Volkswagen US-Diesel-Vergleich kostet VW mehr als 15 Milliarden Dollar

Die Aufarbeitung des Diesel-Skandals in den USA wird für Volkswagen deutlich teurer als bisher erwartet. Die Gesamtsumme des Vergleichs mit Klägern beläuft sich auf fünf Milliarden Dollar mehr als zuletzt erwartet.

So entschuldigen sich Unternehmen bei der Öffentlichkeit
Abgas-Skandal VW Quelle: Handelsblatt Online
Abgas-Skandal-VW Quelle: AP
Tepco und die Fukushima-Katastrophe Quelle: AP/dapd
Tepco Fukushima-Katastrophe Quelle: AP/dapd
Bilanzskandal bei Toshiba Quelle: REUTERS
Bilanzskandal bei Toshiba Quelle: REUTERS
Schmiergeldskandal bei Siemens Quelle: AP

Volkswagen muss zur Beilegung des Dieselskandals in den USA mehr als 15 Milliarden Dollar bezahlen. Die Gesamtsumme des Vergleichs mit der US-Umweltbehörde EPA und den klagenden Besitzern von Diesel-Autos beläuft sich auf 14,733 Milliarden Dollar, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Davon sind gut zehn Milliarden Dollar für den Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren vorgesehen. Zudem habe sich Volkswagen mit mindestens 44 Bundesstaaten auf einen separaten Vergleich geeinigt, der den Konzern mindestens 600 Millionen Dollar kosten wird, sagte ein Insider. Damit wurden Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. Volkswagen hatte im September auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Abgaswerte von Dieselautos mit einer speziellen Software manipuliert zu haben.

VW hatte im April eine Grundsatzeinigung mit Klägern in den USA erzielt. An diesem Dienstag müssen der Konzern und die Gegenseite dem zuständigen US-Richter Charles Breyer nun einen Vergleichsvorschlag vorlegen. Laut Bloomberg sollen alleine an Entschädigungen für Käufer mehr als 10 Milliarden Dollar fließen – bis zu 10.000 Dollar pro Autobesitzer.

Wie VW im ersten Quartal abgeschnitten hat

Hinzu kämen 2,7 Milliarden Dollar an Strafen der US-Umweltbehörden EPA und CARB sowie weitere zwei Milliarden Dollar, die VW in Technologien zur Abgasreduzierung stecken müsse. Ein weiterer Vergleich mit mehreren US-Bundesstaaten koste zusätzliche 400 Millionen Dollar.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamtes EPA zugegeben, in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Insgesamt hat VW gut 16 Milliarden Euro (aktuell 17,6 Milliarden US-Dollar) für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt – dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen.


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