VW Abgas-Affäre wird Volkswagen Absatz kosten

Von den Folgen des Abgas-Skandals noch keine Spur: Die Autoverkäufe in Europa haben auch im September weiter kräftig zugelegt, auch die von Volkswagen. Experten gehen jedoch von einem Produktionsrückgang in 2016 aus.

Die Affäre um manipulierte Dieselabgaswerte bei Volkswagen hat im September die Freude am Autokaufen vorerst nicht getrübt. Quelle: dpa

Die Affäre um manipulierte Dieselabgaswerte bei Volkswagen hat im September die Freude am Autokaufen vorerst nicht getrübt. In der Europäischen Union seien mit knapp 1,36 Millionen Autos 9,8 Prozent mehr neu zugelassen worden als im entsprechenden Vorjahresmonat, teilte der Branchenverband Acea am Freitag mit. Das war der 25. Anstieg in Folge.

Der VW-Konzern legte um 8,4 Prozent auf knapp 316.000 Fahrzeuge zu. Die Marke VW verzeichnete ein Plus von 6,6 Prozent auf 152.130 Fahrzeuge. Allerdings rechnen Experten frühestens in den Folgemonaten mit Auswirkungen des Skandals, da Neuwagen-Verkäufe in der Regel einen Vorlauf von mehreren Wochen haben. Die Affäre bei VW war Mitte des Monats öffentlich geworden. Wie stark die Reaktionen der Autokäufer ausfallen, ist ungewiss.

Gedrosselte Produktion

Mittelfristig dürfte sich der Skandal negativ auf die Produktion von Volkswagen-Fahrzeugen auswirken. „Wir rechnen in 2016 mit gut 265.000 weltweit produzierten Fahrzeugen weniger als bisher prognostiziert“, erklärt Mario Franjicevic, Senior Analyst beim Analysehaus IHS, in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche (Paywall). Besonders stark werde der Konzern die Produktion nach Ansicht des Experten in den USA herunterfahren müssen.

Was bei der Rückruf-Aktion auf VW-Besitzer zukommen könnte

Vor dem Bekanntwerden des Skandals war IHS davon ausgegangen, dass der Volkswagen-Konzern im kommenden Jahr weltweit mehr als zehn Millionen Neuwagen produziert. Weil VW mittelfristige Verträge mit Zulieferern für die Abnahme von Bauteilen geschlossen hat, erwarten die Analysten nur geringe Folgen für die Produktion in diesem Jahr.

Verkaufszahlen deutscher Hersteller im September

Den Europa-Verkauf im September konnten die anderen deutschen Hersteller deutlicher steigern als VW. So setzte Daimler mit 83.041 Fahrzeugen 18,6 Prozent mehr ab, der BMW-Konzern legte um 17,8 Prozent auf 100.950 Autos zu.

Unter den wichtigsten Absatzmärkten bildete Deutschland mit einem Plus von 4,8 Prozent das Schlusslicht. Besonders kräftig stiegen die Verkäufe hingegen in Spanien (+22,5%) und Italien (+17,2%). In Frankreich (+9,1%) und Großbritannien (+8,6%) lag das Absatzplus unter der Marktentwicklung.

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