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VW-Aktie legt kräftig zu „Neue Besen kehren bekanntlich besser, das gefällt dem Markt“

VW-Aktie legt wegen Aussicht auf Führungswechsel kräftig zu Quelle: dpa

VW will den Vorstand umbauen, Vorstandschef Matthias Müller verliert seinen Posten offenbar an Markenchef Herbert Diess. Mitteilungen über den möglichen Wechsel lassen die VW-Aktie steigen.

Bei Volkswagen steht ein Wechsel an der Konzernspitze bevor. Die Tage von Matthias Müller als VW-Chef scheinen gezählt. Laut Insidern soll Konzernchef Matthias Müller abgelöst werden. Als Nachfolger ist offenbar VW-Markenchef Herbert Diess auserkoren. Offiziell bestätigt hat der Konzern bislang nur, dass über „personelle Änderungen“ im Vorstand beraten würde. Doch die Ankündigung eines Konzernumbaus sorgt für Furore an den Börsen. Die VW-Aktien stiegen zeitweise um fünf Prozent und gingen mit einem Plus von 4,5 Prozent nach Bayer als zweitgrößter Dax-Gewinner aus dem Handel.

„Müller hat VW gut durch stürmische Zeiten gebracht, aber jetzt ist ein Neuanfang wichtig“, sagte ein Händler. „Neue Besen kehren bekanntlich besser, das gefällt dem Markt.“ Viele Anleger setzten auch auf Kostensenkungen und höhere Margen. Zudem stütze auch die Aussicht auf einen Börsengang der Nutzfahrzeug-Sparte Truck & Bus die Kurse. „Müller war letztlich nur ein Mann für den Übergang. Jetzt hoffen die Investoren einfach auf einen Neuanfang“, erläuterte ein weiterer Händler.

Am Freitag will der Aufsichtsrat über die künftige Führungsstruktur des weltgrößten Autobauers beraten. Damit könnte er endgültig den Weg für Müllers Ablösung ebnen.

Für Optimismus am Aktienmarkt sorgte darüber hinaus die Ankündigung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, die Wirtschaft des Landes zu öffnen und Importzölle zu senken. Der Dax schloss am Abend mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 12.397, der EuroStoxx50 gewann 0,7 Prozent auf 3.439 Punkte. "China macht die Tür für Verhandlungen mit den USA weit auf", sagte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Nun bleibe abzuwarten, ob US-Präsident Donald Trump durch diese Tür gehe. Börsianer warnten vor überzogenem Optimismus. China habe solche Schritte schon häufiger angekündigt, sagte ein Händler.
Aus Sicht von Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer scheint eine Eskalation des Handelsstreits zumindest unwahrscheinlicher geworden zu sein. Gebremst wurde die Euphorie aber vom steigenden Euro, der die Wettbewerbschancen europäischer Firmen auf dem Weltmarkt schmälert. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,2377 Dollar. Händler verwiesen auf Spekulationen auf ein baldiges Ende des Anleihekaufprogramms.

Chinas Zollpläne, die dem Geschäft der Autobauer und Zulieferer gut tun könnten, beflügelten die Aktien von VW & Co. BMW, Daimler und Continental legten ein bis drei Prozent zu. In New York stiegen GM und Ford um je mehr als zwei Prozent.

Top-Favorit waren Bayer mit einem Plus von 4,7 Prozent. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, das US-Justizministerium wolle den Mega-Deal genehmigen, nachdem die Unternehmen den Verkauf zusätzlicher Vermögenswerte zugesichert hätten. Monsanto hatten an der US-Börse schon am Montag über sechs Prozent gewonnen und behauptete das Plus am Dienstag.

In Paris ragten Aktien von LVMH mit einem Plus von fast fünf Prozent hervor. Der Umsatz der Dior- und Louis Vuitton-Mutter stieg im ersten Quartal stärker als erwartet.

An der Wall Street stand Mark Zuckerberg im Rampenlicht: Der Facebook-Chef sollte vor einem Kongressausschuss in Washington zur Datenaffäre Rede und Antwort stehen. Die Facebook-Aktien legten etwa wie der Gesamtmarkt zu.

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