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US-Automarkt Wie Spritsäufer zu Öko-Pick-Ups werden

Amerika rüstet sich auf der Automesse in Detroit für das Zeitalter der Elektromobilität - und Deutschland schaut zu.

Bob Lutz Quelle: REUTERS

Bob Lutz ist zurück. In wenigen Wochen wird er 80 Jahre alt. Aber an Ruhestand mag der ehemalige Kampfpilot und langjährige Spitzenmanager von BMW, Ford und General Motors nicht denken.

Für Detroits letzten echten "car guy" gibt es auch im hohen Alter noch jede Menge Arbeit, seine Expertise ist gefragt wie eh und je. Beispielsweise bei VIA Motors. Das Unternehmen aus Detroit hat eine Antriebseinheit entwickelt und gebaut, die aus den klassischen Spritsäufern, aus schweren Geländewagen, Pickups oder den in USA nicht minder populären Kleinbussen in wenigen Arbeitsstunden so etwas wie ein Ökomobil macht. Der klassische Verbrennungsmotor wird mit einem Generator gekoppelt und zum Stromproduzenten umfunktioniert.

Die schönsten Modelle der Detroit-Show

Die schönsten Modelle von der Detroit Show
Seine USA-Premiere feiert der überarbeitete Audi A4. Neben den äußeren Neuerungen an der Front gibt es unter der Haube frische Technik. Quelle: Audi
Sämtliche Motoren haben jetzt eine Turboaufladung, auch Start-Stopp-Technik ist serienmäßig an Bord. Quelle: Audi
Bentley betreibt in Detroit Downsizing auf hohem Niveau. Der Continental GT erhält den aus den Audi-Modellen S6, S7 und S8 bekannten V8-Benziner mit Zylinderabschaltung. Da spart es sich doch gern. Quelle: dapd
Wie Audi bringt auch BMW sein neuestes Mittelklasse-Modell nach Amerika. Der neue 3er soll helfen, den gerade frisch eroberten Thron des führenden Luxus-Autobauers in den USA zu verteidigen. Quelle: Reuters
Das der neue 3er ein paar Zentimeter zugelegt hat, dürfte die meisten Amerikaner wohl nicht stören. Quelle: Reuters
Mit dem neuen ATS zielt Cadillac auch auf den europäischen Markt. Die Limousine soll in der hierzulande beliebten Mittelklasse für frischen Wind sorgen. Quelle: Pressefoto
Apropos frischer Wind: Der turbogeladene Zweiliter-Vierzylinder entwickelt bis zu 270 PS. Mit 135 PS Literleistung hat das Triebwerk einen der besten Werte für aufgeladene Benziner. Quelle: Pressefoto

Hauptantriebsquelle wird ein von VIA produzierter Elektromotor, der trotz kompakter Abmessungen eine Leistung von 300 Kilowatt - umgerechnet 402 PS - auf die Hinterräder stemmt. Den Fahrstrom liefert ein wassergekühlter Lithium-Ionen-Akku des US-Herstellers A123, der mit einer Kapazität von 24 Kilowattstunden für eine Reichweite von etwa 65 Kilometer sorgt. Der Fahrer muss sich aber keine Sorge über die Reichweite macht: Ist der Akku erschöpft, liefert der Verbrennungsmotor mit Hilfe des Generators neuen Strom.

Ampera ging kürzlich in Europa in den Verkauf

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert das Elektroautos Chevrolet Volt, das Lutz in seinen letzten Jahren als Entwicklungschef von General Motors zur Serienreife brachte und von dem GM im vergangenen Jahr fast 10.000 Exemplare verkaufte. Unter dem Namen Ampera ging kürzlich ein Schwestermodell von Opel in Europa in den Verkauf.

"Von all den Autos, die ich in meiner Karriere entwickelt habe, war der Volt mit seinem wegweisenden Antriebskonzept sicher der wichtigste. Dieser Antrieb wird auch das Spiel in der Truckindustrie verändern", erklärte Lutz auf der Detroit Auto Show seinen Einsatz als Berater für das Startup aus Detroit. 

Noch in diesem Frühjahr will VIA Motors mit dem VTRUX, einem zum Elektromobil umgebauten Pickup von GMC, auf den Markt kommen, zum Basispreis von voraussichtlich 79.000 Dollar. Erste Bestellungen nahm das Unternehmen auf der Auto-Show gegen Anzahlung von 1000 Dollar bereits entgegen. Wer mochte, konnte in der Michigan Hall im Kellergeschoss des Messegebäudes gleich eine Probefahrt machen.

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