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VolkswagenZeuge: BMW kannte VW-Abgasmanipulationen lange vor den Behörden

BMW wusste laut einer Zeugenaussage lange vor den Behörden, dass es illegale Abgasmanipulationen bei Volkswagen gab – und schwieg trotzdem. War ein „Ehrenkodex“ der Grund?Martin Seiwert, Annina Reimann 20.09.2018 - 12:00 Uhr
Foto: dpa

BMW wusste möglicherweise lange vor den Behörden, dass es illegale Abgasmanipulationen bei Volkswagen gab. Das geht aus der Zeugenaussage eines hochrangigen VW-Managers bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig hervor. Laut Abschrift der Zeugenaussage, die die WirtschaftsWoche einsehen konnte, soll der VW-Manager im Sommer 2015 an einem Treffen mit dem heutigen VW-Chef Herbert Diess teilgenommen haben. Diess war damals Chef der Marke VW. Er war kurz zuvor vom Posten des BMW-Entwicklungsvorstands zu VW gewechselt.

Bei dem Treffen soll Diess berichtet haben, dass BMW schon lange bekannt gewesen sei, „dass Volkswagen in den USA etwas türkt, etwas Verbotenes tut“. Laut Zeugenaussage soll Diess auch gesagt haben, dass BMW die Manipulationen nicht nur „geahnt“, sondern von ihnen „gewusst“ habe. BMW habe „oft überlegt, das mal kundzutun“, sich letztlich aber dagegen entschieden. Denn es habe, so soll Diess weiter ausgeführt haben, „da so einen Ehrenkodex gegeben, dass man sich nicht gegenseitig verpetzt bei den Behörden“. An den habe sich BMW gehalten, obwohl die Information für den Konzern „natürlich wettbewerbsrelevant war“.

Ein möglicher „Ehrenkodex“ bei Abgasproblemen, der sich gegen freien und fairen Wettbewerb gerichtet haben könnte, dürfte die EU-Kommission interessieren. EU-Kommissarin Margrethe Vestager hat am Dienstag bekannt gegeben, dass sie ihre bereits laufenden Kartellermittlungen gegen die deutschen Autobauer VW, BMW und Daimler im Bereich Abgase intensivieren will. Sie vermutet, dass die Hersteller sich absprachen, den Verbrauchern die Möglichkeit vorzuenthalten, „umweltfreundlichere Autos zu kaufen, obwohl die entsprechenden Technologien zur Verfügung standen“.

BMW bestreitet heute sowohl eine frühe Kenntnis von VW-Abgasmanipulationen als auch die Existenz eines Ehrenkodex.

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Die Aussage des Zeugen dürfte für die EU-Kommission Gewicht haben. Er hatte im VW-Konzern auch nach dem Skandal wichtige Funktionen inne. Zudem scheint er sich seiner Sache sicher zu sein: Diess’ Ausführungen hat er bei seiner Vernehmung jedenfalls gleich drei Mal geschildert. Welche Art von Abgasmanipulationen BMW schon früh gekannt haben will, konnte er allerdings nicht sagen.

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