VW-Skandal Bayer-Chef Dekkers befürchtet Imageschaden für Deutschland

Exklusiv

Der Vorstandschef des Leverkusener Pharmakonzerns glaubt nicht, dass deutschen Unternehmen in den USA durch den VW-Abgasskandal künftig generell Nachteile entstehen, etwa durch verstärkte Behördenkontrollen.

Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Marijn Dekkers, sieht keine Nachteile für deutsche Unternehmen in den USA Quelle: dpa

„Den Amerikanern – und ich habe selbst einen amerikanischen Pass – ist es egal, woher ein Unternehmen kommt, das einen Gesetzesverstoß begangen hat. Entscheidend für die Amerikaner ist, dass diese Unternehmen zur Kasse gebeten werden“, sagte Bayer-Vorstandschef Dekkers der WirtschaftsWoche. Der Bayer-Chef rechnet aber mit negativen Folgen für das Image Deutschlands: „Die Schadenfreude könnte in den europäischen Nachbarländern viel höher sein“ als in den USA. „Dort ist schließlich der Neid auf den deutschen Exporterfolg am größten.“

Stimmen zum Abgas-Skandal bei VW

Gleichzeitig kritisiert Dekkers auch das Führungsverhalten von Managerkollegen. Auf die Frage nach seiner Einschätzung des VW-Abgasskandal sagte er dem Magazin: „Dazu will und kann ich mich nicht äußern. Allgemein gilt: Als Vorstandschef ist es wichtig, den Mitarbeitern Ziele zu setzen, die zwar ambitioniert, aber nicht zu aggressiv sind. Wenn ein Vorstandschef zu stark darauf drängt, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, stehen manche Mitarbeiter eventuell vor der Versuchung, zu zweifelhaften Methoden zu greifen.“ Im eigenen Unternehmen setzt Dekkers nach eigenen Worten auf eine offene Diskussionskultur:  „Ich bin ein großer Freund davon, Probleme offen anzusprechen und zu diskutieren. Sie dürfen keine Atmosphäre schaffen, wo es für die Mitarbeiter schwierig wird, schlechte Nachrichten nach oben weiterzugeben.“

Bei VW steht seit dem Abgasskandal das hierarchische, zentralistische Führungssystem mit rigiden Management-Vorgaben in der Kritik. Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn hatte das Ziel ausgegeben, den Konzern zur weltweiten Nummer eins im Automobilmarkt zu machen. 

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