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VW-Abgas-Skandal Weitere Millionen-Klagen gegen Volkswagen

Eigentlich hat sich Volkswagen mit den US-Behörden auf einen umfassenden Vergleich geeinigt. Einige Bundesstaaten klagen dennoch weiter gegen den Konzern. Auch in Spanien fordern Kunden vor Gericht eine Entschädigung.

Trotz des Vergleichs klagen einige US-Bundesstaaten weiter gegen VW. Quelle: dpa

Volkswagen drohen wegen des Abgasbetrugs in den USA weitere Belastungen. Der Generalstaatsanwalt von New York stellte am Dienstag in Washington eine Klage mehrerer Bundesstaaten vor, in der "hunderte Millionen Dollar" an zusätzlichen Strafen für die Wolfsburger verlangt werden.

Der Klage zufolge sollen Dutzende VW-Mitarbeiter und Manager an dem Abgasbetrug beteiligt gewesen sein. Der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn sei früh über die Abgasmanipulation informiert gewesen. Winterkorn habe im Frühjahr 2014 von der Existenz einer illegalen Abschalteinrichtung gewusst.

In der Klage bezieht sich Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman unter anderem auf eine E-Mail von Frank Tuch, der damals das Qualitätsmanagement von Volkswagen leitete, an Winterkorn. Darin schreibt Tuch den Angaben zufolge, eine detaillierte Erklärung für die dramatisch hohen Stickoxidemissionen könne den Behörden nicht gegeben werden. Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese erkennt, ob ein Wagen auf dem Prüfstand steht und hält auch nur dann die Grenzwerte ein. Im normalen Verkehr auf der Straße ist der Schadstoffausstoß um ein Vielfaches höher.

Volkswagen hatte sich im Juni mit US-Behörden und Privatklägern auf einen 15,3 Milliarden Dollar teuren Vergleich geeinigt, um den Abgasskandal beizulegen. Trotzdem klagen drei US-Bundesstaaten, darunter New York, weiter gegen den Konzern. Auch in anderen Ländern ist das Unternehmen deshalb mit zahlreichen Klagen und Schadensersatzforderungen konfrontiert.

Jetzt kommt eine weitere hinzu: Der spanische Verbraucherschutzorganisation OCU reichte beim Handelsgericht Madrid eine Sammelklage gegen den deutschen Autobauer ein. Rund 4000 vom Skandal betroffene Menschen hätten sich bereits der Schadenersatzforderung angeschlossen. Der Verband übernehme für die Geschädigten alle Gerichts- und Anwaltskosten, hieß es.

Wie VW im ersten Quartal abgeschnitten hat

VW müsse die begangenen Fehler einräumen, innerhalb eines Monats die betroffenen Fahrzeuge reparieren und jeden einzelnen Geschädigten mit mindestens 2000 Euro entschädigen, fordern die Verbraucherschützer. Der Sammelklage können sich noch weitere Betroffene anschließen.

Erst vor eineinhalb Wochen hatte die spanische Justiz wegen des Skandals um manipulierte Emissionswerte bei Dieselwagen Ermittlungen gegen den VW-Konzern eingeleitet. Der Richter Ismael Moreno vom Nationalen Gerichtshof in Madrid erklärte, die Volkswagen AG stehe im Verdacht des Betrugs, des Subventionsbetrugs und des Verstoßes gegen die Umweltgesetze.

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