Volkswagen Fünf Millionen VWs für China

Produktionsengpässe bremsen Volkswagen in China. Als Konsequenz wird der Autobauer seine Kapazitäten massiv erweitern. Das Ziel ist ehrgeizig: Der Konzern will schneller als der Markt wachsen.

eine Frau säubert am 20.04.2013 auf dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai (China) das Heck eines Volkswagen Santana. Quelle: dpa

Der Volkswagen-Konzern baut seine Kapazitäten in China stärker als bisher geplant aus, um mit dem rasanten Wachstum auf dem größten Automarkt der Welt besser mithalten zu können. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur kündigte der China-Vorstand Jochem Heizmann am Samstag in Peking an, dass der Marktführer sein Ziel für die Produktionskapazität in China bis 2019 auf fünf Millionen Autos hochschrauben werde. Zunächst waren nur vier Millionen bis 2018 angepeilt worden. „Wir arbeiten mit Volldampf“, sagte Heizmann.

Trotz einer erwarteten leichten Verlangsamung auf seinem wichtigsten Markt rechnet der Konzern in den nächsten fünf Jahren weiter mit einem kräftigen Zuwachs im Reich der Mitte um durchschnittlich fünf bis acht Prozent im Jahr. „Wobei ich eher den oberen Wert annehmen würde als den unteren“, sagte Heizmann. „Wir wollen immer ein bisschen besser sein als der Markt, das ist klar.“

Diese Autos kaufen Chinesen am liebsten
Platz 10: VW PassatEin Passat „nur“ auf dem zehnten Platz in der Zulassungsstatistik – in Deutschland undenkbar. Dennoch kann sich der Erfolg der NMS-Version des Passats (New Midsize Sedan), die in den USA und China verkauft wird, sehen lassen: Im ersten Halbjahr kam der Passat in China auf  135.954 Neuzulassungen. Zum Vergleich: In Deutschland kam der Passat, trotz oder wegen des anstehenden Modellwechsels ,in der Statistik von Januar bis Juni hinter dem Golf auf den zweiten Platz – allerdings reichen dafür hierzulande gerade einmal 35.533 Neuzulassungen. Quelle: Presse
Platz 9: Great Wall Haval H6Great Wall Motors gehört zu den größten SUV-Herstellern Chinas. Sein Bestseller ist der Haval H6, teilweise auch Hover H6 genannt. Das Kompakt-SUV ist mit 4,64 Metern etwa so groß wie ein Audi Q5. Mit  143.119  Zulassungen ist der H6 das beliebteste SUV Chinas im ersten Halbjahr 2014. Quelle: Presse
Platz 8: Nissan SylphyAb jetzt folgen nur noch die in China gefragteste Karosserieform – viertürige Stufenheck-Limousinen in allen erdenklichen Größen. Den Anfang macht auf dem achten Rang der Nissan Sylphy, der als Kompakt-Limousine für chinesische Verhältnisse geradezu klein ist. Mit 4,61 Metern ist er in etwa so lang wie hierzulande ein Golf Kombi. Im ersten Halbjahr konnte Nissan 145.214 Sylphys verkaufen. Quelle: Presse
Platz 7: Buick Excelle XTIhnen kommt der Buick Excelle XT irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, schließlich ist es ein Opel Astra. Lediglich die Logos außen und innen wurden getauscht, ebenso der verchromte Kühlergrill – Badge-Engineering vom Feinsten. Mit dieser wohl einfachsten Art der „Modellentwicklung“ bringt es die GM-Tochter immerhin auf 147.404 Neuzulassungen. Quelle: Presse
Platz 6: VW JettaJetzt wird es etwas kompliziert: 152.621 Neuzulassungen in China gab es für den VW Jetta. Unter diesem Namen wurde auch in Deutschland jahrelang die viertürige Limousine auf Basis des Golf verkauft. Auf den aktuellen Jetta trifft das nur noch in Teilen zu. Um den Ansprüchen der amerikanischen und chinesischen Kunden zu entsprechen, übernimmt der Jetta von der Plattform des Golf VI zwar zahlreiche Teile, ist aber deutlich länger. Der Jetta wird in China allerdings auch noch unter anderen Modellbezeichnungen verkauft. Quelle: Presse
Platz 5: VW SagitarEin Beispiel dafür ist der VW Sagitar. Er entspricht zwar technisch und weitestgehend auch optisch dem Schwestermodell Jetta, wird aber nicht von VW selbst, sondern von dem Joint Venture FAW-VW zusammen mit First Automotive Works - gebaut. Und dieses formell eigenständige Unternehmen nennt seinen Jetta eben anders. Am Verkaufserfolg ändert sich wenig, der Sagitar kam im ersten Halbjahr auf 155.393  Neuzulassungen. Quelle: Presse
Platz 4: VW SantanaDer seit 2013 gebaute Santana ist eine Eigenentwicklung von Shanghai Volkswagen, speziell für den chinesischen Markt. Damit ist der Santana eines der wenigen VW-Modelle in China, das nicht auf einem bestehenden Fahrzeug basiert. Mit einer Länge von 4,47 Metern gehört der Santana zu den kleineren Limousinen. Er brachte es im ersten Halbjahr auf 161.957  Neuzulassungen. Shanghai Volkswagen ist übrigens ein weiteres VW-Joint Venture aus der Shanghai Automotive Industry Corporation und eben Volkswagen. Quelle: Presse

Der jüngste Dämpfer durch den überraschenden Absatzrückgang für die Kernmarke Volkswagen in China um 0,7 Prozent im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat sei durch Produktionsengpässe zu erklären. „Wir könnten mehr verkaufen, wenn wir mehr Kapazitäten hätten“, sagte Heizmann. „Der Januar war untypisch, weil wir Anläufe mit neuen Modellen hatten.“ Die Kapazitätserweiterungen seien erst im Anlauf. „Das hat etwas gebremst“, sagte das Vorstandsmitglied.

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„Wenn man wie jetzt über 300 Arbeitstage im Jahr arbeitet, dann hat man nicht genügend Tage frei für die Einführung neuer Modelle in der Fabrik und für die nötige technische Umstellung.“ Weitere Werke nähmen aber schon dieses Jahr den Betrieb auf, so etwa die Autofabrik in Changsha in Zentralchina und ein Motorenwerk in Changchun.

Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern 3,67 Millionen Autos in China - ein Zuwachs von 12,4 Prozent. Während Audi um 17,7 Prozent zulegte, kletterte der Absatz der Marke Volkswagen, die besonders mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen hat, um zehn Prozent. Zwar startete der Gesamtmarkt im Januar weiter kräftig mit einem Plus von zehn Prozent, doch rechnet der chinesische Branchenverband CAAM für das ganze Jahr nur mit einem Zuwachs um acht Prozent - nach 9,9 Prozent im Vorjahr.

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