Prozent. 86 Prozent der Produktion geht in den Export, vor allem in die USA, China und Nahost. Der europäische Markt läuft schleppender. Allerdings stieg auch der Absatz in Deutschland deutlich. 544 Bentleys wurden den Angaben zufolge 2013 nach Deutschland geliefert, ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr. Kunden warten derzeit im Schnitt 45 Monate auf ihren bestellten Bentley. Schreiber will den Absatz bis 2018 auf 15.000 Autos hochschrauben und dafür in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Euro in den Standort Crew investieren. Die Mannschaft von derzeit 3700 Mitarbeitern soll allein um 400 zusätzliche Leute aufgestockt werden, um bis 2016 einen luxuriösen Geländewagen auf den Markt zu bringen. Von den Absatzzahlen der Autohersteller wie Audi, BMW oder Daimler kann Bentley allerdings nur träumen... Quelle: REUTERS
AudiAudi hat auch im Dezember deutlich mehr Autos verkauft und damit erneut ein Bestjahr perfekt gemacht. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern weltweit rund 1,57 Millionen Autos, ein Plus von 8,3 Prozent. Bereits im November hatte Audi die Rekordwerte von 2012 erreicht. „Unser strategisches Etappenziel von 1,5 Millionen Auslieferungen haben wir zwei Jahre früher als geplant erreicht und sogar komfortabel übertroffen“, sagte Vorstandschef Rupert Stadler. Quelle: REUTERS
DaimlerDie Schwaben haben und im vergangenen Jahr 1,32 Millionen Autos ihrer Top-Marke Mercedes verkauft. Das entspricht einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Quelle: dapd
BMWVon ihrer Kernmarke setzten die Bayern im vergangenen Jahr 1,54 Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber 2011. Quelle: dpa
Fiat-ChryslerDer Fiat-Konzern lieferte im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Fahrzeuge weltweit aus - sechs Prozent mehr als 2011. Fiat profitiert dabei vom guten Geschäft der US-Tochter Chrysler. Denn ähnlich wie die Kollegen von PSA Peugeot Citroen litten die Italiener massiv unter der Absatzkrise in Europa, sie verkauften dort 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Quelle: dpa
Nissan RenaultCarlos Ghosn - Chef der französisch-japanischen Allianz - kann zufrieden mit sich sein. Bei Nissan lief es hervorragend, Partner Renault litt unter der Schwäche des europäischen Markts. Die Renault-Gruppe setzte weltweit 2,55 Millionen Fahrzeuge und damit 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. In Europa sank der Absatz um volle 18 Prozent. Die Marke Renault verkaufte weltweit 2,1 Millionen Fahrzeuge, Dacia knapp 360.000 Autos. In Deutschland setzte Renault inklusive der Marke Dacia im Jahr 2012 mit 170.000 Einheiten rund 11.000 Fahrzeuge weniger ab als 2011. Die Marke Renault allein verkaufte 2012 in Deutschland 123.779 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Der Marktanteil sank um knapp 0,4 Prozentpunkte. Quelle: REUTERS

Die Pkw-Nachfrage in Europa befindet sich seit längerem im freien Fall. 2012 war mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen das schlechteste Autojahr seit 1995. Vor allem in Südeuropa mit den von der Schuldenkrise gebeutelten Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland und Portugal kaufen viele Menschen wegen hoher Arbeitslosigkeit und düsterer Perspektiven kein neues Auto. Auf diese Region hatte PSA aber jahrzehntelang gesetzt. Auf dem Wachstumsmarkt China verkauft der Konzern indes eher wenig Fahrzeuge.

Neben der Auto-Sparte gehören zu PSA der Auto-Zulieferer Faurecia und die Bank PSA Finance. Faurecia steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um knapp zwei Prozent auf rund 4,4 Milliarden Euro. Bei PSA Finance gingen die Einnahmen um neun Prozent auf 451 Millionen Euro zurück.

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