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VW-Abgas-Skandal Bei Volkswagen macht sich verhaltener Optimismus breit

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VW-Manager geben sich zuversichtlich

In Summe – und einen Preis für den Seat Alhambra als besten Import-Van eingerechnet – kam der VW-Konzern auf 13 goldene Trophäen: Das war Balsam für die Seelen der Manager, die in den vergangenen Wochen einigen Spott ertragen mussten. Der prestigeträchtigste Titel „Beste Marke weltweit“ ging zwar an Mercedes. Und dass bei insgesamt 26 Kategorien mit Tiguan und Multivan nur zwei Volkswagen-Produkte aufs Siegertreppchen kamen – geschenkt: Im Jahr zuvor, noch völlig unbelastet von Skandalen, hatte VW mit dem neuen Passat sogar nur ein einziges Siegerauto.

Audi-Chef Stadler denn auch verhaltenen Optimismus, die Diskussionen mit den US-Umweltbehörden über die Software zur Steuerung der Abgasanlage bei Fahrzeugen mit einem Sechszylinder-TDI-Motor schon bald beenden zu können: „Unsere Haltung scheint drüben gut angekommen zu sein“, berichtete er über Gespräche, die er am vergangenen Wochenende persönlich in den Staaten geführt hatte. „Wir werden das heutige Thema abarbeiten“, kündigte er an – das Wörtchen Abgasskandal mochte er nicht in den Mund nehmen.

Die Abgas-Tests in Deutschland und Europa

Auch bei seinen Kollegen von VW hatte sich die Stimmung zu später Stunde spürbar aufgehellt. Stackmann („Unsere Händler haben schon fröhlichere Momente erlebt“) ist zuversichtlich, dass sich die Stimmung im Verkauf in den kommenden Wochen deutlich heben wird, sobald alle Details der geplanten Rückrufmaßnahmen bekannt gegeben sind.

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    Die kritischen Dieselmotoren der Skandal-Baureihe EA189 mit 2.0 Litern Hubraum werden eine neue, leistungsfähigere Software für die Steuerung von Motor und Abgasnachbehandlung erhalten, die Maschinen mit 1,6 Litern Hubraum darüber hinaus einen so genannten Strömungstransformator zur Beruhigung der Luftströme im Luftfilterkasten – die Abgasrückführung kann damit laut VW präziser gesteuert, der Ausstoß von Stickoxiden unter die gesetzlichen Grenzwerte gesenkt werden. Nach eingehender Prüfung hat der Konzern dieser technischen Lösung am Mittwoch zugestimmt.

    Auto



    Offen ist jetzt nur noch, wie die Dreizylinder-TDI-Motoren mit 1,2 Liter Hubraum repariert werden können. Die technische Lösung für diese Fahrzeuge soll in den kommenden Tagen präsentiert werden. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass die für 2016 geplanten Rückrufaktionen den Konzern deutlich weniger kosten dürften als man in Wolfsburg ursprünglich befürchtet hatte. Und da sich weder der Verbrauch der Fahrzeuge noch die Fahrleistungen verschlechtern sollen, werden auch die Schadenersatzforderungen von betroffenen Kunden eingegrenzt werden können.

    In einer neuen Studie schätzt Arndt Ellinghorst, Auto-Analyst bei Evercore ISI in London, dass der Skandal den Volkswagen-Konzern im besten Fall „nur“ rund 16,3 Milliarden Euro kostet – und vorausgesetzt, dass es in den kommenden Wochen keine weiteren bösen Überraschungen gibt. Möglicherweise, wenn VW die Käufer in Scharen davon laufen und rund 325.000 Dieselautos in USA zurückgekauft werden müssten, könnte sich die Schadensumme auch auf rund netto 25 Milliarden Euro erhöhen: „Das wäre schmerzvoll, aber nicht das Ende für den Konzern“.

    Evercore ISI empfahl deshalb am Mittwoch, die VW-Aktie wieder zu kaufen. Als Kursziel wurden 200 Euro genannt. Die Aussicht auf die technische Lösung hat der VW-Aktie am Mittwoch bereits Schwung verliehen: Die Papiere stiegen um bis zu 4,1 Prozent auf 120,70 Euro und notieren damit wieder so hoch wie zuletzt am 22. September - wenige Tage nach Bekanntwerden des Abgasskandals.

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