US-Automarkt Amerikaner schlagen bei Autos weiter zu

Autos verkaufen sich in den USA weiterhin blendend. Im Mai verzeichneten die großen heimischen Hersteller General Motors, Ford und Chrysler Zuwächse zwischen drei und 14 Prozent.

Ford macht drei Werke in Europa dicht
FordAls erster Autobauer zog Ford angesichts der Absatzkrise in Westeuropa die Notbremse und macht drei Werke mit Tausenden Beschäftigten dicht: Das Werk im belgischen Genk mit 4300 Mitarbeitern sowie die zwei Standorte Southampton und Dagenham in Großbritannien mit 1400 Beschäftigten. Abgesehen von Russland werde die Produktionskapazität in Europa um 355.000 Fahrzeuge verringert, eine Kürzung um fast ein Fünftel. Der wegen der weggebrochenen Verkaufszahlen für dieses Jahr erwartete Verlust werde über 1,5 Milliarden Dollar liegen, räumte Ford ein. Bisher war der Autobauer von lediglich über einer Milliarde ausgegangen. In Saarlouis hat Ford seine Produktion bereits gedrosselt: Sie soll von täglich 1.670 Fahrzeugen ab November 2012 auf 1.530 pro Tag sinken. Außerdem entlässt das Unternehmen Leiharbeiter. Schon im Sommer hatte Ford mehrere tausend Mitarbeiter seines Kölner Werks (Foto) in Kurzarbeit geschickt. Quelle: dpa/dpaweb
AudiStille Nacht in Neckarsulm: Über Weihnachten soll im dortigen Audi-Werk die Produktion der Modelle A7 (Foto) und A8 ruhen. Schon Anfang August stoppte der Konzern seine Fertigung in der Fabrik für eine Woche. Audi hatte bereits im Sommer 2012 angekündigt, sich schrittwiese in Neckarsulm von Leiharbeitern zu trennen. Quelle: obs
BMWBMW will sich vom europäischen Markt emanzipieren. Dabei setzt der Konzern auf vielversprechendere Märkte wie Asien, Süd- und Nordamerika. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist ein neues Werk in Brasilien geplant. Außerdem leitet BMW jene Modelle, die in Europas Autohäusern verstauben, nach Asien und in die USA um. Dieses wiederfuhr laut Vertriebsvorstand Ian Robertson in den vergangenen Monaten bereits mehreren zehntausend Autos, die in Europa nicht verkauft werden konnten. Quelle: REUTERS
PSA Peugeot CitroënEin eingesperrter Personalchef – das zeigt, wie kritisch die Lage von Europas zweitgrößtem Autobauer PSA Peugeot Citroën ist. Nachdem der Manager des Werks in Aulnay-sous-Bois die Löhne gekürzt hatte, sperrten ihn die Mitarbeiter am 17. Oktober ein. Eine Woche zuvor demonstrierten Werksmitarbeiter vor dem Pariser Autosalon (Foto). Das Unternehmen will die Fabrik 2014 still legen. Insgesamt sollen bei PSA Peugeot Citroën 8.000 Stellen fallen. Der französische Staat und mehrere Banken verhandeln mit der konzerneigenen Banque PSA Finance über eine Finanzspritze. Im ersten Halbjahr 2012 machte das Unternehmen 800 Millionen Euro Verlust. Quelle: Reuters
OpelDer sogenannte Deutschland-Plan soll Opel wieder auf die Beine helfen. Doch die Verhandlungen dazu sind ins Stocken geraten. Bis Ende 2012 will das Unternehmen seine Mitarbeiter in den Werken in Rüsselsheim (Foto) und Kaiserslautern an 20 Tagen in Kurzarbeit schicken. Quelle: dpa
VolkswagenDie Produktion des VW Passat in Emden (Foto) soll einige Tage ruhen. Bei Volkswagen leidet vor allem die Mittelklasse unter der Kaufzurückhaltung der Kunden. Quelle: dapd
PorschePorsche will seine Produktion im Jahr 2013 zurückfahren: Sie soll um fünf bis zehn Prozent sinken. Kurzarbeit ist jedoch nicht vorgesehen. Quelle: dapd

Die Amerikaner kaufen fleißig Pick-up-Trucks und Geländewagen. Die in den Segmenten starken heimischen Hersteller General Motors, Ford und Chrysler verzeichneten im Mai Zuwächse, wie aus den am Montag veröffentlichten Verkaufszahlen hervorgeht. Hintergrund ist, dass die Wirtschaft im Land angezogen hat und Pick-ups mit ihrer Ladefläche gerne von Handwerkern und Baufirmen genutzt werden.
VW fehlt ein solcher Lastesel im Programm und die Wolfsburger mussten den zweiten Monat in Folge einen Verkaufsrückgang hinnehmen. Allerdings lag das Minus im Mai mit 2 Prozent deutlich unter dem Rückgang aus dem April von 10 Prozent. Das neue Beetle Cabrio kam gut bei den Kunden an, der Golf hingegen schlechter. Verkaufsschlager sind weiterhin der Jetta und der Passat, durch die VW in den vergangenen drei Jahren in den USA kräftig gewachsen war.
Die Schwestermarke Audi konnte ihre Verkäufe um 15 Prozent steigern. Vor allem die Limousine A5 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 legten zu. „Unsere Händler haben nicht genug Autos, um die Nachfrage decken zu können“, erklärte Audi-Manager Mark Del Rosso. Die ebenfalls zu VW gehörende Marke Porsche konnte ihre Verkäufe sogar um 38 Prozent steigern dank des neuen Sportwagen-Gespanns Boxster und Cayman sowie des Geländewagens Cayenne.

BMW legte um 14 Prozent zu, wobei hier vor allem die Limousinen der 3er Baureihe gefragter waren. Dagegen schmolzen die Verkäufe der Tochtermarke Mini um 3 Prozent. „Das Vertrauen der Kunden wächst und wir erwarten noch mehr erfolgreiche Monate“, erklärte Landeschef Ludwig Willisch. Auch der Rivale Daimler zeigte sich zufrieden. Die Stuttgarter verkauften 10 Prozent mehr Mercedes-Pkw und -Geländewagen und 16 Prozent mehr Smart-Kleinwagen. Nur die Sprinter-Transporter fanden weniger Abnehmer als im Vorjahresmonat.

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