VW übertrifft Ziele Renditeperle Porsche macht den Unterschied

Die Gewinnmaschine Volkswagen läuft weiter wie geölt: 2013 machte der Konzern rechnerisch jeden einzelnen Tag rund 32 Millionen Euro Ertrag vor Zinsen und Steuern. Für 2014 gelten bei VW jedoch nur verhaltene Erwartungen.

VW plant Crafter-Werk in Polen
Posen, PolenVolkswagen steht kurz vor dem Bau eines neuen Werkes in Polen für seinen Großtransporter Crafter. Die Konzernzentrale in Wolfsburg favorisiere den Standort im Großraum Posen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Managements im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken, das auch auf den Zuschlag für den Crafter-Bau hoffte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete ebenfalls von entsprechenden Plänen. Bisher lässt VW den Großtransporter bei Daimler bauen, der Crafter gleicht größtenteils dem Mercedes-Sprinter. Die Kooperation läuft 2016 aus. Nach dpa-Informationen könnte die Fabrik in Stöcken künftig Teile der Produktion des VW-Kompaktvans Touran bekommen. VW war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Quelle: dpa
Puebla, MexicoVW gilt in Mexiko als Erfolgsgeschichte. Rund zehn Millionen Autos haben die Wolfsburger bislang am Standort Puebla gebaut. Eine ganze Region hängt an dem Riesenwerk. Auf dem Weg zum größten Autokonzern der Welt soll der neue Golf nun den schwierigen US-Markt erobern. „Der Produktionsstart des Golf 7 wird Volkswagen in Nordamerika ordentlich Schub nach vorn geben“, sagt auch VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn bei der Jubiläumsfeier. Bis 2018 will Volkswagen in der Region sieben Milliarden US-Dollar investieren. Ein Großteil davon dürfte nach Mexiko fließen. Quelle: AP
Foshan, China300.000 neue Golf-Modelle sollen in Foshan jährlich vom Band rollen - vorerst. Das neue Volkswagen-Werk in der südchinesischen Provinz Guangdong, nahe der Stadt Foshan soll in einer zweite Phase auf eine Kapazität von 600.000 Fahrzeuge ausgebaut werden. 6500 Beschäftige hat das Werk bisher. VW-China-Vorstand Jochem Heizmann erklärte, VW befinde sich zudem in "intensiven Gesprächen" mit seinem chinesischen Partner FAW. Dabei gehe es um eine Erhöhung des VW-Anteils am Joint-Venture FAW-Volkswagen auf von 40 auf 50 Prozent. Angesichts der Krise auf dem europäischen Automarkt wird für VW das Geschäft in China immer wichtiger. Im vergangenen Jahr produzierten die Wolfsburger mit ihren beiden chinesischen Partnern SAIC und FAW gut 2,6 Millionen Fahrzeuge. Bis 2018 sollen die Kapazitäten früheren Angaben zufolge in China auf vier Millionen Autos pro Jahr ausgebaut werden. Quelle: dpa
Changchun, ChinaModelle: VW Jetta, New bora, Golf, Sagitar, Magotan, Magotan CC, Motoren, Getriebe Das Joint-Venture mit FAW gingen die Wolfsburger 1991 ein. Fast 16.000 Menschen arbeiten in den gemeinsamen Werken. In Ningbo hat Volkswagen mit dem Bau eines neuen Werkes in China begonnen. Es soll 2014 fertig gestellt sein und eine Kapazität von 300.000 Fahrzeugen jährlich haben. Quelle: dpa/dpaweb
Puebla, MexikoModelle: Beetle, Jetta, Golf Variant In Puebla produziert Volkswagen seit 1964. Mehr als 15.000 Menschen arbeiten hier für Volkswagen. Werk Nummer 101 soll übrigens ebenfalls in Mexiko entstehen. Ab 2016 wird Audi hier den Q 5 produzieren. Quelle: dpa
Wolfsburg, DeutschlandModelle: Tiguan, Touran, Golf, Golf Plus Seit 1938 besteht das Werk Wolfsburg. Am Stammsitz des Volkswagen-Konzerns arbeiten fast 50.000 Menschen. Quelle: dpa
Chattanooga, USAIm Mai 2009 war in Chattanooga der offizielle Baubeginn des ersten amerikanischen VW-Werkes. Die Fertigung dort sollte laut Konzernangaben 2011 mit einer jährlichen Gesamtkapazität von bis zu 150.000 Fahrzeugen starten. Dieses Ziel hat der Autobauer erreicht: Mittlerweile ist dort der 250.000. Passat vom Band gelaufen. „Vor zwei Jahren haben unsere Leute gerade mal gelernt, Autos zu bauen“, erklärte Werksleiter Frank Fischer. „Ich bin sehr stolz auf dieses Team.“ Der US-Passat ist eine Erfolgsgeschichte: Die Produktion hatte am 18. April 2011 begonnen. Das auf den amerikanischen Geschmack abgestimmte Modell verkaufte sich auf Anhieb deutlich besser als der aus Europa importierte Vorgänger. Auch dank des Passat haben sich die Verkäufe der Marke VW in den USA von 2009 bis 2012 verdoppelt. Quelle: dpa

Dank der jüngsten Konzernmarke Porsche hat Europas größter Autobauer Volkswagen auch 2013 eine Rekordbilanz eingefahren. Die Wolfsburger sicherten sich sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Umsatz Bestmarken, wie sie am Freitag mitteilten. Dabei halfen vor allem ein starkes Schlussquartal und der Umstand, dass die im Sommer 2012 komplett übernommene schwäbische Sportwagenschmiede 2013 erstmals volle zwölf Monate ihre Bilanzbeiträge beisteuerte. Spannung verspricht der ebenfalls verkündete geplante Griff nach der uneingeschränkten Macht bei der VW-Lkw-Marke Scania. Zudem kommt wie erwartet Daimler-Manager Andreas Renschler.

Nach Steuern zeigt die VW-Bilanz wie erwartet Einbrüche. Sie hängen mit buchhalterischen Effekten aus der Porsche-Komplettübernahme zusammen. Von den guten Zahlen profitieren sollen auch die Aktionäre des größten Industriekonzerns hierzulande: Geplant ist eine höhere Dividende. Beim Ausblick auf 2014 gibt sich VW eher vorsichtig.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn ließ zur Bilanz erklären: „Wir haben die für 2013 gesetzten Ziele erreicht und sogar übertroffen.“

Der Konzern verbuchte vor Zinsen und Steuern 11,7 Milliarden Euro und damit 1,5 Prozent mehr als 2012 (11,5 Mrd Euro). VW übertraf damit die eigene Prognose für 2013 leicht, wonach der operative Gewinn auf Vorjahresniveau verharren sollte. Die 197 Milliarden Euro Umsatz übersteigen die bisherigen Bestmarke für 2012 um 2,2 Prozent.
Unter dem Strich bleiben diesmal 9,1 Milliarden Euro und damit wie erwartet viel weniger als 2012. Damals meldete der Konzern dank des Porsche-Effekts mit 21,88 Milliarden Euro den höchsten Gewinn in der Geschichte der Dax-Konzerne. Das Minus liegt nun 58 Prozent.
Für Stammaktien wollen die Wolfsburger 4,00 Euro Dividende zahlen, das wären 50 Cent mehr als vor einem Jahr. Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien erhalten 4,06 Euro Dividende (für 2012: 3,56).
Details zur Bilanz legt VW am 13. März vor. Klar war schon nach den Neunmonatszahlen, wie wichtig Porsche seit der Komplettübernahme im August 2012 geworden ist: Damals hatte der Sportwagenbauer in den ersten fünf Monaten unter dem Konzerndach 946 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beigesteuert - in den neun Monaten von Januar bis September 2013 war es dann bereits das Doppelte.
Damit gleicht Porsche die Rückgänge bei den drei absatzstärksten Marken Volkswagen Pkw, Audi und Skoda aus. Mit den 11,7 Milliarden Euro Konzern-Ebit hat VW trotz des Gegenwinds in Europa das Ziel leicht übertroffen, die 11,5 Milliarden aus 2012 zu bestätigen. Das starke letzte Quartal sorgte dabei für einen gelungenen Schlussspurt.
Dabei schien das Gewinnziel nach einem schwachen Jahresauftakt in Gefahr. Doch dann drückte speziell die Strategie immer mehr gleicher Bauteile in unterschiedlichen Konzern-Modellen die Kosten. Zuletzt wuchsen die Einsparungen immer schneller. Zur Jahreshälfte lagen die Produktkosten schon 600 Millionen Euro niedriger als ein Jahr zuvor, Ende September waren sie sogar schon um 1,1 Milliarden Euro gesunken.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.


Für ihre Nutzfahrzeug-Sparte holen die Wolfsburger zum großen Schlag aus. Wie der Konzern am Abend weiter mitteilte, machen sie wie erwartet Daimlers früheren Lkw-Chef Andreas Renschler zum Nutzfahrzeug-Vorstand und wollen ihre schwedische Tochter Scania komplett übernehmen. Damit hätte Renschler, der seinen neuen Job zum 1. Februar 2015 antritt, vollen Durchgriff nicht nur auf die Lkw-Tochter MAN, sondern eben auch auf Scania. Je Scania-Aktie bietet Volkswagen umgerechnet rund 22,26 Euro - das entspreche für alle ausstehenden Papiere 6,7 Milliarden Euro. Die nötigen Mittel für die Übernahme haben die Wolfsburger: Ende Dezember hatten sie fast 17 Milliarden Euro auf der hohen Kante.
Eher verhalten der Ausblick auf 2014: Dieses Jahr soll der Umsatz um das Niveau von 2013 pendeln - dabei rechnet VW mit einer Spanne von bis zu drei Prozent über oder unter dem Vorjahreswert von 197 Milliarden Euro. Die operative Rendite aus Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) und Umsatz soll bei 5,5 bis 6,5 Prozent liegen. 2013 kamen mit den 11,7 Milliarden Euro Ebit 6,0 Prozent Rendite zusammen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%