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Volkswagen Offenbar weniger Autos von zu hohen Spritwerten betroffen

Anfang November hatten die Wolfsburger noch gewarnt, bei rund 800.000 Fahrzeugen gebe es Unregelmäßigkeiten beim Spritverbrauch. Nun folgt die Entwarnung, deutlich weniger Autos sollen betroffen sein.

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Diesel-Variante eines VW-Jetta. Quelle: dpa

Zumindest der Skandal um zu hohe Spritverbrauchswerte könnte für VW glimpflicher ausgehen als befürchtet. Die Zahl der verdächtigen Autos schrumpfe, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX: „Es werden von Tag zu Tag weniger.“ Auch die gemessenen Abweichungen dürften demzufolge am Ende in einem geringen Bereich landen.

Anfang November hatte VW noch mitgeteilt, dass konzernweit rund 800 000 Autos von Unregelmäßigkeiten bei Werten zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) und damit auch beim Spritverbrauch betroffen seien könnten. Skoda gab bereits komplett Entwarnung.

Das neue Who is Who im VW-Konzern
Stefan Knirsch Quelle: Audi
Hinrich Woebcken Quelle: dpa
Neuer Generalbevollmächtigter für die Aggregate-Entwicklung: Ulrich EichhornVolkswagen hat einen neuen Koordinator für die Aggregate-Entwicklung auf Konzernebene. Der WirtschaftsWoche bestätigte Ulrich Eichhorn, dass er im Frühjahr zu VW zurückkehrt. Der 54-Jährige kommt vom Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), wo er die Verantwortung für die Bereiche Technik und Umwelt inne hatte. Zuvor war Eichhorn neun Jahre lang Entwicklungsvorstand bei der VW-Tochter Bentley. Eichhorn wird nicht Mitglied des Vorstands, sondern berichtet als Generalbevollmächtigter direkt an VW-Chef Matthias Müller – ähnlich wie der neue Chef-Stratege Thomas Sedran. Quelle: Presse
Der neue Generalbevollmächtigte für Außen- und Regierungsbeziehungen: Thomas StegEs ist kein Wechsel der Funktion, sondern der Zuordnung: Thomas Steg ist seit 2012 Generalbevollmächtigter des Volkswagen-Konzerns für Außen- und Regierungsbeziehungen. Bislang war dieser Bereich Bestandteil der Konzernkommunikation. Jetzt ist das Team um Steg als eigenständiger Bereich in das Ressort von VW-Chef Matthias Müller zugeordnet, an den Steg persönlich berichtet. Der diplomierte Sozialwissenschaftler wird zusätzlich das Thema Nachhaltigkeit verantworten. „Mit der Bündelung der Konzernzuständigkeiten und der neuen Zuordnung des Themas Nachhaltigkeit trägt Volkswagen dessen wachsendem Gewicht Rechnung“, teilte der Konzern mit. Steg begann seine berufliche Laufbahn 1986 als Redakteur der Braunschweiger Zeitung. Danach war er Pressesprecher zunächst des DGB Niedersachsen/Bremen, ab 1991 des Niedersächsischen Sozialministeriums und ab 1995 der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen. 1998 übernahm er im Bundeskanzleramt die stellvertretende Leitung des Büros von Bundeskanzler Gerhard Schröder, ab 2002 war er stellvertretender Regierungssprecher, ab 2009 selbstständiger Kommunikationsberater. Quelle: Presse
Der neue VW-Entwicklungsvorstand: Frank WelschKurz nach dem Bekanntwerden von Dieselgate wurde der Entwicklungsvorstand der Marke VW, Heinz-Jakob Neußer, beurlaubt. Bei der Aufsichtsratssitzung am 9. Dezember ernannte das Kontrollgremium Frank Welsch zu seinem Nachfolger. Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur ist seit 1994 im Konzern. Über verschiedene Stationen in der Karosserie-Entwicklung, als Entwicklungsleiter in Shanghai und Leiter der Entwicklung Karosserie, Ausstattung und Sicherheit der Marke Volkswagen arbeitete er sich zum Entwicklungsvorstand von Skoda hoch. Diesen Posten hatte Welsch seit 2012 inne.Sein Vorgänger Neußer verlässt den Konzern allerdings nicht, sondern steht laut VW-Mitteilung "dem Unternehmen für eine andere Aufgabe zur Verfügung". Quelle: Volkswagen
Der neue VW-Beschaffungsvorstand: Ralf BrandstätterRalf Brandstätter wird Vorstand für Beschaffung der Marke Volkswagen. Der 47-Jährige folgt in seiner neuen Funktion auf Francisco Javier Garcia Sanz, der die Aufgabe als Markenvorstand in Personalunion zusätzlich zu seiner Funktion als Konzernvorstand für den Geschäftsbereich Beschaffung wahrgenommen hatte. In Zukunft wird Garcia Sanz zusätzlich zu seinen Aufgaben als Konzernvorstand Beschaffung die Aufarbeitung der Diesel-Thematik betreuen. Brandstätter kam 1993 in den Konzern. Seit dem ist der Wirtschaftsingenieur in verschiedensten Posten für die Beschaffung verantwortlich gewesen, zuletzt als Leiter Beschaffung neue Produktanläufe. Zwischenzeitlich war er auch Mitglied des Seat-Vorstands. Seit Oktober 2015 ist Brandstätter auch Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG. Brandstätter berichtet wie der ebenfalls neu berufene Entwicklungschef Frank Welsch direkt an VW-Markenvorstand Herbert Diess. Quelle: Volkswagen
Neuer VW-Personalvorstand: Karlheinz BlessingMitten in der größten Krise der Konzerngeschichte bekommt Volkswagen mit dem Stahlmanager Karlheinz Blessing einen neuen Personalvorstand. Der Aufsichtsrat stimmte am 9. Dezember bei seiner Sitzung dem Vorschlag der Arbeitnehmerseite für den vakanten Spitzenposten bei Europas größtem Autobauer zu. Blessing folgt damit auf den bisherigen Personalvorstand Horst Neumann, dieser war Ende November in den Ruhestand gegangen. Der Ernennung war eine lange Suche nach einem geeigneten Kandidaten vorausgegangen. Blessing (58) ist seit 2011 Vorstandsvorsitzender der Stahlherstellers Dillinger Hütte. Zuvor war er Büroleiter des damaligen IG Metall-Vorsitzenden Franz Steinkühler und Anfang der 1990er Jahre Bundesgeschäftsführer der SPD. 1993 ersetzte er als Arbeitsdirektor bei der Dillinger Hütte Peter Hartz, der damals zu VW nach Wolfsburg ging. Blessing sei gut in der IG Metall vernetzt, habe aber auch unternehmerische Erfahrung, hieß es in den Konzernkreisen. Quelle: dpa

Genaue Angaben, wieso sich bei einigen Modellen die Unregelmäßigkeiten nun quasi in Luft aufgelöst hätten, machte der Sprecher zunächst nicht. Derzeit prüfe VW mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch weitere Modelle. Das KBA war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ein Audi-Sprecher verwies auf die Frage, wie es bei Audi-Fahrzeugen aussehe, an den Konzern. Der VW-Sprecher kündigte für die kommende Woche genauere Ergebnisse der Nachmessungen an.

Zur Höhe möglicher Abweichungen hatte sich VW bis vor kurzem nicht geäußert. Der VW-Sprecher sagte nun, Abweichungen von den Katalogwerten lägen bei den verbliebenen Autos um zwei bis acht Gramm CO2 pro Kilometer. Das entspreche einem zu hohen Spritverbrauch von 0,1 bis 0,2 Liter auf 100 Kilometern.

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Die Deutschlandchefin der VW-Tochter Skoda hatte zuvor bereits erklärt, Skoda sei entgegen eines anfänglichen Verdachts nicht von Unregelmäßigkeiten bei den CO2-Werten betroffen. Das Unternehmen habe die Skoda-Händler informiert, sagte Imelda Labbé in Frankfurt. Warnhinweise, dass die tatsächlichen CO2- und damit auch die Spritverbrauchswerte nicht mit den Angaben des Herstellers übereinstimmen, könnten entfernt werden. Ursprünglich hatte ein Sprecher des VW-Konzerns mitgeteilt, dass auch das Skoda-Modell Octavia von Unregelmäßigkeiten betroffen sei.

Diese Unregelmäßigkeiten sind aber unabhängig von der weitaus größeren Skandal-Baustelle bei VW: den Manipulationen der Stickoxidwerte bei weltweit bis zu 11 Millionen Autos des Konzerns. Davon sind die VW-Töchter Skoda, Audi und Seat sowie die Kernmarke VW unverändert betroffen.

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