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Vernetztes Fahren Das Connected Car eröffnet neue Möglichkeiten

Das Auto wird vom einfachen Transportmittel zum Connected Car – dem ultimativ vernetzten Device. Aber dieses Erlebnis endet nicht mit der Bereitstellung von Konnektivität, es ist vielmehr der Beginn.

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Das Internet der Dinge wird in Autos eine entscheidende Rolle spielen. Quelle: Audi

Bereits im Jahr 1921 erklärte die Allgemeine Berliner Automobilzeitung: „Das Automobil ist nun perfekt. Es sind keine weiteren Verbesserungen nötig.“ Es sollte anders kommen und noch heute, 94 Jahre später, bleibt das Auto ein höchst innovatives Produkt innerhalb einer traditionsreichen Branche, die ganz aktuell vor einem Wandel steht: Noch vor fünf Jahren waren jegliche Fahrzeuge nicht viel mehr als ein Transportmittel. Heute schon hat die digitale Transformation das Auto zu einem ultimativ vernetzten Device gemacht. Und dieser Trend wird in den nächsten Jahren noch verschärft werden.

Mit der digitalen Transformation ändert sich jedoch auch die Automobilbranche als Ganzes. Bestehende Grenzen verwässern, und neue Unternehmen angrenzender Industrien wie Internet, IT und Telekommunikation drängen in den Markt und fechten bestehende Strukturen und Geschäftsmodelle an. Ziel ist es, Kunden für neue Funktionen im Auto zu begeistern und das Erlebnis von Mobilität neu zu definieren.

Stefan Schumacher ist bei IBM im Bereich Automobilindustrie weltweit für das Thema Connected Vehicle und Mobility Solutions zuständig. Quelle: Presse

Aber dieses Erlebnis endet nicht mit der Bereitstellung von Konnektivität, es ist vielmehr der Beginn: Daten, die zwischen verschiedenen Fahrzeugen und Smart Devices ausgetauscht werden, ermöglichen Einblicke und Erkenntnisse, die vorher niemals möglich gewesen wären. Das Internet der Dinge spielt hier die entscheidende Rolle. Die zwischen Fahrzeug und dem Rest des Internets der Dinge ausgetauschten Informationen können in Echtzeit verknüpft und ausgewertet werden, um so die Grundlage für Entscheidungen sowie Vorhersagen von zukünftigen Entwicklungen und Ereignissen zu werden.

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Diese Entwicklung zu mehr Konnektivität und die dadurch entstehenden Erkenntnisse lassen sich anhand konkreter Zahlen belegen:
• Im Jahr 2020 wird das Auto alle vernetzen Geräte anführen: über 250 Millionen Fahrzeuge werden vernetzt und vollausgestattet mit Sensoren sein
• Vernetzte Fahrzeuge werden 2020 bis zu 350 MB an Daten pro Sekunde produzieren
• Bereits 2016 werden ein Drittel aller Kundeninformationen in der Cloud gespeichert sein
• Die Software im Auto wird in 2020 komplett kabellos über die Cloud aktualisiert

Diese neuen Möglichkeiten bilden gleichzeitig auch eine große Herausforderung für die Branche. Die Daten müssen online und sehr zeitnah gelesen und mit anderen Informationen kombiniert werden können, damit sie ihren wahren Wert entfalten und so tiefere Einblicke gewähren.

Viele Automobilhersteller haben verstanden, dass innovative Applikationen, die Daten bestmöglich nutzen und in verschiedensten Szenarien angewandt werden können, entscheidend für den zukünftigen Erfolg sind. So können neue Geschäftsmodelle und Kundenangebote erfolgreich umgesetzt werden.

Der Erfolg der Applikationen hängt auch entscheidend von der Fähigkeit ab, wie schnell sie am Markt platziert werden können, um bei Kunden Begeisterung auszulösen.

Die Autobauer brauchen eine zentrale Plattform

Um die Anforderungen des Marktes bestmöglich zu erfüllen, ist der Aufbau einer eigenen Connected Vehicle-Plattform für Internet-of-Things-Applikationen bei den meisten Automobilherstellern der bevorzugte Weg. Durch eine solche Plattform haben die Automobilhersteller die Möglichkeit, schnell und innovativ Dienste zentral zu entwickeln und bereitzustellen und so einen kurzen App-Zyklus unabhängig vom langen Produktzyklus eines Fahrzeugs zu erreichen. Über die zentrale Plattform behält er die Kontrolle über die Interaktion und digitale Erlebniswelt des Kunden und über die Monetarisierung der Angebote. Die Automobilhersteller behaupten so ihre zentrale Rolle und müssen keinen Machtverlust an neue Markteinsteiger wie die Internetfirmen befürchten.

Noch viele Hürden für selbstfahrende Autos

Bei der Realisierung dieser Plattformen muss insbesondere auf folgende Bereiche geachtet werden:
• Es ist entscheidend, dass durch die Plattform eine umfassende Palette an Angeboten abgedeckt wird, die der Kunde intuitiv nutzen kann. Die Bandbreite der möglichen Applikationen reicht von persönlichen Routenvorschlägen, Konsumangeboten und Steuerung seiner Infrastruktur in seinem Zuhause bis hin zu vorhersagender Wartung des Fahrzeugs und automatisierten Fahren. Hierzu müssen die unterschiedlichsten Informationen wie hochaktuelle und genaue Karten, Fahrzeug und Fahrerinformationen, Verkehrs- und Routeninformationen sowie vernetzte Systeme des Internets der Dinge, wie zum Beispiel das Smarter Home, mit dem Fahrzeug verknüpft und nutzbar gemacht werden.
• Die Infrastruktur für die Plattform muss eine skalierbare Kommunikation, z.B. durch eine hybride Cloud, zwischen Millionen von Sendern und Empfängern gewährleisten und weltweit erreichbar sein. Es muss zwischen einer öffentlichen Cloud, einer hybriden Cloud und einer on-premise Lösung für die Plattform gewählt werden. Wichtig ist, dass möglichst viele Analyseanwendungen vorhanden sind, um die Daten zu verarbeiten.
• Die Plattform muss offene Standards und Protokolle unterstützen, um so die Integration von Drittanbietern mit möglichst geringem Aufwand zu ermöglichen.
• Die Anwendungen müssen sicher gegen externe Bedrohungen sein und höchste Ansprüche an das Thema Data Privacy erfüllen.

In Arbeit
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Time-to-Market ist ein wichtiger Differenzierungsfaktor: Möglichst schnell müssen die neuen Technologien in den Fahrzeugen sinnvoll und mit einem erkennbaren Mehrwert für den Nutzer verbaut werden. IBM erarbeitet rund um den Erdball mit Herstellern und Zulieferern Lösungen für das Connected Car. Seit kurzem bietet IBM ein spezielles Softwarepaket mit der Bezeichnung IoT for Automotive an. Die zugrundeliegenden Technologien sind bereits heute bei mehreren Automobilherstellern für deren Connected Car-Plattformen im Einsatz.

Stefan Schumacher ist bei IBM im Bereich Automobilindustrie weltweit für das Thema Connected Vehicle und Mobility Solutions zuständig.

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