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Verdacht auf Abgasmanipulation Durchsuchungen im Fall Mitsubishi auch bei Continental und Denso

Exklusiv
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsucht Geschäftsräume von Automobilhersteller Mitsubishi und den Zulieferern Denso und Continental. Quelle: dpa

Wegen des Verdachts der Abgasmanipulation hat die Staatsanwaltschaft bundesweit Geschäftsräume von Autobauer Mitsubishi und den Zulieferern Continental und Denso durchsucht. Auch der Continental-Börsenkurs sackte ab.

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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat am Dienstag neben Continental auch Gebäude von Autozulieferer Denso durchsucht. Das erfuhr die WirtschaftsWoche von einem Insider. Eine Sprecherin von Denso bestätigte dies am Mittwoch. Weiter wollte man sich zu den Ermittlungen aber nicht äußern. Denso hat seinen deutschen Hauptsitz in Eching im Kreis Freising bei München. Laut einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt wurde am Dienstag unter anderem auch im Kreis Freising durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte zuvor auch Standorte von Continental durchsucht. Das bestätigte ein Sprecher von Continental der WirtschaftsWoche. Betroffen sind die Standorte in Frankfurt, Hannover und Regensburg. Continental werde aber als Zeuge geführt, betonte der Sprecher. Man kooperiere vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft. Die Behörde ermittelt im Fall Mitsubishi.

Am Dienstagnachmittag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt bundesweit Geschäftsräume des japanischen Autobauers wegen des Verdachts der Abgasmanipulation durchsucht.

Ermittelt werde „wegen des Verdachts des Betruges gegen verantwortliche Personen eines internationalen Automobilkonzerns, einer Tochtergesellschaft eines internationalen Autohandelskonzerns und von zwei internationalen Automobilzuliefererkonzernen“, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Gegenstand der Untersuchungen seien Fahrzeuge der Marke Mitsubishi mit 1,6- und 2,2 Liter-Dieselmotoren und den Abgasnormen EURO 5 und EURO 6. Es bestehe der Verdacht, dass die Motoren mit illegalen Abschalteinrichtungen versehen seien. Diese sorgen dafür, dass die Fahrzeuge die zulässigen Stickoxid-Höchstwerte auf dem Prüfstand einhalten, nicht jedoch im realen Straßenbetrieb.

Kunden, die ein entsprechendes Fahrzeug besitzen, drohen nun Fahrverbote in manchen Innenstädten oder sogar vollständige Fahrzeugstillegungen. Kunden, die seit 2014 ein entsprechendes Mitsubishi-Modell erworben haben, sollen sich als Zeugen bei ihren örtlichen Polizeidienststellen melden.

Auch die Continental-Anleger an der Börse waren von den Neuigkeiten wenig begeistert. Die Aktie fiel zwischenzeitlich um über 2,5 Prozent.

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