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VW-Abgasaffäre Hat Volkswagen auch beim CO2 geschummelt?

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Was will VW jetzt tun?

Steht die VW-Mitteilung im Zusammenhang mit den ausgeweiteten Ermittlungen der US-Behörde?

Das ist unklar. Die EPA hat am Montagabend bekannt gegeben, ihre Ermittlungen auf den V6-Diesel 3.0 TDI auszuweiten, der unter anderem in zahlreichen Audi-Modellen und auch bei Porsche zum Einsatz kommt. "Die Software in diesen Fahrzeugen beinhaltet ein oder mehrere Zusatz-Instrumente zur Abgas-Kontrolle, die der Konzern bei der Zulassung der Modelle nicht offengelegt, beschrieben und begründet hat", schreibt die EPA. "Wenn das Fahrzeug bemerkt, dass es sich in einem Emissions-Test befindet, läuft es in einem 'Temperatur-Anpassungs-Modus' mit niedrigem Stickoxid-Ausstoß." Diesen Vorwürfen widerspricht Volkswagen – und hat diese Aussage auch seit der Ad-Hoc-Mitteilung zu den CO2-Werten nicht zurückgenommen. Man habe kein Programm installiert, "um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern". Eine Reaktion gab es dennoch: In den USA hat Porsche den Verkauf des Geländewagens Cayenne mit Dieselmotor gestoppt. Man habe die Auslieferung der entsprechenden Modelle dort vorerst eingestellt, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Die Abgas-Tests in Deutschland und Europa

Was will Volkswagen jetzt tun?

Sollte sich der Verdacht der internen Revision, dass es sich um "betrügerische Angaben" aus der Motorenabteilung handelt, bestätigen, wird vor allem der Kontakt zu den Zulassungsbehörden wichtig. Denn dann gäbe es keinen technischen oder gar sicherheitsrelevanten Mangel, die betroffenen Autos wären aber vermutlich in einer falschen Schadstoff- und Steuerklasse zugelassen worden. Ob damit die Typgenehmigung und auch die Betriebszulassung erlischt, ist offen.

In Deutschland richtet sich die Kfz-Steuer nach dem Hubraum und der CO2-Emission. Wenn jetzt einige VW-Modelle über dem Grenzwert liegen, erfordert das eine Neubewertung. "Ich bin im Gespräch mit dem Bundesfinanzministerium um zu klären, was passiert, wenn sich Kfz-Steuerklassen ändern", sagte Verkehrsminister Dobrindt. "Wir arbeiten an einer Gesetzgebung, die dafür sorgt, dass nicht der Kunde durch diese Mehrkosten belastet wird, sondern der Volkswagen-Konzern."

Intern will VW zunächst einmal weiter "schonungslos aufklären". "Dabei machen wir vor nichts und niemandem Halt. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber er ist für uns ohne Alternative. Für uns zählt einzig und allein die Wahrheit. Das ist die Voraussetzung für die grundlegende Neuausrichtung, die Volkswagen braucht", wird VW-Chef Matthias Müller zitiert. "Der Vorstand der Volkswagen AG bedauert zutiefst den festgestellten Sachverhalt und betont, dass der eingeschlagene Weg der Aufklärung und Transparenz konsequent weitergegangen wird."

Aus aufsichtsratsnahen Kreisen war zu hören, dass sich das Kontrollgremium am kommenden Montag (9.11.) erneut treffen wolle, um über das weitere Vorgehen in der Abgasaffäre zu beraten. Ob das Treffen wir geplant stattfindet oder wegen der aktuellen Entwicklungen sogar vorgezogen wird, war am Mittwochmorgen nicht zu erfahren. Der Aufsichtsrat teilte lediglich mit, das Kontrollgremium und der speziell zur Aufklärung gegründete Ausschuss werden "zeitnah" zusammen kommen, um über weitere Maßnahmen und Konsequenzen zu beraten.

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Welche Probleme hat Volkswagen derzeit noch?

Die Liste ist lang. Wie noch am Mittwoch bekannt wurde, muss der Konzern in den USA 91.800 Fahrzeuge wegen Problemen mit den Bremsen zur Reparatur in die Werkstätten rufen. Betroffen seien Beetles, Golfs, Jettas und Passats der Modelljahre 2015 und 2016 mit 1,8- und 2,0-Liter-Benzinmotoren, teilte der Autohersteller am Mittwoch mit. Bei einigen Fahrzeugen bestehe die Gefahr, dass es wegen mechanischer Mängel zu Druckverlust für die Versorgung der Bremsen komme, wodurch das Unfallrisiko steige.

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