VW-Abgasaffäre Volkswagen hat Warnungen wohl ignoriert

Der Druck auf VW nimmt zu. Bosch und VW-Techniker sollen laut Medienberichten vor illegalem Einsatz von Software zur Manipulation von Abgas-Tests gewarnt haben.

Der Zulieferer Bosch und ein VW-Techniker haben nach Angaben von Sonntagszeitungen bereits vor Jahren vor der Praxis gewarnt, die Volkswagen jetzt in die schwerste Krise seit Jahrzehnten gestürzt hat Quelle: REUTERS

Im Volkswagen -Konzern hat es Medienberichten zufolge schon lange Hinweise auf den Einsatz illegaler Software zur Manipulation von Abgas-Tests bei Diesel-Fahrzeugen gegeben. Der Zulieferer Bosch und ein VW-Techniker haben nach Angaben von Sonntagszeitungen bereits vor Jahren vor der Praxis gewarnt, die den Wolfsburger Autobauer jetzt in die schwerste Krise seit Jahrzehnten gestürzt hat.

Der Druck auf VW, den Fall schnell aufzuklären und das Vertrauen wieder herzustellen, wird immer größer. Kanzleramtsminister Peter Altmaier verlangte eine Garantie, dass Autos deutscher Hersteller Gesetze einhalten. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) forderte VW auf, alle betroffenen Diesel-Fahrzeuge umzurüsten, so dass sie den Abgasgesetzen entsprechen. Andernfalls droht laut "Bild am Sonntag" sogar der Entzug der Zulassung.

Der VW-Abgas-Skandal im Überblick

Bei VW hieß es, man könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wer was wann gewusst habe. Man fokussiere sich nun darauf, für Kunden und Händler technische Lösungen zur Verfügung zu stellen.

Ein Techniker von VW hat laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bereits 2011 vor den Praktiken gewarnt. Dies gehe aus einem Prüfbericht der internen Revision von VW hervor, schrieb das Blatt unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Das Kontrollgremium sei darüber bei seiner Sitzung am vergangenen Freitag informiert worden. Es sei aber nicht geklärt worden, warum die Warnung damals ohne Folgen geblieben sei. Sollten die externen Ermittler Belege für ein Fehlverhalten aktueller oder ehemaliger Vorstände finden, drohten den Managern Schadenersatzforderungen des Konzerns.

Bosch soll sogar schon 2007 vor der gesetzeswidrigen Verwendung der Technik zur Abgasnachbehandlung gewarnt haben. Die von Bosch gelieferte Software sei nur für Testzwecke vorgesehen gewesen, nicht für den normalen Fahrbetrieb, schrieb die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf ein VW-internes Dokument, auf das die interne Revision gestoßen sei. In einem Brief habe Bosch dem Konzern mitgeteilt, dass der geplante Einsatz illegal sei.

Stimmen zum Abgas-Skandal bei VW

Ein Bosch-Sprecher betonte am Sonntag, man sei im Rahmen der Geschäftsbeziehungen mit VW zur Vertraulichkeit verpflichtet. Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass die Technik zur Abgasnachbehandlung von dem schwäbischen Autozulieferer stammt. Aus den Unterlagen der US-Umweltbehörde EPA, die den Skandal öffentlich gemacht hat, geht hervor, dass VW die Software selbst programmiert hat.

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