Volkswagen VW will Brückenfinanzierung von bis zu 20 Milliarden Euro

Insider berichten, Volkswagen plane eine Brückenfinanzierung in Höhe von bis zu 20 Milliarden Euro. Am Sonntag läuft die Frist aus, innerhalb der VW einen Lösungsvorschlag für die manipulierte Software vorlegen muss.

Das VW-Logo in Wolfsburg. Quelle: AP

Volkswagen plant Insidern zufolge eine Brückenfinanzierung in Höhe von bis zu 20 Milliarden Euro. Der Autokonzern werde sich am Montag mit rund einem Dutzend Banken treffen, um sich das Geld zu beschaffen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Volkswagen wolle mit dem Geld ein Finanzpolster schaffen für Kosten aus dem Skandal um manipulierte Abgaswerte. Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" hatte am Freitag darüber berichtet. VW wollte sich nicht zu der Brückenfinanzierung äußern.

Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR präsentiert Volkswagen am Montag zudem einer Untersuchungskommission eine Lösung für den 1,6-Liter-Motor bei Diesel-Fahrzeugen. Die Kommission war von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wegen der Abgasaffäre eingesetzt worden. Am Sonntag läuft die Frist aus, innerhalb der VW dem Kraftfahrt-Bundesamt einen Lösungsvorschlag für die manipulierte Software vorlegen muss.

Die falschen CO2-Angaben bei VW treffen vor allem die neuesten Modelle von Europas größtem Autobauer. Mit rund 430.000 Fahrzeugen erstreckt sich konzernweit über die Hälfte der etwa 800.000 Fälle geschönter Daten zum Ausstoß des Treibhausgases auf das Modelljahr 2016. Das teilte Volkswagen am späten Freitagabend in Wolfsburg mit. Diese Autos stehen teils schon bei den Händlern.

Geprüft werde, ob auch ältere Modelle mit zu niedrig angegebenen CO2-Werten unterwegs sind. Kunden können sich auf der Internetseite volkswagen.de/info informieren, ob ihr Auto betroffen ist.

Anfang November hatte VW - nach den im September bekanntgewordenen Fälschungen von Stickoxid-Werten - auch beim klimaschädlichen CO2 von „Unregelmäßigkeiten“ berichtet. Behörden, Händler und Importeure würden nun über weitere Erkenntnisse informiert, hieß es. Unter Aufsicht des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sollen als einer der nächsten Schritte neue, korrekte CO2-Angaben festgelegt werden.

Der Absatz der VW-Kernmarke schwächelt angesichts des parallelen Stickoxid-Skandals bei Dieselwagen weiter. Im Oktober verkaufte der Konzern 490.000 Autos seiner Hauptmarke - 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Markenchef Herbert Diess sieht aber noch keine Gefahr für Jobs in der Stammbelegschaft, wie er der Deutschen Presse-Agentur in einem Doppel-Interview mit Betriebsratschef Bernd Osterloh betonte.

Trotz der schwierigen Lage habe man keine Verkaufsschwierigkeiten, sagte Osterloh auch in der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag): „Wir haben im Moment vielleicht ein Dieselproblem, aber keine Absatzkrise. Jobs werden nur dann abgebaut, wenn wir weniger Autos verkaufen.“

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