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Vorstellung des Vision-S Sonys Überraschung auf vier Rädern

Sony Vision-S: Sonys Überraschung auf vier Rädern Quelle: Stefan Grundhoff

Der japanische Unterhaltungskonzern Sony dreht mit seiner E-Auto-Präsentation insbesondere Konkurrent Apple eine schmerzhafte Nase, die sich unlängst von dem allzu aufwendigen Autoprojekt verabschiedeten. Mehr als ein Messe-Gag dürfte die elektrische Luxuslimousine jedoch kaum sein.

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Wer an Sony denkt, dem kommen Walkman, gigantische Bildschirme und die Playstation in den Sinn. Doch es geht noch eine Nummer größer – und auf vier Rädern. Auf der CES als größte Messe für Unterhaltungselektronik zeigt Sony in der Central Hall, wo sich alle großen Unterhaltungskonzerne tummeln, mit der seriennahen Studie des Vision-S eine Elektrolimousine, die es zumindest auf den ersten Blick allemal mit einem Fahrzeug wie dem Tesla Model S aufnehmen kann – oder besser könnte. Dass der Sony Vision-S keine Realität werden dürfte, zeigt nicht zuletzt das kleine Hinweisschild auf der Tafel der technischen Daten: „This prototype vehicle is intended to illustrate our potential future concepts“ – heißt: Der Wagen gibt einen Ausblick auf mögliche Zukunftsprojekte.

Wie das Model S von Tesla wird der 1,45 Meter hohe Sony Vision-S, kreiert in der hauseigenen Designabteilung, elektrisch angetrieben und bietet bis zu vier Personen auf den Einzelsitzen bequemen Platz. „Kreativität ist eine starke treibende Kraft, die Sony nach vorne bringt. Wenn es mit unserer Technologie kombiniert wird, ist es nicht mehr aufzuhalten“, sagt Kenichiro Yoshida, CEO der Sony Corporation.

Angetrieben wird die Zukunfts-Studie von zwei jeweils 200 kW / 272 PS starken Elektromotoren an jeder Achse. Aus dem Stand beschleunigt der über 2,3 Tonnen schwere Allradler zumindest imaginär in 4,8 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Für entsprechenden Komfort sorgt eine variable Luftfederung, die die Bodenfreiheit von 12 bis 13,5 Zentimeter variieren kann.

Die Besonderheit der 4,90 Meter langen Limousine, die leichte Anlehnungen an Porsche Taycan oder Tesla Model S kaum verbergen kann, ist die neuartige Sicherheitszone, die Fahrer und Insassen in alltäglichen Fahrsituationen unterstützt, indem sie Gefahren 360 Grad rund um das Fahrzeug erkennt und die Risiken im Straßenverkehr minimiert. Der Innenraum ist dabei nicht zuletzt Dank des drei Meter langen Radstandes nicht nur sicher, sondern auch sehr geräumig. Vorne blicken die Insassen auf mehrere Großdisplays, die das Armaturenbrett bilden und statt Außenspiegeln geben zwei Displays Informationen über den Bereich hinter und neben dem Fahrzeug.

Für maximale Sicherheit bei der Sony-Studie sorgen zudem verschiedene Kameras und mehr als 30 Hightech-Sensoren, die in dem Vision-S verbaut sind und zum Beispiel durch Lidar-Technik eine bestmögliche Objekterkennung ermöglichen. Im Innenraum sorgen Sensoren mit Objekterkennung und Gestensteuerung für ein perfektes Infotainment. Der vollständig vernetzte Sony Vision-S kann sich jederzeit updaten und ist so nicht nur Dank der Künstlichen Intelligenz auf dem neusten Stand der Technik.

Der Weltkonzern Sony will sich wohl kaum mit einer Serienumsetzung der CES-Studie des Vision-S den Bau eines Elektroautos ans Bein binden. Die Autoindustrie gilt nicht zuletzt durch ihre verkrusteten Strukturen, die Tiefenfinanzierung und endlose Entwicklungszyklen als von vorgestern. Gerade die kurzlebige Unterhaltungsindustrie arbeitet zwar gerne mit der imageträchtigen Autoindustrie zusammen, belächelt diese jedoch bei Serienumsetzungen und Zukunftsprojekten nicht nur hinter vorgehaltener Hand. So bestätigte denn auch wenig später Sony Europe gegenüber der WirtschaftsWoche: „Eine Massenfertigung und Verkauf des Fahrzeuges an Endkunden ist aktuell nicht geplant.“ Man wolle viel mehr „sondieren, wie Sony in Zukunft zu einem sicheren, zuverlässigen autonomen Fahren beitragen“ könne. Aktuell fahre das Fahrzeug teilautonom (Level 2+), in Zukunft solle eine „kontinuierliche Aktualisierung und Weiterentwicklung der Software“ ein vollautomatisiertes Fahren (Level 4) möglich machen.

Damit ist der Sony Vision-S nicht mehr als ein rollendes Medium, dass die Zukunftstechnologien von Sony greifbarer und die Japaner als Hightech-Konzern mit Autokompetenz präsentieren soll.

Wo ginge das besser als auf der CES?

Mitarbeit: Annina Reimann

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