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Volkswagen-Abgas-Skandal +++Kunden wenden sich von VW ab+++

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Pötsch: "Existenzbedrohende Krise"

+++Pötsch wählt harte Worte+++

Der designierte Aufsichtsratschef schlägt im Abgasskandal bei Volkswagen einen harten Ton an. Hans Dieter Pötsch habe bei einer internen Veranstaltung in Wolfsburg von einer "existenzbedrohenden Krise für den Konzern" gesprochen, berichtete die "Welt am Sonntag". Er sei aber sicher: Das "kriegen wir hin", wenn alle mitzögen.

In der vergangenen Woche hatte das VW-Aufsichtsratspräsidium beschlossen, dass der bisherige Finanzvorstand Pötsch so schnell wie möglich an die Spitze des Kontrollgremiums rücken und dort den amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber, ablösen soll. Statt auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 9. November soll Pötsch durch das Amtsgericht Braunschweig bestellt werden, der Aufsichtsrat müsste die Personalie absegnen. Für Mittwoch sei nun eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung geplant, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person zu Reuters.

Sorgen machen Pötsch laut "FAS" vor allem die Auswirkungen der Krise auf die Bonität des Konzerns. Am Donnerstag hatten Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die VW-Führung mache sich Gedanken, wie angesichts drohender Strafzahlungen und Sammelklagen in Milliardenhöhe verhindert werden kann, dass die Finanzpolster des Konzerns abschmelzen. VW diskutiere deswegen Schritte wie Kostensenkungen und Einnahmeerhöhungen.

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    Unterdessen bemüht sich Volkswagen darum, bei den Kunden die Wogen zu glätten. Am Sonntag erschienen in Sonntagszeitungen wie "Bild am Sonntag" und "FAS" ganzseitige Anzeigen von Volkswagen mit der Überschrift: "Eigentlich sollte hier unsere Anzeige zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung stehen." Danach wird erklärt, wie der Text dazu ursprünglich hätte lauten sollen. Abschließend der Satz: "Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen."

    +++VW wirbt in seitengroßen Zeitungsanzeigen um Kunden+++

    Im Abgas-Skandal bei Volkswagen hat der kriselnde Autobauer in seitengroßen Zeitungsanzeigen um seine Kunden geworben. "Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen", heißt es in dem Text, der prominent in mehreren auflagenstarken Sonntagsblättern abgedruckt war. "Eigentlich sollte hier unsere Anzeige zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung stehen", lautete die Überschrift. Darunter betonte VW, geplant sei gewesen, sich mithilfe der Anzeige bei Kunden, Mitarbeitern und Handelspartnern zu bedanken. Das Konzern-Image hat massiv unter dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen gelitten, die Aktie ging auf Talfahrt.

    +++Ingenieure gestehen wohl Einbau der Manipulationssoftware+++

    Im VW-Abgas-Skandal liegen einem Zeitungsbericht zufolge erste Geständnisse vor. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf die interne Revision des Autobauers berichtete, sollen mehrere VW-Ingenieure bei Befragungen ausgesagt haben, sie hätten 2008 die Manipulations-Software installiert.

    Laut BamS befand sich der Dieselmotor EA 189, an dem bei VW seit 2005 gearbeitet worden war, kurz vor der Serienreife. Es sei aber keine Lösung gefunden worden, wie sowohl die Abgasnormen als auch die Kostenvorgaben für den Motor eingehalten werden konnten. Daher sei die Entscheidung gefallen, die Manipulations-Software zu verwenden, hätten die Ingenieure gegenüber der internen Revision zu Protokoll gegeben. Unklar sei aber weiterhin, wer die Anweisung für die Installation der Manipulations-Software gab.

    Wie das Blatt weiter berichtet, sei für die Manipulation der Abgaswerte auch eine Software des Zulieferers Continental verwendet worden und zwar für die kleinere 1.6-Liter-Variante. Conti-Sprecher Felix Gress sagte der Zeitung: "Wir hatten keine Hinweise auf einen Missbrauch unserer Technik. Die uns von uns gelieferte Software konnte keine Abgaswerte manipulieren." Bei VW wollte man sich auch zu dieser Frage nicht äußern.

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