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VW-Hauptaktionär Porsche SE macht wieder Gewinn – und will mehr

Während die Verhandlungen mit Ferdinand Piëch über seinen Ausstieg laufen, bemüht sich die Porsche SE bei Vorlage der Bilanz um Normalität: Nach der Rückkehr in die Gewinnzone will der VW-Hauptaktionär auch 2017 mehr.

Bilanz-Pressekonferenz der Porsche SE. Quelle: dpa

Ohne anwesend zu sein, ist Ferdinand Piëch auch am Dienstag in Stuttgart allgegenwärtig: Die Frage, ob der geschasste Firmenpatriarch seine Anteile an Volkswagen verkauft, hängt wie ein Schatten über der Bilanzpressekonferenz der Porsche SE – jener Holding, in der die Familien Porsche und Piëch ihre Anteile an VW bündeln.

„Wir gehen fest davon aus, dass die Familien ihre bisherige Position beibehalten werden“, sagte der Chef der Porsche SE (PSE), Hans Dieter Pötsch. Er bezog sich dabei auf die überraschende Ankündigung des früheren VW-Patriarchen Ferdinand Piëch von vergangener Woche, sein milliardenschweres PSE-Aktienpaket großteils verkaufen zu wollen. Derzeit laufen Verhandlungen mit Familienangehörigen.

Pötsch sagte am Dienstag, er sei in die Verhandlungen nicht eingebunden. „Ob es tatsächlich zu Veränderungen [in der Eigentümerstruktur] kommt, wissen wir noch nicht, das ist für uns im Moment nicht absehbar.“

Die Machtverteilung in der Porsche SE

Die PSE ist eine Holding mit 30 Mitarbeitern, sie hat kein operatives Geschäft. Der Autobauer Porsche AG wiederum ist Tochter von VW. Die PSE und VW sind personell eng miteinander verwoben, Holding-Chef Pötsch ist auch VW-Aufsichtsratschef. Der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller wiederum sitzt ebenfalls im PSE-Vorstand, genauso wie VW-Chefjustiziar Manfred Döss.

Angesichts der Debatte der vergangenen Tage müht sich die PSE bei der Bilanzpressekonferenz um Normalität – und versucht, die Zahlen in den Vordergrund zu stellen. Der Aufwärtstrend bei Volkswagen hat auch die Porsche SE halt Hauptaktionär zurück in die Gewinnzone gebracht. Die Beteiligungsgesellschaft erzielte 2016 ein Konzernergebnis nach Steuern von 1,374 Milliarden Euro, wie sie am Dienstag in Stuttgart mitteilte.

Im Jahr zuvor hatte die Firma wegen des Abgasskandals bei Volkswagen ein Minus von 308 Millionen Euro hinnehmen müssen. Die Porsche SE sei „ein stabiler Ankeraktionär, nicht zuletzt in der Dieselkrise“, sagte Vorstandschef Hans Dieter Pötsch, der zugleich VW-Aufsichtsratschef ist. Die PSE hält gut 52 Prozent der Aktien mit Stimmrecht von Volkswagen.

Angesichts des Wachstums bei VW erwartet die PSE auch im laufenden Jahr mit mehr Gewinn. Das Konzernergebnis solle 2017 auf 2,1 bis 3,1 Milliarden Euro von 1,37 Milliarden Euro im vergangenen Jahr steigen, so die Holding. „Der Volkswagen-Konzern präsentiert sich in sehr robuster Verfassung“, sagte Pötsch. Die Nettoliquidität der Porsche SE soll sich zum Jahresende auf 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro belaufen. Im vergangenen Jahr war sie auf 1,3 von 1,7 Milliarden Euro gesunken.

Auch gegen den VW-Großaktionär klagen viele Anleger wegen des Dieselskandals auf Schadensersatz. Sie werfen dem Unternehmen vor, im September 2015 zu spät über die Manipulation von Millionen Diesel-Motoren informiert zu haben. Rechtsvorstand Manfred Döss erklärte, es lägen inzwischen beim Landgericht Stuttgart 156 Klagen und beim Landgericht Braunschweig weitere fünf Klagen vor. Die geforderte Summe an Schadensersatz belaufe sich auf 900 Millionen Euro.

Aktionärsverteilung der Volkswagen AG

Am Freitag war bekannt geworden, dass Ferdinand Piëch über den Verkauf seiner Anteile verhandelt. Der 79-Jährige hält mit seinem Familienzweig 14,7 Prozent der PSE. Sollte Piëch bei der PSE aussteigen und sein Aufsichtsratsmandat niederlegen, wäre es der endgültige Bruch mit seinem Lebenswerk. Wie es bei der Porsche Automobil Holding SE, wie die PSE offiziell heißt, ohne den Konzern-Übervater weitergehen wird, ist offen. In den familieninternen Verkaufsverhandlungen wird sich zeigen, wie sich die Machtbalance in der Holding verschieben wird. Mehr dazu lesen Sie hier.

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