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Volkswagen-Hauptversammlung So will Diess den VW-Konzern umbauen

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Diess will womöglich Ducati und Renk abspalten

Diess versteckte sich aber nicht hinter der Floskel, dass die neue Struktur in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Marken ausgearbeitet werde, sondern nannte vor den Aktionären schon konkret, was er sich vorstellt. Spätestens jetzt ist klar, dass der neue VW-Chef auch Ausgliederungen von Nicht-Kerngeschäften nicht ausschließt. Dies sei etwa bei Ducati oder Renk denkbar. Jedoch hatten Arbeitnehmervertreter einen Verkauf von Renk, an dem die VW-Tochter MAN 76 Prozent der Anteile hält, strikt abgelehnt. Diess will jetzt „belastbare Zukunftsperspektiven“ erarbeiten.

Auch die operative Abspaltung der schweren Nutzfahrzeuge triebt Diess weiter voran. „Das Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen unterscheidet sich grundlegend vom dem mit Pkw“, sagt Diess. „Dem tragen wir künftig noch mehr Rechnung.“ Deshalb solle Volkswagen Truck & Bus weitgehend unabhängig von der Steuerung durch den Konzern aufgestellt und „in absehbarer Zeit“ fit für die Börse werden. Einen genauen Zeitrahmen nannte Diess aber nicht.

Konkreter wurde er wieder bei der Prognose für das laufende Jahr. Der Start ins Jahr mit neuen Bestwerten bei Absatz und Umsatz sowie einem wiederum sehr guten Ergebnis im ersten Quartal sei vielversprechend gewesen. Im Gesamtjahr sollen die Umsatzerlöse um bis zu fünf Prozent steigen, die operative Rendite soll zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen.

Neuordnung bei Volkswagen – die wichtigsten Ergebnisse

Rückenwind erwartet sich Volkswagen nach Diess' Worten unter anderem von der Fortsetzung seiner markenübergreifenden Modelloffensive. Im laufenden Jahr bringt der Konzern weltweit insgesamt rund 80 Neuheiten zu den Kunden. Gleichwohl gebe es auch Risiken – vor allem die Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus. „Die deutlich aufwändigeren Messungen finden nach einem markenübergreifend koordinierten Zeitplan statt“, so Diess. „Unser Ziel ist es, innerhalb der sehr knappen Übergangsphase alle technisch erforderlichen Anpassungen vorzunehmen und die nötigen Werte ermitteln zu können.“ Dennoch könne es „unter ungünstigen Umständen“ temporär Engpässe im Angebot ergeben.

Der Konzernchef verwies hier unter anderem auf die Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus, der derzeit die gesamte Industrie vor Herausforderungen stellt. Der Volkswagen-Konzern habe sich so frühzeitig wie möglich und sehr intensiv auf das neue Testverfahren zur Bestimmung von Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoffverbrauchs vorbereitet, das zum 1. September 2018 gilt. Man sei zuversichtlich, innerhalb der knappen Übergangsphase alle nötigen Werte ermitteln zu können. Es spielten aber auch Faktoren wie zum Beispiel die Verfügbarkeit der Technischen Dienste sowie der Kapazitäten der jeweiligen Genehmigungsbehörden eine Rolle.

Für den Volkswagen-Konzern bedeute die Umstellung aufgrund seiner Modellvielfalt eine enorme Kraftanstrengung. „Unter ungünstigen Umständen können sich temporär Engpässe in unserem Angebotsprogramm ergeben“, erklärte Diess. Gleichwohl „gehen wir davon aus, dass 2018 erneut ein gutes Jahr für den Volkswagen Konzern wird“, so der Vorstandsvorsitzende. Volkswagen werde nicht nur operativ auf Erfolgskurs bleiben, sondern auch seine Neuausrichtung fortsetzen: „fokussiert, mit mehr Nachdruck und Tempo!“

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