VW Herbert Diess will weiter sparen

Seit wenigen Tagen leitet Ex-BMW-Manager Herbert Diess die Marke Volkswagen. Laut einem Medienbericht will er den von Martin Winterkorn eingeschlagenen Sparkurs fortsetzen – und VW auf neue Konkurrenten vorbereiten.

Herbert Diess neben einem VW Phaeton: Seit Juli leitet der Ex-BMW-Manager die Marke VW. Quelle: dpa

VW-Markenchef Herbert Diess will den von Konzernboss Martin Winterkorn eingeschlagenen Sparkurs fortsetzen. "Wir werden unser Effizienzprogramm konsequent weiterführen, um Volkswagen fit für die Zukunft zu machen", sagte Diess in einem im Volkswagen-Intranet veröffentlichten Interview. "Volkswagen braucht ein solides finanzielles Rückgrat." Das berichtet "Dow Jones Newswires", das den Interview-Text einsehen konnte.

Diess ist seit Anfang Juli für die Kernmarke des VW-Konzerns zuständig, davor war er Entwicklungsvorstand bei BMW. Er gilt als erfahrener Kostensenker. Als ehemaliger Entwicklungschef hat Diess vor allem die Technik im Fokus: VW müsse außer Elektromotoren "weiter hocheffiziente konventionelle Antriebe" entwickeln und anbieten. Viele Märkte seien noch nicht reif für die Elektromobilität.

Die Marke Volkswagen leidet unter einer vergleichsweisen niedrigen Marge. Die Konkurrenz – sowohl Premium- als auch Volumenhersteller – erzielen zum Teil deutlich höhere Renditen als die Wolfsburger.

Dem Vernehmen nach waren die schwachen Margen auch einer der Gründe für die öffentliche Attacke des damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch gegen Martin Winterkorn, der zu dieser Zeit nicht nur den Konzern, sondern in Personalunion auch die Marke VW leitete.

Die neue VW-Konzernstruktur

In dem unternehmensinternen Interview kündigte Diess zudem an, Volkswagen auf den Wettbewerb mit neuen Konkurrenten "aus der Internet-Welt" vorbereiten zu wollen. "Wir müssen uns bewusst sein, dass Internet und Digitalisierung das Auto stark verändern", sagte Diess. "Es ist mein Anspruch, den Wandel nicht nur mitzugestalten. Wir wollen an die Spitze dieser spannenden Entwicklung."

Erreichen will Diess seine Pläne mit einer offeneren Kommunikation, für die er intern geworben hat. "Silo-Denken zwischen Unternehmensbereichen bringt uns nicht voran", so Diess.

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