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Volvo-Chef Hakan Samuelsson "Der Anteil des Diesel wird zurückgehen"

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"Wir können nicht über Nacht auf Elektromobilität umstellen"

Das Wachstum im Automobilgeschäft wird derzeit sehr stark von SUV getragen. Das zeigt sich auch in Ihrer Bilanz: Meistverkauftes Modell war in 2015 der XC60. Und über alle Baureihen hinweg zählten mehr als die Hälfte aller verkauften Autos zu der Kategorie…

Ja, wir haben uns da eine starke Position erarbeitet. In Europa verkaufen wir mehr XC60 als BMW vom X3 oder Audi vom Q5.

Bringen Sie diese Erfolge mit großen und schweren Autos nicht in Nöte mit dem scharfen CO2-Grenzwerten und dem Flottenziel von 100 Gramm CO2 im Jahr 2021?

Nein, denn wir sind auf einem guten Weg. Trotz mancher interner Widerstände haben wir uns entschieden, die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ausschließlich mit Vierzylinder-Motoren anzubieten. Daneben bauen wir unser Angebot von Fahrzeugen mit Hybridantrieb aus. Jüngstes Produkt ist der Volvo XC90 T8 mit Twin-Engine-Konzept, also einem Benziner an der Vorder- und einem Elektromotor an der Hinterachse. Twin-Engine-Varianten wird es zukünftig in allen neuen Modellen geben, auch in kleineren Fahrzeugen. Aber wir brauchen auch, zumindest noch eine Weile, den sparsamen Dieselantrieb: Wir können nicht über Nacht auf Elektromobilität umstellen.

So fuhren wir vor 30 Jahren
Mit seiner futuristischen Optik passt der Ford Sierra vielleicht nicht in die Denke konservativer Oldtimer-Liebhaber, frühe Exemplare sind aber bereits amtlich verbriefte Klassiker mit H-Kennzeichen Quelle: Ford
Ford Sierra Quelle: PR
Ford Sierra XR4i Quelle: PR
Volvo 480 Quelle: PR
Volvo 480 Quelle: PR
Peugeot 205 GTI Quelle: PR
Ein ehrliches kleines Supercar: Der kleine Giftzwerg wog nicht mal 900 Kilo, ließ sich wie ein Gokart um die Ecke zirkeln. Knapp 333.000 Stück entstanden zwischen 1983 und 1995. Neben dem phantastischen Handling begeisterte beim 205er auch die spätere 1,9 Liter Version (ab 1988) mit enormer Drehfreude und durchdrehenden Vorderrädern bis in den dritten Gang. Das Design ist gradlinig, das Preis-Leistungs-Verhältnis war damals nahezu unschlagbar, so fährt man in die Hall of Fame der Autogeschichte. Quelle: PR

Obwohl der Dieselmotor durch die Stickoxid-Emissionen in Verruf geraten ist?

Würden wir die Dieselmotoren sofort aus dem Programm nehmen und durch Benziner ersetzen, dann stiegen die CO2-Emissionen unserer Fahrzeugflotte über Nacht um 15 Gramm. Der Dieselskandal von VW hat die Glaubwürdigkeit der gesamten Autoindustrie leider beeinträchtigt und den Druck der Politik erhöht: Wir werden nun wesentlich schneller schärfere Abgasgesetze und neue Messmethoden auch in Europa bekommen.

Ist das ein Problem für Ihre Ingenieure?

Die Motoren wurden bislang auf die bisher gültigen, gesetzlich verbindlichen Messmethoden hin entwickelt und bestehen diese Messungen problemlos. Im realen Verkehr, unter anderen Bedingungen, sind die Emissionen deshalb natürlich höher als auf dem Prüfstand.

Umweltschützer bringt das auf die Palme.

Ich verstehe das. Aber die aktuellen Testverfahren haben wir nicht erfunden, die Rahmenbedingungen und die Grenzwerte hat der Gesetzgeber vorgegeben. Alternativ hätte man eine moralische Gesetzgebung machen können und sagen müssen: Macht die Motoren so sauber wie möglich. Aber das hätte nicht funktioniert.

Die neuen, schärferen Grenzwerte werden Sie auch ohne Schummelei schaffen?

Ja, selbstverständlich. Unsere Fahrzeuge verfügen über keine so genannte Defeat Device, die Manipulationen an der Software vornehmen. Aber die Norm Euro6 c, die 2017 in Kraft tritt, wird nur mit großem technischen Aufwand zu erfüllen sein. Die Dieselmotoren werden durch die Abgasnachbehandlung deutlich teurer werden.

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