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VW-Aufsichtsrat Hans Dieter Pötsch wird bei VW nichts ändern

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Pötsch könnte nur eine Zwischenlösung sein

Daraus wurde nun nichts. Der Machtkampf zwischen Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech und Winterkorn, der mit dem Abgang von Piech endete, hat die alten Planungen durcheinander gewirbelt. Intensiv wurde in den vergangenen Monaten nach einem neuen Aufsichtsratschef gefahndet. Gerne hätten die Porsches und Piechs einen aus ihrer Mitte auf dem Posten gesehen, doch scheinbar konnte man sich nicht auf einen Kandidaten einigen.

Gut möglich, dass aus der jüngeren Familienriege erst noch ein passender Kandidat aufgebaut werden muss und Pötsch bis dahin die Zwischenlösung ist. Auch Winterkorn werden Ambitionen nachgesagt, nach seinem Ausscheiden an der Konzernspitze 2018 an die Spitze des Aufsichtsrats zu wechseln.

Die Krisenszenarien der deutschen Autobauer

Pötschs Wechsel wird ein weiteres Stühlerücken zur Folge haben. Wer wird ihn als Finanzvorstand beerben? Eine gewichtige Frage, nicht bloß, weil das Amt per se wichtig ist. In der neuen Konzernstruktur, die VW in einigen Wochen bekanntgeben will, wäre Pötsch offenbar eine besondere Rolle zugekommen.

Dem Vernehmen soll VW wie eine Holding geführt werden, in der Martin Winterkorn und der Finanzvorstand übergreifende Verantwortung haben, ergänzt um die Chefs von vier neu gebildeten Markengruppen. Audi-Chef Rupert Stadler, ein gelernter Controller und Finanzexperte, wäre ein möglicher Pötsch-Nachfolger.

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    Pötsch müsste als Aufsichtsratschef Winterkorn bei der strategischen Neuausrichtung des Konzerns unterstützen, ihm helfen, die drängendsten Probleme im Konzern – die wegbrechenden Märkte in Schwellenländern, das lahme US-Geschäft, die im Branchenvergleich zu hohen Kosten – schnell anzugehen und nicht zuletzt in den kommenden zwei Jahren den richtigen Nachfolger für Winterkorn zu finden.

    Die Frage muss erlaubt sein, warum das Gespann jetzt die Lösungen finden sollte, die es in den letzten Jahren nicht gefunden hat. Eine Antwort könnte sein: Es kontrolliert sie nicht mehr auf Schritt und Tritt der einst so allmächtige Ferdinand Piech. Sie können jetzt tun, was sie für richtig halten.
    Vielleicht geht das gut. VW und seinen 550.000 Mitarbeitern ist es zu wünschen. Aber Skepsis ist angebracht, wenn der beste Kumpel des Vorstandschefs direkt aus dem Vorstandsjob an die Spitze des Aufsichtsrats gehoben wird. Nach Corporate-Governance-Kriterien eine Katastrophe. Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment, meint dazu: „Wir schätzen Herrn Pötsch als Finanzvorstand sehr, aber wir sind gegen seinen direkten Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrates. Ein Aufsichtsratsvorsitzender braucht kritische Distanz, um Dinge zu hinterfragen. Das ist ohne Cooling-off nicht möglich.“

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