Volkswagen-Abgas-Skandal +++Kunden wenden sich von VW ab+++

VW arbeitet weiter an der Aufklärung der Abgasaffäre. Laut Medienberichten kommt die interne Revision langsam voran. Bei aller Gründlichkeit ist auch Eile geboten: Aktienkurs und Markenwert sacken weiter ab.

Die VW-Aktie ist unter 90 Euro gefallen Quelle: dpa

+++Viele potenzielle Kunden wenden sich von VW ab+++

Im Abgas-Skandal wenden sich viele potenzielle Käufer von VW ab. In einer aktuellen Erhebung des Marktforschers puls, aus dem die "Automobilwoche" zitiert, sagten elf Prozent jener Befragten, die bislang am Kauf eines VW interessiert waren, dass sie nun kein Auto dieser Marke mehr kaufen wollten. Weitere 35 Prozent sagten, sie würden nun abwarten, wie sich die Dinge entwickelten. Allerdings sagten auch 54 Prozent, sie seien immer noch am Kauf eines VW interessiert.

Dabei hält die Mehrheit den Abgas-Skandal nicht für eine reine VW-Angelegenheit. 67 Prozent sind der Meinung, dass auch andere Autobauer bei den Abgaswerten tricksen. Nur elf Prozent gehen davon aus, dass sich der Skandal auf die Marke VW beschränkt.
Weitere 50 Prozent glauben, dass die deutschen Autobauer durch den Skandal an Ansehen verloren haben, 48 Prozent sehen diesen Effekt für das Qualitätssiegel "Made in Germany". Zudem sagen 41 Prozent, das Vertrauen in VW sei nachhaltig beschädigt. Nur 29 Prozent gehen dagegen von einer schnellen Erholung aus. Für die Erhebung wurden zwischen dem 30. September und dem 2. Oktober 557 Personen befragt. Darunter 283 Personen, die vor dem Skandal am Kauf eines VW interessiert waren.

+++ Regierung will Diesel-Besteuerung unverändert lassen+++

In der Bundesregierung gibt es keine Pläne, die Besteuerung von Diesel-Kraftstoff zu verändern, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums sagt. Nach dem Skandal stellt Großbritannien Subventionen für Diesel-Fahrzeuge infrage. Auch Frankreichs Umweltministern Segolene Royal hatte angekündigt, ihr Land wolle die finanziellen Vorteile für Diesel in den nächsten fünf Jahren abschaffen.

+++Porsche-Betriebsrat stärkt früherem VW-Motoren-Entwickler den Rücken+++

Der frühere VW-Motoren-Entwickler Wolfgang Hatz bekommt Rückendeckung vom Betriebsratschef seines jetzigen Arbeitgebers Porsche. Arbeitnehmervertreter Uwe Hück sagte den "Stuttgarter Nachrichten", der derzeit beurlaubte Porsche-Entwicklungsvorstand habe ihm sein Wort gegeben, dass er mit den Abgas-Manipulationen bei Volkswagen nichts zu tun habe. "Auch für ihn gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung", meinte Hück.

Da es aber "zeitlich kritische Überschneidungen" gebe, müsse dem Thema nachgegangen werden, sagte der Porsche-Betriebsratschef. Wenn die Unschuld nachgewiesen sei, "kehrt er mit reingewaschener Weste ins Unternehmen zurück. Wenn nicht, wird reagiert wie bei allen anderen auch." Der 56-jährige Hatz war von 2007 bis 2011 bei VW als Generalbevollmächtigter für die Motoren-Entwicklung zuständig, danach wurde er Porsche-Vorstand für Forschung und Entwicklung.

Der VW-Abgas-Skandal im Überblick

Die VW-Tochter Porsche ist von dem Diesel-Skandal nicht betroffen, die bemängelten Vierzylinder-Motoren hat der Sport- und Geländewagen-Hersteller nicht im Programm. Hück nannte die Abgasmanipulationen bei VW "unnötig wie einen Kropf". Nach dem Bekanntwerden habe er sich gefragt: "Wie kann man denn nur so blöd sein?" VW habe sehr viel Kundenvertrauen zerstört, sagte Hück. Solches Vertrauen wieder aufzubauen, dauere sehr lang.

+++VW-Aktie verliert weiter+++

Weiter abwärts ging es für die Papiere von Volkswagen, die bis auf 86,36 Euro absackten und damit auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren fielen. Einem Zeitungsbericht zufolge gestanden mehrere Mitarbeiter Manipulationen der Abgaswerte ein. VW wollte den Bericht aber nicht kommentieren. Zudem standen im weltweit zweitgrößten VW-Werk im mexikanischen Puebla am Samstag die Bänder still, und der Konzern stoppte in Australien den Verkauf einiger Dieselmodelle.

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