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Volkswagen Roboter sollen Menschen in der Produktion ersetzen

Volkswagen will in großem Umfang in der Produktion Menschen durch Roboter ersetzen. Um seinen Arbeitsplatz muss wohl dennoch niemand fürchten.

Die Highlights der Hannover Messe
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Eröffnungsrundgang der Hannover Messe am Stand "Holland High Tech" neben einem Roboter "Frau Antje" von der Technischen Universität Eindhoven. Die zentralen Themen der Messe sind Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien, Industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Die Industriemesse findet vom 7. bis 11. April 2014 statt. Partnerland sind in diesem Jahr die Niederlande. Auf der weltweit wichtigsten Industriemesse präsentieren sich 5.000 Aussteller aus 65 Ländern. Quelle: dpa
Der Chef der holländischen Firma Trikke Europe B.V., Pieter Dekker, fährt auf einem elektrisch angetriebenen Trike des Unternehmens. Rund 230 niederländische Aussteller sind vor Ort. Ein Ausnahmewert, denn nie zuvor haben sich so viele niederländische Unternehmen an einer Industriemesse beteiligt. Unter dem Motto "Global Challenges, Smart Solutions§ zeigen die Niederlande den Messebesuchern in neun Holland Pavillons – von preisgekrönten Solarautos, die die neueste Raumfahrttechnik nutzen, bis hin zu erstklassigen Zulieferunternehmen, die Qualität mit Flexibilität verbinden. Quelle: dpa
Der Roboter "Titan" der Firma Cyberstein Robots am Siemens Stand. Bei diesem "Roboter" handelt es sich in Wirklichkeit um ein Kostüm, in dem ein echter Mensch steckt. Der "Titan" ist ein Werbegag, den Firmen weltweit für ihre Events mieten können. Er ist 2,40 m hoch und rund 60 kg schwer und hauptsächlich aus Kunststoff. Der "Titan" tanzte auch schon mit Pop-Sternchen Rihanna auf deren Tour im Jahr 2010. Quelle: dpa
Die Fraunhofer Gesellschaft zeigt das Micro Smart Grid System. Damit lässt sich wie hier im Bild über ein Tablet die Energieerzeugung und der Verbrauch eines Elektroauto steuern. Quelle: dpa
Volkswagen zeigt anhand einer speziell für die Hannover Messe angelegten Produktionsstraße, wie die automatisierte Türmontage an einem VW Golf 7 funktioniert. Quelle: dpa
Ein Mitarbeiter von Parrot steuert am Carl Zeiss Stand eine Flugdrohne mit Hilfe einer speziell von Carl Zeiss entwickelten 3D-Multimediabrille und einem Smartphone. Quelle: dpa
Der Leiter Softwareentwicklung bei IBG Robotronic, Peter Knappe, bedient eine vollautomatische Montagezelle für Elektrofahrzeuge. Im Bereich der Elektromobilität entwickelt IBG zusammen mit Forschungszentren und Universitäten Fertigungskonzepte für die Serienfertigung von neu entwickelten Elektrofahrzeugen und deren Komponenten. Quelle: dpa

"Es gibt zwei Gründe für mich, die verstärkte Automatisierung der Fabrikarbeit bei Volkswagen voranzutreiben", sagte Personalvorstand Horst Neumann der "Welt am Sonntag". Zum einen könne das Unternehmen mit Hilfe von Robotern Fertigungskosten senken. Zum anderen könne die nicht ergonomische Arbeit abgeschafft, qualifizierte Arbeit verstärkt und Beschäftigung gesichert werden.

Durch den verstärkten Einsatz von Robotern soll der Nachteil des Hochlohnstandorts Deutschland ausgeglichen werden. "In der deutschen Automobilindustrie liegen die Arbeitskosten bei mehr als 40 Euro pro Stunde, in Osteuropa sind es elf, in China gegenwärtig noch unter zehn Euro. Niemand glaubt ernsthaft, dass wir den Wettbewerbsnachteil dieses Hochlohnniveaus nennenswert verringern können", sagte Neumann. Ein Roboter am Band koste je nach Einsatz und Maschinenart drei bis sechs Euro pro Stunde - "Kosten etwa für Instandhaltung oder Energiekosten inklusive". Das heißt: "Der 'Ersatzmann' für Routinearbeiten in der Fabrik kostet bereits heute nur etwa fünf Euro je Stunde."

Um seinen Arbeitsplatz bei dem Autobauer muss laut Neumann aber niemand fürchten. In den kommenden Jahren würden gerade bei VW in Deutschland so viele Mitarbeiter in Ruhestand gehen, dass die Kunst eher darin bestehe, die Belegschaft auf dem derzeitigen Niveau zu halten. "Der Glücksfall, dass die Babyboomer in Rente gehen, erlaubt es uns, ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze abzubauen und zu automatisieren, ohne Mitarbeiter zu entlassen."

Bei den Arbeitnehmervertretern stoßen die Digitalisierungspläne auf offene Ohren: "Horst Neumann hat uns von Beginn an in die Frage der fortschreitenden Fertigungstechnologie eingebunden. Auch wir sehen darin Chancen, gesundheitlich belastende Tätigkeiten auf deutlich flexiblere Roboter zu verlagern", sagte ein Sprecher des Betriebsrates der Zeitung.

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