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VW-Sparprogramm Winterkorns Brandrede

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Bei der Produktivität hinkt VW hinterher

• Im Materialeinkauf müssten alle Synergien gehoben werden, die der stark wachsende Konzern ermöglicht. Hier sei man noch lange nicht am Limit, auch hinsichtlich des Potenzials der Lokalisierung. Im Klartext: Jeder macht immer noch sein eigenes Ding. Warum soll man Schrauben nicht von chinesischen Zuliefern kaufen, in Osteuropa auf teure Zulieferteile aus dem Westen zugreifen?

• Die Produktivität sei in den zurückliegenden Jahren signifikant langsamer gewachsen als die Arbeitskosten. Winterkorn: „Und deshalb frage ich: Mit welchen Übereinkünften lassen sich unsere gleichrangigen Unternehmensziele Wirtschaftlichkeit und Beschäftigung in einer wirtschaftlichen Balance halten? Seien wir ehrlich: Wir haben in der Produktivität gegenüber den Kernwettbewerbern unverändert erheblichen Nachholbedarf.“ Im Klartext: VW-Beschäftigte verdienen zu viel und/oder brauchen zu lange, um ein Fahrzeug fertigzustellen.

• Bei den anstehenden Standortentscheidungen müsse man sich fragen, ob die Karosserie für die nächste Generation der Luxuslimousine wie bisher in Zwickau gefertigt werden kann. Im Sinne der Wirtschaftlichkeit gelte es hier, über intelligente Lösungen im Konzernverbund nachzudenken. Im Klartext: Im Fahrzeugwerk Zwickau, wo derzeit über 7000 Menschen arbeiten, stehen einige hundert Jobs auf der Kippe.

VW plant Crafter-Werk in Polen
Posen, PolenVolkswagen steht kurz vor dem Bau eines neuen Werkes in Polen für seinen Großtransporter Crafter. Die Konzernzentrale in Wolfsburg favorisiere den Standort im Großraum Posen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Managements im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken, das auch auf den Zuschlag für den Crafter-Bau hoffte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete ebenfalls von entsprechenden Plänen. Bisher lässt VW den Großtransporter bei Daimler bauen, der Crafter gleicht größtenteils dem Mercedes-Sprinter. Die Kooperation läuft 2016 aus. Nach dpa-Informationen könnte die Fabrik in Stöcken künftig Teile der Produktion des VW-Kompaktvans Touran bekommen. VW war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Quelle: dpa
Puebla, MexicoVW gilt in Mexiko als Erfolgsgeschichte. Rund zehn Millionen Autos haben die Wolfsburger bislang am Standort Puebla gebaut. Eine ganze Region hängt an dem Riesenwerk. Auf dem Weg zum größten Autokonzern der Welt soll der neue Golf nun den schwierigen US-Markt erobern. „Der Produktionsstart des Golf 7 wird Volkswagen in Nordamerika ordentlich Schub nach vorn geben“, sagt auch VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn bei der Jubiläumsfeier. Bis 2018 will Volkswagen in der Region sieben Milliarden US-Dollar investieren. Ein Großteil davon dürfte nach Mexiko fließen. Quelle: AP
Foshan, China300.000 neue Golf-Modelle sollen in Foshan jährlich vom Band rollen - vorerst. Das neue Volkswagen-Werk in der südchinesischen Provinz Guangdong, nahe der Stadt Foshan soll in einer zweite Phase auf eine Kapazität von 600.000 Fahrzeuge ausgebaut werden. 6500 Beschäftige hat das Werk bisher. VW-China-Vorstand Jochem Heizmann erklärte, VW befinde sich zudem in "intensiven Gesprächen" mit seinem chinesischen Partner FAW. Dabei gehe es um eine Erhöhung des VW-Anteils am Joint-Venture FAW-Volkswagen auf von 40 auf 50 Prozent. Angesichts der Krise auf dem europäischen Automarkt wird für VW das Geschäft in China immer wichtiger. Im vergangenen Jahr produzierten die Wolfsburger mit ihren beiden chinesischen Partnern SAIC und FAW gut 2,6 Millionen Fahrzeuge. Bis 2018 sollen die Kapazitäten früheren Angaben zufolge in China auf vier Millionen Autos pro Jahr ausgebaut werden. Quelle: dpa
Changchun, ChinaModelle: VW Jetta, New bora, Golf, Sagitar, Magotan, Magotan CC, Motoren, Getriebe Das Joint-Venture mit FAW gingen die Wolfsburger 1991 ein. Fast 16.000 Menschen arbeiten in den gemeinsamen Werken. In Ningbo hat Volkswagen mit dem Bau eines neuen Werkes in China begonnen. Es soll 2014 fertig gestellt sein und eine Kapazität von 300.000 Fahrzeugen jährlich haben. Quelle: dpa/dpaweb
Puebla, MexikoModelle: Beetle, Jetta, Golf Variant In Puebla produziert Volkswagen seit 1964. Mehr als 15.000 Menschen arbeiten hier für Volkswagen. Werk Nummer 101 soll übrigens ebenfalls in Mexiko entstehen. Ab 2016 wird Audi hier den Q 5 produzieren. Quelle: dpa
Wolfsburg, DeutschlandModelle: Tiguan, Touran, Golf, Golf Plus Seit 1938 besteht das Werk Wolfsburg. Am Stammsitz des Volkswagen-Konzerns arbeiten fast 50.000 Menschen. Quelle: dpa
Chattanooga, USAIm Mai 2009 war in Chattanooga der offizielle Baubeginn des ersten amerikanischen VW-Werkes. Die Fertigung dort sollte laut Konzernangaben 2011 mit einer jährlichen Gesamtkapazität von bis zu 150.000 Fahrzeugen starten. Dieses Ziel hat der Autobauer erreicht: Mittlerweile ist dort der 250.000. Passat vom Band gelaufen. „Vor zwei Jahren haben unsere Leute gerade mal gelernt, Autos zu bauen“, erklärte Werksleiter Frank Fischer. „Ich bin sehr stolz auf dieses Team.“ Der US-Passat ist eine Erfolgsgeschichte: Die Produktion hatte am 18. April 2011 begonnen. Das auf den amerikanischen Geschmack abgestimmte Modell verkaufte sich auf Anhieb deutlich besser als der aus Europa importierte Vorgänger. Auch dank des Passat haben sich die Verkäufe der Marke VW in den USA von 2009 bis 2012 verdoppelt. Quelle: dpa

• Stichwort Fabrikkosten: Volkswagen plane seine Werke oft zu groß, zu komplex und zu teuer. Zudem würden die Anlagen oft zu spät fertig. Winterkorn: „Auch mit Blick auf unsere Wettbewerber sage ich: Lasst uns die bestehenden Standards kritisch hinterfragen.“ Im Klartext: Produktionsvorstand Michael Macht muss sich ernsthaft Gedanken um seine Zukunft machen.

• Stichwort Anlaufqualität: Müssen, so fragte der Vorstandschef, wirklich Monate vergehen, bis neue Modelle in perfekter Qualität vom Band laufen? Bei Prozessen, Schnittstellen und Strukturen gebe es noch viel Potenzial – es brauche nur ein wenig Grips, um dieses zu heben. Im Klartext: Die Qualitätssicherung funktioniert nicht, es gibt zu viele Montagsautos.

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• Stichwort Vertrieb: Die angemeldeten Stückzahlen werden zu oft nach unten korrigiert, weil die Absatzprognosen zu euphorisch waren oder weil das Produkt bei den Kunden nicht den erhofften Zuspruch findet. Winterkorn: „Ich frage selbstkritisch: Haben wir die richtigen Produkte zum richtigen Zeitpunkt? Oder realisieren wir manches eher, weil es machbar ist und begeistert – und nicht so sehr, weil es sich gut verkauft oder uns beim Ergebnis voranbringt?“ Im Klartext: Autos werden am Markt vorbei entwickelt und produziert – weil der Vertrieb falsche Signale sendet. Vertriebsvorstand Christian Klingler muss an seiner Performance arbeiten.

• Stichwort Produktzyklen: Welche Fahrzeuge braucht die Marke Volkswagen neben Polo und Golf zwingend – und was kann wegfallen? Winterkorn nannte auf der Führungskräftetagung beispielhaft das schrumpfende Cabrio-Segment – VW ist hier mit gleich drei Modellen (Beetle, Golf, Eos) vertreten. Bei über 310 Modellen, die der Konzern heute anbiete, müsse man den Mut haben, sich von einigen unrentablen Modellen zu verabschieden. Winterkorn: „Oberstes Kriterium wird in Zukunft die Frage sein: Wo ist das Geld strategisch sinnvoll und gewinnbringend angelegt? Im Klartext: Die Modelle Eos, Scirocco und Sharan laufen in absehbarer Zeit aus.

„Hier geht es nicht um Kosmetik“, mahnte der Vorstandschef. „Wenn wir all diese Themen nicht jetzt angehen, werden wir unser Renditeziel von mindestens sechs Prozent für die Marke Volkswagen nicht erreichen.“ Im Klartext: Und dann rappelt es richtig in Wolfsburg und in der Führungsetage von Volkswagen.

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