VW prüft Fußball-Sponsoring und Modell-Palette Volkswagen plant Sparprogramm im dreistelligen Millionenbereich

Exklusiv

Ein internes Sonderteam von Volkswagen hat in den vergangenen Tagen bereits Einsparpotenzial im Konzern über mehrere hundert Millionen Euro identifiziert.

VW Quelle: dpa

Das berichtet die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe. Mit dem Sparprogramm will der neue Vorstandschef Matthias Müller drohende Straf- und Schadenersatzzahlungen in der Dieselaffäre zumindest teilweise kompensieren.An den Luxus-Marken Bugatti und Ducati soll demnach zwar festgehalten werden. Aber geplante neue Produkte werden dort erst einmal auf Eis gelegt: „Ein Auto mit über 1000 PS“, heißt es aus dem Umfeld des VW-Chefs, „braucht jetzt wirklich niemand.“

Vorläufig eingestellt werden auch die Arbeiten am Nachfolger der Luxuslimousine VW Phaeton, die Planungen für ein neues Audi-Designzentrum, Werkserweiterungen sowie eine neue Getriebegeneration für den Konzern.

Um die Investitionen in Zukunftstechnologien trotz der Kosten für Rückrufe und Schadenersatz stemmen zu können, wird auch die Positionierung der zwölf Konzernmarken überprüft, um „kontraproduktive“ Überschneidungen in der Modellpalette der fünf Pkw-Marken mit größeren Stückzahlen (VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche) zu beseitigen. Im Klartext: Das Fahrzeugangebot wird ausgedünnt.

Die neue VW-Konzernstruktur

Gleiches gilt für die Sponsoring-Aktivitäten des Konzerns in Kultur und Sport. Allein im deutschen Profi-Fußball unterstützen VW und VW Nutzfahrzeuge, Audi und Seat zusammen aktuell 16 Vereine der 1. und 2. Liga. Nach Informationen der WirtschaftsWoche können sich der VfL Wolfsburg und der FC Bayern München noch am ehesten Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Zahlungen machen.

VW will neue Vorstandsstelle für Compliance schaffen und mit einer Frau besetzen

Der bislang achtköpfige Vorstand des Volkswagen-Konzerns wird nach Informationen der Wirtschaftswoche in Kürze trotz der angespannten Finanzlage um eine Position erweitert: Auf Betreiben von Vorstandschef Matthias Müller wird noch in diesem Jahr ein neues Vorstandsressort Compliance und Unternehmenskultur geschaffen und mit einer Frau besetzt. „Wir schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir tun was für die Frauenquote und forcieren den Kulturwandel“, verlautete aus dem Umfeld des VW-Vorstandes.
Volkswagen folgt damit dem Beispiel des Daimler-Konzerns, der 2011 als Reaktion auf eine Korruptionsaffäre die ehemalige Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt in den Vorstand berufen hatte.
Wie die WirtschaftsWoche aus dem VW-Konzern erfuhr, laufen bereits Vertragsgespräche.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%