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Volkswagen Geburtstagsgeschenk für Herrn Piëch

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Der Ferrari unter den Motorrädern

MotoGP rider Nicky Hayden of the United State steers his Ducati Quelle: dapd

Ducati sei nach Jahren der Sanierung „ein perfektes Unternehmen“, frohlockte vor einigen Wochen auch der Finanzinvestor Andrea Bonomi, dessen Gesellschaft Investindustrial 70 Prozent an Ducati hält. Die restlichen Anteile liegen beim Hedgefonds BS und dem kanadischen Pensionsfonds Hospitals of Ontario Pension Plan. Um weiter wachsen zu können, so Bonomi, benötige Ducati nun „die Unterstützung eines Branchenpartners von Weltrang“. Doch auch mit einem Autoriesen wie VW im Rücken wird es die rassige Motorradmarke, die von Fans auch „Ferrari unter den Motorrädern“ genannt wird, nicht leicht haben. Denn der Markt für klassische Motorräder wird in vielen Ländern immer kleiner. Der Industrieverband Motorrad gibt sich wenig Mühe, die Situation schönzureden: In Europa gehe es „steil bergab mit den Verkaufszahlen“, heißt es unverblümt. Hersteller hätten mitunter große Schwierigkeiten, ihre Verkaufszahlen auch nur stabil zu halten. Wachstumsimpulse kämen aus Schwellenländern. Nur ein deutscher Autobauer sticht in dem miserablen Umfeld als Sieger hervor: BMW. Den Münchnern gelang es mit der Motorradmarke BMW in den vergangenen zwei Jahren, gegen den Markttrend zu wachsen. 2011 stieg der Absatz um gute sechs Prozent, in vielen Ländern konnte BMW seinen Marktanteil kräftig ausbauen.

BMW sei der beste Beleg, dass sich eine Motorradsparte für einen Autobauer rechnen könne, heißt es prompt auch bei VW. Doch der „grandiose Erfolg“ (Motorrad-Verband) der Münchner relativiert sich bei genauerem Hinsehen. Getrübt werden die jüngsten Verkaufserfolge ausgerechnet von Rückschlägen bei der italienischen Motorradmarke Husqvarna, die sich BMW Ende 2007 einverleibte. Hier sind die Verkäufe seit drei Jahren rückläufig. Für 2011 steht ein dickes Minus von 23 Prozent im Geschäftsbericht. Eher dürftig sind auch die Gewinne, die die Zweiräder beisteuern: Auf nur 2,8 Prozent Umsatzrendite kam die Motorradsparte 2011. Bei den Autos waren es 10,8 Prozent.Soll die VW-Investition in Ducati mehr sein als ein extravagantes Geburtstagsgeschenk für den Milliardär Piëch, muss der Zukauf die Entwicklung von Mobilitätslösungen für die weltweit wachsenden Ballungsräume beflügeln. VW könne dabei vor allem von der fortschrittlichen Steuerung der Ducati-Motoren und dem Leichtbau-Know-how der Italiener profitieren, meinen Insider. Die Technik könnte auch das kleine Ein-Liter-Auto XL1 voranbringen, das VW 2013 auf den Markt bringen will – und das ebenfalls ein Lieblingsprojekt von Ferdinand Piëch ist.

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