Volvo und Saab Überlebenskampf am Tropf von Großkonzernen

Die schwedische Automarke Saab steht am Abgrund. Bis zum Samstag müssen die chinesischen Eigner neue Investoren präsentieren, sonst ist es aus. Volvo geht es glänzend. Was macht der eine richtig und der andere falsch?

Volvo in China: Für Volvo war die Übernahme durch den chinesischen Konzern Geely 2010 die Rettung. Quelle: dpa

Von außen betrachtet, haben die schwedischen Traditionsmarken Saab und Volvo vieles gemeinsam: Sie stehen für solide Autos mit Stil, beide wurden zur Jahrtausendwende an amerikanische Autokonzerne verkauft, heruntergewirtschaftet und zehn Jahre später von chinesischen Konsortien übernommen. Doch während Saab immer noch am Abgrund steht, ist Volvo wieder im Rennen.

Bei Saab in Trollhättan ist es mal wieder fünf vor zwölf. Bis zum Samstag müssen die chinesischen Eigner, das Konsortium NEVS, neue Investoren präsentieren. Sonst werden die Gläubiger nicht länger stillhalten. NEVS steht mit einer halben Milliarde schwedischer Kronen (54 Millionen Euro) bei seinen Lieferanten in der Kreide. Bislang konnte nur ein gerichtlich garantierter Gläubigerschutz die Insolvenz abwenden.

Fakten zum Volvo-Baukasten

Bei der Volvo Car Group in Torslanda hingegen sieht man der Zukunft freudig entgegen. Bis zum Ende des Jahres wollen die Schweden weltweit 470.000 Autos verkaufen. Das wären zehn Prozent mehr als 2013 und so viele, wie noch nie zuvor in der Geschichte des Konzerns. Bis 2020 sollen es 800.000 Autos sein.

Warum ist Volvo gelungen, was Saab partout nicht hinbekommt? „Man kann die beiden Unternehmen nicht miteinander vergleichen“, sagt Ökonom Mikael Wickelgren von der Universität in Göteburg. Saab habe nie so eine solide Basis gehabt wie Volvo. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen sieht das ähnlich: „Volvo hatte eine ganz andere Substanz als Saab.“ Die Stückzahlen seien stets deutlich höher gewesen als bei Saab.

Bei Saab sei die Autoproduktion nur Beiprodukt eines Rüstungskonzerns gewesen, „eine Art Hobby“, sagt Wickelgren. Deshalb hätten die Schweden den Automobilbereich ab 1990 stückweise an General Motors verkauft. Und damit habe der Abstieg begonnen. „GM hat die Marke Saab kaputt gemacht“, ist Wickelgren überzeugt.

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