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VW Führungsstreit lenkt von den wahren Problemen ab

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„Am Ende siegt Piëch“

Piëch selbst und seine Angehörigen gingen als strahlende Sieger aus der gescheiterten Übernahme hervor: Die Holding Porsche SE, die den beiden Familien zu 100 Prozent gehört, erhielt 50,73 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Aus den Besitzern der kleinen Sportautoschmiede war der einflussreichste Aktionär des größten europäischen Autobauers geworden.

„Piëch kann man in einem Satz beschreiben“, so Ex-Bundespräsident Christian Wulff, damals als Ministerpräsident im VW-Aufsichtsrat: „Es wird viel gestritten – und am Ende siegt Piëch.“ Ex-Porsche-Chef Wiedeking und sein damaliger Finanzvorstand Holger Härter fielen bei Piëch in Ungnade und mussten gehen. Nachfolger an der Porsche-Spitze wurde der VW-Stratege Matthias Müller.

Mit der Berufung des früheren BMW-Entwicklungschefs Herbert Diess zum neuen Markenvorstand von VW und des Ex-Daimler-Managers Andreas Renschler zum Leiter der neuen VW-Nutzfahrzeugsparte sind noch weitere Kandidaten hinzugekommen. Renschler hat sein Amt allerdings erst am 1. Februar angetreten, Diess kommt am 1. Juli. Beide werden für neuen Schwung sorgen. Unruhe im Konzern stiften sie schon jetzt.

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    Was VW 2014 in den USA verkauft hat

    Auch im Aufsichtsrat ist noch nicht absehbar ausgemacht, wer das Sagen haben wird, wenn Piëch 2017 ausscheiden sollte. Es galt in Wolfsburg eigentlich als entschieden, dass Winterkorn Ende 2016, spätestens 2018, in den Aufsichtsrat wechseln würde, um dort Piëch-Gattin Ursula zu helfen, den Familienstamm der Piëchs im VW-Kontrollgremium zu repräsentieren.

    Keine „Königin Ursula“

    Solchen Planspielen hat Piëch jetzt eine Absage erteilt: „Ich strebe an, dass an die Spitze des Aufsichtsrats und des Vorstands die Richtigen kommen. Und das sind keine Familienmitglieder, das ist auch nicht meine Frau.“ Mehr als einfache Aufsichtsrätin werde sie nicht werden.

    Das hörte sich vor einem Jahr noch anders an. „Königin“ des VW-Konzerns sollte und wollte Ursula Piëch, 58, zwar nie werden, sagte sie, „eine Überhöhung wäre tödlich“. Trotzdem hatte Gatte Ferdinand sie zielstrebig auf die Aufgaben im Aufsichtsrat vorbereitet, um dort die Piëchs vor allem gegenüber den Porsches zu vertreten

    Auto



    Ursula Piëch („Ich bin eine ganz unbedeutende Frau“) bemüht sich seit Jahren, mit ihrer fröhlichen wie unkomplizierten Art, die Spannungen zwischen den beiden Familienstämmen abzubauen. Zu den jungen Porsches hat sie ein gutes Verhältnis.

    Bei den Alten des Clans gibt es gegen die frühere Kindergärtnerin und Gouvernante immer noch Vorbehalte. „Uschi“ würde deshalb lieber weiter im Hintergrund wirken. Sollte ihr Gatte tatsächlich in den Ruhestand treten und den Generationswechsel einleiten, was derzeit niemand in der Familie glauben mag, wird sie jedoch nicht umhinkommen, aus dem Schatten herauszutreten – mitten unter die Geier.

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