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Volkswagen bündelt Komponentenwerke Fünf Antworten zur neuen VW-Sparte

2016 hatte es VW-Chef Matthias Müller bereits angekündigt, jetzt macht er offenbar ernst: Laut einem Medienbericht wird Volkswagen seine Komponentenwerke in einer eigenen Sparte bündeln. Was sich damit alles ändert.

VW-Motorenwerk in Chemnitz. Quelle: dpa

VW-Chef Matthias Müller macht beim von ihm forcierten Konzernumbau weiter Tempo. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat der VW-Vorstand inzwischen beschlossen, den hauseigenen Zuliefererbereich herauszulösen und in einer neuen Sparte zusammenzufassen. Die Sparte "Komponente" war Teil der im Mai 2016 vorgestellten Zukunftsstrategie Müllers.

Was ändert sich künftig?

Zunächst der Status quo: Bislang sind die Komponentenwerke nach Marken gegliedert. VW hat seine Motorenwerke, Audi auch. All diese Werke, die neben Motoren auch etwa Getriebe, Sitze und Fahrwerksteile fertigen, werden jetzt markenübergreifend zusammengefasst. In der neuen Konzernsparte bündeln sich so 56 Werke weltweit mit 80.000 Mitarbeitern. Der Konzern bestätigte inzwischen "Handelsblatt"-Informationen, laut dem die Komponente von Thomas Schmall geleitet werden soll. Der 53-jährige Manager führte bisher den Zulieferbereich bei der Konzernmarke VW.

Die Komponentenwerke in Deutschland

Wieso macht VW das?

In erster Linie um Kosten zu sparen. Mit einer einheitlichen Organisation sollen Doppelarbeiten vermieden werden. Zudem sollen in der Komponentensparte verschiedene Marken "koordiniert" am Einstieg in die Elektromobilität arbeiten. Das ist auch notwendig, denn bei der Elektromobilität hat der Konzern Rückstand und derzeit laufen viele E-Projekte unter anderem bei VW, Audi, Skoda und Porsche. Dazu kommt: Von dem Volumenwachstum elektrischer Modelle sind die Komponentenwerke stärker betroffen als die reinen Fahrzeugwerke zur Montage der Autos: Verbrennungsmotoren und Getriebe werden dann immer weniger benötigt.

Was sagt dann der Betriebsrat zu der Umstrukturierung?

Er ist dafür, die Ausgliederung der Komponentenwerke ist eine alte Forderung des Betriebsrats. Der mächtige Betriebsratschef Bernd Osterloh weiß, dass die Komponentenwerke produktiver werden müssen, sonst drohen härtere Einschnitte. "Wir wollen die Komponente als strategisches Geschäftsfeld des Volkswagen-Konzerns weiter stärken und ausbauen", sagte Osterloh jetzt dem "Handelsblatt". Die Beschäftigung in den Komponentenwerken lasse sich nur über eine "offensive Strategie" langfristig sichern.

Die Komponentenwerke in Europa

Ist die Ausgliederung der erste Schritt, um die Werke in einigen Jahren ganz abspalten zu können?

Nein, vorerst nicht. Die Komponentenwerke werden zwar in einer eigenen Organisationseinheit zusammengefasst und agieren eigenständiger, sie werden aber keine rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft. Eine eigenständige Aktiengesellschaft, an der Volkswagen 100 Prozent der Anteile hält, könnte leicht veräußert werden.

Doch soweit kommt es nicht. Das neue Konstrukt ähnelt der Nutzfahrzeug-Sparte: VW Nutzfahrzeuge agiert eigenständig, ist aber kein eigenes Unternehmen. Das zeigt sich zum Beispiel bei den Arbeitsverträgen. Die Mitarbeiter bleiben bei ihrem bisherigen Arbeitgeber beschäftigt, also etwa bei der Marke Volkswagen oder bei Audi. Das sichert auch den Betriebsräten entsprechende Mitspracherechte.

Gibt es in der Branche Vorbilder dafür?

Der von VW gewählte Weg mit der Teil-Ausgliederung ist neu. 1999 hatte General Motors seinen Zuliefererbereich abgetrennt und unter dem Namen Delphi an die Börse gebracht – ein Jahr später folgte Ford mit Visteon. Auch der FiatChrysler-Konzern hat mit Magneti Marelli seinen eigenen Zulieferer, Toyota mit Denso. Delphi und Visteon agieren eigenständig, Magneti Marelli und Denso arbeiten trotz der Konzernzugehörigkeit auch für Drittfirmen.

Bei VW gibt es bislang keine konkreten Pläne, dass die "Komponente" auch für Abnehmer außerhalb des VW-Konzerns fertigen wird. In der Zukunftsstrategie von Müller war das aber als möglich bezeichnet worden. Später kann sich das also noch ändern.

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